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Christian Ehrhoff nach wie vor ohne Verein

von Rob Vollman / NHL.com

Die meisten Teams der NHL haben ihre vier Top-Verteidiger an Bord. Jetzt besteht die Gelegenheit, die Belegschaft an der blauen Linie zu ergänzen – mit erfahrenen und kostengünstigen Free Agents.

Einige routinierte Defensivspieler aus dieser Kategorie sind immer noch auf dem Markt. Zum Teil haben sie eine enttäuschende Saison hinter sich oder sind gerade von einer Verletzung genesen. Dennoch besitzen sie die Qualität, dem Kader jeder NHL-Organisation die nötige Tiefe zu verleihen.

Obwohl der Blick dabei meist auf prominente Namen wie Kris Russel und Kyle Quincey gerichtet ist, gibt es weitere Verteidiger, die eine große Stütze sein können – sei es im Penalty Killing, im Abschluss oder bei der Unterstützung von jungen Teamkollegen.

Auf folgende vier Spieler sollten die Vereine dabei ein Auge haben:

Christian Ehrhoff: Der 34-Jährige musste schwer kämpfen, nachdem er am 23. August 2015 einen Einjahresvertrag bei den Los Angeles Kings unterzeichnet hatte. Zuletzt kam er bei den Kaliforniern kaum noch zum Einsatz, weshalb er am 26. Februar im Tausch mit Rob Scuderi von den Kings zu den Chicago Blackhawks wechselte.

Der schnelle Skater aus Deutschland vertritt Team Europa beim World Cup of Hockey 2016. Dort kann er das Momentum nutzen und sich für einen neuen Klub in der NHL empfehlen. Verdient hätte er es.

In seiner Glanzzeit kam Ehrhoff bei der Wahl der möglichen Norris-Trophy-Preisträger unter die Top 10. Das war in den Spielzeiten 2009-10 und 2010-11 bei den Vancouver Canucks. Richtig eingesetzt, kann er jederzeit wieder die 33 Punkte aus 79 Spielen erreichen, die er 2013-14 bei den Buffalo Sabres erzielte.

Er hat Stärken sowohl in der Defensive als auch in der Offensive. Wie Statistiken belegen, stieg die Quote der Schussversuche seines Teams um mehr als zwei Prozent, wenn Ehrhoff auf dem Eis stand.

Barret Jackman: Mit 35 Jahren hat Jackman seine beste Hockey-Zeit hinter sich. Aber er kann immer noch wertvolle Dienste leisten – vor allem beim Penalty Killing.

Jackman gewann 2002-03 die Calder Trophy und spielte die folgenden elf Spielzeiten bei den St. Louis Blues. Er zählte zu den besten Verteidigern. Seine Stärke bestand vor allem darin, die gegnerischen Stars aus dem Spiel zu nehmen. Die Offensive war dagegen seine Sache nicht. Die höchste Scorer-Punktzahl (27) erreichte er mit den Blues 2006-07. Letzte Saison brachte er es in 73 Begegnungen für die Nashville Predators lediglich auf fünf Punkte.

Allerdings hatte Jackman in Nashville eine eher untergeordnete Rolle auszufüllen. Er bekam die Aufgabe übertragen, jüngere Akteure in ihrer Entwicklung zu fördern. Er spielte an der Seite von Seth Jones, bevor der am 6. Januar im Tausch mit Ryan Johnson zu den Columbus Blue Jackets transferiert wurde. Danach bildete Jackman ein Pärchen mit Anthony Bitetto oder Ryan Ellis.

Was die Schussversuche anbelangt, behielten die Predators mit 902-722 die Oberhand über ihre Gegner, wenn Jackman seiner Arbeit auf dem Eis nachging. Die Schussquote erhöhte sich mit ihm von 51,5 auf 55, 5 Prozent.

Trotz dieses Erfolges wurde Jackman durchschnittlich nur 12:58 Minuten pro Partie eingesetzt. In Unterzahl waren es gar nur 50 Sekunden im Schnitt pro Begegnung. Am 30. Juni kaufte ihn sein Klub aus dem Vertrag heraus.

James Wisniewski: Nach 47 Sekunden in der ersten Partie war die letzte Saison für ihn wegen einer schweren Knieverletzung zu Ende. Aus diesem Grund hat niemand den 32-Jährigen so richtig auf der Rechnung in Sachen Free Agency. Er könnte jedoch die perfekte Ergänzung an der Seite eines jungen Verteidigers sein. Vor allem in Teams, die nach einem Defensivmann Ausschau halten, der mit der rechten Hand schießt.

Darüber hinaus lieferte Wisniewski ordentliche Scorer-Punktzahlen ab. Den Bestwert von 51 Zählern erreichte er 2011-12 im Trikot der New York Islanders und der Montreal Canadiens (10 Tore, 41 Vorlagen) sowie 2013-14 mit Columbus (7 Tore, 44 Vorlagen). Es folgten 34 Punkte (8 Tore, 26 Vorlagen) in der Saison 2014-15 im Dress der Blue Jackets und der Anaheim Ducks.

Außerdem stellte Wisniewski seine Effektivität beim Penalty Killing unter Beweis. In den vergangenen drei Spielzeiten stand er im Durchschnitt 1:52 Minuten auf dem Eis, wenn seine Mannschaft in Unterzahl spielen musste.

Marek Zidlicky: Der 39-jährige Verteidiger ist vielseitig einsetzbar und interpretiert seine Rolle nicht ausschließlich offensiv. Letzte Saison spielte der bei den New York Islanders meistens an der Seite von Thomas Hickey oder Brian Strait. Allerdings gehörte er nicht regelmäßig zum Kader. Deshalb betritt er nur 53 Begegnungen, in denen er 16 Punkte erzielte. Das war die schlechteste Ausbeute seiner zwölfjährigen NHL-Karriere. Seine durchschnittliche Eiszeit betrug 13:39, wenn beide Mannschaften komplett waren.

In den Spielzeiten 2012-13 bis 2014-15 verbuchte Zidlicky insgesamt 95 Punkte (23 Tore, 72 Vorlagen) in 213 Partien. Damit liegt er in dieser Zeitspanne gemeinsam mit Ryan McDonagh von den New York Rangers auf dem 27. Platz bei den Verteidigern in der NHL. Aus diesem Grund erscheinen 30 Punkte für Zidlicky in der kommenden Saison für seinen neuen Arbeitgeber durchaus im Bereich des Möglichen.

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