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Laviolette gegen Sullivan im Stanley Cup Finale

Zum ersten Mal treten dort zwei in den USA geborene Trainer gegeneinander an

von Stefan Herget / NHL.com/de Chefautor

Es ist zwar nicht bekannt, was US-Präsident Donald Trump zum Stanley Cup Finale 2017 zwischen den Pittsburgh Penguins und den Nashville Predators sagen würde, doch seinem Slogan "America first" folgend, müsste er es erstens für gut heißen, dass auch im 23. Jahr in Folge eine US-amerikanische Mannschaft den Stanley Cup gewinnen wird und zweitens zum ersten Mal in der Geschichte der NHL beide im Finale teilnehmenden Teams von einem in den USA geborenen Trainer geführt werden.

Peter Laviolette wurde am 7. Dezember 1964 in Franklin, Massachusetts, südwestlich von Boston geboren. Seine professionelle Spielerkarriere dauerte von 1986 bis 1997, allerdings in der meisten Zeit für unterklassige Teams. Es reichte lediglich in der Saison 1988-89 zu 12 Spielen in der NHL für die New York Rangers.

Umso erfolgreicher war seine Trainerkarriere, die der heute 52-jährige bereits 1997 begann. 1998-99 gewann er mit den Providence Bruins den Calder Cup in der AHL und wurde zum AHL Trainer des Jahres ausgezeichnet. Im Jahr 2001 verpflichteten ihn die New York Islanders, die er prompt zwei Jahre in Folge in die Playoffs führte.

2003 bis 2008 arbeitete er für die Carolina Hurricanes, mit denen er 2006 ihren ersten und bis heute einzigen Stanley Cup Sieg erreichte. Im Dezember 2009 übernahm er die Philadelphia Flyers, die er 2010 sofort ins Stanley Cup Finale führte, dort jedoch den Chicago Blackhawks in sechs Spielen unterlag. Nachdem er im Oktober 2013 bei den Flyers entlassen wurde, verpflichteten ihn im Mai 2014 die Predators.

Mike Sullivan ist wie Laviolette aus Massachusettes und wurde am 27. Februar 1968 in Marshfield, südöstlich von Boston, geboren. Die Pittsburgh Penguins sind seit Dezember 2015 seine erste Trainerstation in der NHL. Seiner Spielerkarriere umfasst immerhin 709 NHL-Spiele für die San Jose Sharks, Calgary Flames, Boston Bruins und Phoenix Coyotes.

Sullivan wurde im Vorjahr der sechste in den USA geborene Trainer nach Bill Stewart (Blackhawks, 1938), Bob Johnson (Penguins, 1991), John Tortorella (Tampa Bay Lightning, 2004), Laviolette (Hurricanes, 2006) und Dan Bylsma (Penguins, 2009), der den Stanley Cup gewinnen konnte. Entweder Sullivan oder Laviolette wird ihn als Erster überhaupt zum zweiten Mal gewinnen.

Laviolette könnte sich großen Namen wie Dick Irvin, Scotty Bowman und Tommy Gorman als die einzigen Trainer, die den Stanley Cup als Trainer von zwei unterschiedlichen Mannschaften gewinnen konnten, anschließen.

Er ist bereits einer von nur vier Trainern in der NHL Geschichte, die das Stanley Cup Finale mit drei verschiedenen Teams erreichte. Die anderen waren Irvin (Blackhawks, Toronto Maple Leafs, Detroit Red Wings), Bowman (Blues, Montreal Canadiens, Penguins, Red Wings) und Mike Keenan (Flyers, Blackhawks, Rangers).

Sullivan hat sich bereits einen besonderen Status erarbeitet, indem er Pittsburgh in seinen beiden ersten Jahren als NHL-Trainer ins Stanley Cup Finale führte. Die einzigen anderen Trainer, die das seit der Expansion der NHL 1967-68 schafften waren Scotty Bowman (1968, 1969 und 1970 mit den St. Louis Blues) und Larry Robinson (2000 und 2001 mit den New Jersey Devils).

Beide Trainer haben in diesen Playoffs gezeigt, dass sie an den richtigen Schrauben drehen können, um ihre Mannschaften zum Erfolg zu führen. Es ist nicht nur der Cheftrainer alleine entscheidend und beide Protagonisten hinter der Bande betonten immer wieder, dass die Mannschaft im Vordergrund stehen würde. Doch nicht zu vergessen sind die Assistenztrainer und die zuständigen Personen für die Ausrüstung, die genauso ihren Anteil am Erfolg haben.

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