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DEB- und ÖEB-Auswahl im Abstiegskampf

von Bernd Roesch / NHL.com

Schweden – Deutschland 4-3 (2-1/0-1/2-1)

Deutsche verpassen die Sensation

Die DEB-Auswahl verpasste am Donnerstagabend in ihrem Spiel gegen Schweden eine Sensation. Gegen den hochfavorisierten Weltmeister von 2013 unterlag die Mannschaft von Pat Cortina unglücklich mit 3-4 Toren.

Mit einer engagierten Vorstellung, in der sie auch spielerisch Akzente setzen konnte, brachte die deutsche Nationalmannschaft die Skandinavier an den Rand einer Niederlage. Von der ersten Spielminute an zeigten die Deutschen keinerlei Respekt vor den großen Namen und überzeugten durch ein aggressives Forechecking. Nach einem harten Check hinter dem deutschen Tor ging die Plexiglasscheibe zu Bruch und die Partie musste für mehrere Minuten unterbrochen werden. Einen Bruch gab es nach Wiederanpfiff auch im Spiel der Deutschen: Durch einen Doppelschlag von Oscar Moller(12.), dem besten Mann auf dem Eis, und Joakim Lindstrom(13.) gingen die Skandinavier mit 2-0 in Front. Wer nun dachte, dass damit das Spiel gelaufen sei und einen ähnlichen Verlauf nehme, wie beim 0-10 gegen Team Canada, sah sich eines Besseren belehrt. Die DEB-Auswahl steckte nicht auf und beendete noch vor der ersten Pause ihre 136 Minuten währende Torflaute durch den Anschlusstreffer von Marcus Kink(16.pp). Sekunden vor Drittelende war für Stephan Daschner, nach einem harten Check an der blauen Linie, für den er 5 Minuten plus Spieldauer bekam, die Partie vorzeitig beendet.

Die Deutschen überstanden die Unterzahl schadlos, und konnten anschließend auch wieder Akzente nach vorne setzen. Mit einem wunderschönen Treffer von Nicolas Krammer(30.), der sich im Laufduell gleich gegen zwei Verteidiger der Schweden durchsetzen konnte, glich Deutschland aus. Aufgrund ihrer besseren Torchancen wäre sogar eine Führung zur zweiten Pause nicht unverdient gewesen. Den besseren Start in den Schlussabschnitt erwischte die Tre Kronor: John Klingberg(43.) und Moller(49.), mit seinem zweiten Tor an diesem Abend, schossen eine 4-2 Führung für die Schweden heraus. Die Schlussminuten gehörten wiederum den Deutschen: Kurz nachdem eine 5 gegen 3 Überzahlsituation verstrichen war, ließ Matthias Plachta(55.) zunächst Filip Forsberg alt aussehen und schloss dann gegen Jhonas Enroth zum 4-3 Endstand ab. In den verbleibenden Minuten versuchte das deutsche Team noch einmal alles die Partie auszugleichen, doch das Glück im Abschluss war ihnen gegen die stehend KO wirkenden Skandinavier nicht hold.

Tschechien - Österreich 4-0 (0-0/3-0/1-0)

Gastgeber zu stark für die ÖEB-Auswahl

Alles andere als drei Punkte wäre für die tschechische Auswahl um ihre Eishockeylegende Jaromir Jagr und für die Mehrheit der Zuschauer in der ausverkauften O2-Arena von Prag eine herbe Enttäuschung gewesen. Fast eine halbe Stunde lang konnten die Eishockeycracks aus der Alpenrepublik den Gastgeber richtig ärgern. Vor allem der österreichische Schlussmann Bernhard Starkbaum brachte die tschechischen Stürmer schier zur Verzweiflung. Die Hausherren erhöhten im Mittelabschnitt das Tempo, die ÖEB-Auswahl kam nur noch sporadisch aus ihrem Verteidigungsdrittel, und Starkbaum sah sich unter Dauerbeschuss. Das für die Tschechen erlösende 1-0 markierte Ondrej Nemec(32.). Nun hatten sie Lunte gerochen. Noch vor der Pause erhöhten Martin Zatovic(39.) und Vladimir Sobotka(40.) auf 3-0.

Als dann, nach gerade einmal sieben Sekunden im Schlussabschnitt, auch noch Jakub Voracek(40.) traf war die Partie entschieden. Für die Österreicher galt es nun sich um Schadensbegrenzung zu kümmern, was ihnen auch gelingen sollte. Ondrej Pavelec im Kasten der Tschechen wehrte alle elf Torschüsse der Österreicher ab und durfte sich über einen Shutout freuen.

Deutschland – Lettland 2-1 (0-1/0-0/2-0)

Harter Fight gegen die Letten

Eines war schon vor dem Anpfiff der Partie klar: Punkte müssen her gegen den Tabellenletzten der Gruppe A. Die Aufgabe gestaltete sich für die deutsche Auswahl erwartet schwierig. Die Letten erwiesen sich als körperlich starkes und robustes Team, gegen die sich die Deutschen nur selten durchsetzen konnten. Torchancen blieben auf deutscher Seite Mangelware. Lettland war das aktivere Team und ging nicht unverdient, als Patrick Hager auf der Strafbank saß, durch Lauris Darzins(12.pp) früh mit 1-0 in Front. Auch in der Folgezeit waren die Osteuropäer die aktivere Mannschaft, konnten aber aus ihrer Überlegenheit kein Kapital schlagen, auch weil Dennis Endras, der heute den Vorzug gegenüber Timo Pielmeier bekommen hatte, sich keinen Fehlgriff leistete.

Im zweiten Drittel fanden die Deutschen ebenfalls kein Mittel gegen die kompakt stehenden Letten. Nur selten kamen die deutschen Stürmer zum Abschluss. Die Letten waren stets gefährlich, doch auch ihnen blieb ein Tor verwehrt, so dass die knappe Führung zur zweiten Pause Bestand hatte.

Turbulent gestaltete sich der Schlussabschnitt, in dem eine 5 + Spieldauerdisziplinarstrafe von Janis Sprukts die Wende zu Gunsten der Deutschen einleitete. Sie konnten sich im Drittel der Letten festsetzen und Michael Wolf(47.pp) nutzte eine von mehreren Torchancen zum vielumjubelten Ausgleich. Aus der Drehung versenkte der deutsche Teamkapitän den Rebound nach einem Schuss von Patrick Reimer hinter Edgar Masalskis im Netz. In den noch verbleibenden Minuten mussten die Letten ihrem körperbetonten Spiel Tribut zollen, verloren die Zweikämpfe an der Bande und gaben das Spiel völlig aus der Hand. Für das erlösende Siegtor sorgte schließlich Matthias Plachta(58.) als noch gut 2 1/2 Minuten auf der Uhr standen. Dass sein Gewaltschuss hinter der Torlinie eingeschlagen hatte, sah weder Masalskis, noch die gut 15.000 Besucher im weiten Rund, noch das Schiedsrichtergespann. Der Videobeweis brachte Gewissheit: 2-1 für Deutschland und drei wichtige Punkte, um das Abstiegsgespenst zu verjagen.

Die weiteren Begegnungen des Tages:

Slowenien - Norwegen 1-3 (0-1/1-2/0-0)

USA – Dänemark 1-0 (0-0/1-0/0-0)

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