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Coyotes und Devils zeigen mit Halls Transfer ihre Prioritäten

Arizona visiert mit dem Stürmer die Playoffs an, New Jersey rüstet sich für die Zukunft

von Alexander Gammel @NHLde / NHL.com/de Freier Autor

Am Montag landeten die Arizona Coyotes mit einem Transfer einen ganz großen Coup. Wie bekannt wurde, sicherten sie sich die Dienste von Stürmer Taylor Hall von den New Jersey Devils. Die Devils erhielten im Tausch für den Spitzenstürmer einen Conditional Draft Pick in der ersten Runde des NHL Draft 2020 und der dritten Runde 2021, sowie die Rechte an den Stürmern Nicholas Merkley und Nate Schnarr und dem Verteidiger Kevin Bahl. Außerdem erhielten die Coyotes Center Blake Speers.

Die Coyotes kümmerten sich damit in ihrer erfolgreichsten Saison seit langem, um eine ihrer wenigen Schwachstellen. Sie verpassten in den vergangenen sieben Saisons die Stanley Cup Playoffs meist sehr deutlich, und verbrachten die meiste Zeit im Tabellenkeller der Western Conference und der Pacific Division.

Diese Saison schaffen sie es die Tabelle auf den Kopf zu stellen. Mit 42 Punkten aus 35 Spielen (19-12-4) führen sie eine Gruppe von vier Teams an, die von nur zwei Punkten im Klassement getrennt, um den ersten Platz der Division kämpfen.

Video: CHI@NJD: Hall trifft in Überzahl mit Handgelenkschuss

Die Coyotes sind sicher kein beliebter Gegner, denn kaum ein Team lässt so wenig Gegentore zu. Im Durchschnitt kassieren sie pro Spiel 2,34 Treffer und liegen damit auf dem dritten Platz der Liga. Sie könnten sich vermutlich aus dem Quartett an der Spitze der Division absetzen, wenn die Offensive so gut funktionieren würde wie die Abwehr. Allerdings erzielen sie mit 2,63 Toren pro Spiel kaum mehr Treffer als sie kassieren und liegen hier nur auf dem 24. Platz.

Genau an dieser Stelle soll Neuzugang Hall ansetzen. Der 28-jährige Außenstürmer blieb in der aktuellen Saison mit 25 Punkten (sechs Tore, 19 Assists) bisher deutlich hinter den Erwartungen zurück, allerdings wäre er mit diesen Werten der beste Vorbereiter und Scorer, den die Coyotes in ihren Reihen haben. Hall kann jedoch sogar noch deutlich mehr.

Hall befindet sich in seiner zehnten Saison in der NHL. In den vergangenen neun Spielzeiten erzielte er sechs Mal mindestens 20 Tore und setzte in der Saison 2017/18 mit 39 Toren seinen persönlichen Rekord. In den einzigen drei Saisons in denen er die Marke von 20 Toren nicht erreichte, bestritt er höchstens 53 Spiele, einmal aufgrund des Lockouts 2012/13, zwei Mal wegen Verletzungen (2014/15: 53 Spiele, 2018/19: 33 Spiele). In seiner Rekordsaison vor zwei Jahren erreichte er 93 Punkte und gewann die Hart Memorial Trophy als wertvollster Spieler der Saison.

 

Halls Qualitäten als offensive Universalwaffe könnten dem hinkenden Angriff der Coyotes einen Schub verleihen. Er ist schnell, technisch versiert und kann sowohl als Spielmacher wie als Vollstrecker vor dem Tor punkten.

General Manager John Chayka sicherte sich einen Elitestürmer, ohne dafür an Qualität in seinem Kader für diese Saison einzubüßen. Die abgegebenen Spieler sind allesamt Prospects, Schnarr und Merkley spielten bisher bei den Tucson Roadrunners in der American Hockey League, Bahl bei den Ottawa 67's in der Ontario Hockey League.

Mit Hall als Verstärkung hoffen die Coyotes auf ihre erste Playoff-Teilnahme seit 2011/12. Damals erreichten sie das Conference Finale, in dem sie gegen die Los Angeles Kings in fünf Spielen ausschieden.

Die Devils machen mit dem Transfer hingegen ihrer Prioritäten klar. Der Fokus liegt auf der Zukunft des Teams. Mit drei Prospects und zwei Draft Picks soll die Mannschaft in den kommenden Jahren breiter aufgestellt sein und für wenig Geld einen talentierten Kader ins Feld schicken.

Der Abgang von Hall mag wirken, als hätten die Devils das Handtuch geworfen, so einfach ist die Geschichte jedoch nicht. Halls Vertrag läuft nach dieser Saison aus und er kann zu einem Unrestricted Free Agent werden. Ein Spieler seiner Qualität ist ohnehin teuer: In der aktuellen Saison kassiert er laut capfriendly.com sechs Millionen US-Dollar. Er will sicherlich Teil eines Teams sein, das um die Playoffs und den Stanley Cup spielt, was die Devils derzeit nicht leisten können. Das würde Verhandlungen um eine Vertragsverlängerung weiter erschweren. Mit dem Transfer vom Montag schaffen die Devils Platz im Salary Cap, wodurch sie sich weiter für die Zukunft rüsten können.

Video: PHI@NJD: Hall bringt im Alleingang die Führung 

Als Fazit bleibt zu sagen, dass beide Teams Opfer gebracht haben, um ihre Prioritäten zu verfolgen, sich die aber leisten können. Die Devils werden durch Halls Abgang in dieser Saison geschwächt, die allerdings ohnehin alles andere als vielversprechend läuft. Dafür rüsten sie sich mit den neuen Prospects, den Draft Picks und zusätzlichem Platz im Salary Cap für die kommenden Jahre, um sich weiterzuentwickeln und mit neuen Kräften anzugreifen.

Die Coyotes sehen eine echte Chance auf den größten Erfolg seit Jahren und wollen diese nutzen. Sie gaben junge Spieler aus ihrer Organisation ab. In den vergangenen Jahren sammelten sie durch ihr schwaches Abschneiden aber genug Potenzial, um den fehlenden Draft Pick der ersten Runde und die Abgänge aus dem Farmteam verkraften zu können. Sollte Hall die erhofft Stärkung für die Offensive mit sich bringen, würden die Coyotes mit ihrer ohnehin starken Abwehr ihre Erfolgschancen deutlich steigern.

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