Skip to main content

Carter lernte Eishockey unter freiem Himmel

von Shawn Roarke / NHL.com

Ryan Carter kann nicht genug vom Eishockey unter freiem Himmel kriegen.

"Unter freiem Himmel, da liebe ich den Sport am meisten," schwärmt Carter, Offensivspieler der Minnesota Wild.

Diese Worte findet Carter nicht, weil er etwa einen Hang zum dramatischen hat, er wählt sie als er mitten in Aktion ist.

Für die meisten seiner Kollegen standen Ausflüge ins Warme, zum Golfen, Sonnen und Surfen auf dem Programm. An Schlittschuhlaufen und gefrorenes Eis dachte kaum einer während des 72 stündigen All-Star-Breaks. Carter jedoch blieb im Umland von Minneapolis.

Er machte sich auf zu den Freieisflächen auf dem White Bear Lake, Minnesota, die er schon als Kind seine Heimat waren.

"Nur ein paar Minuten von meinem Haus; ich bin da ganz früh am Morgen hin,” so Carter, dem ein riesiges Grinsen im Gesicht steht. "Das Eis ist gut. Die Stadt pflegt es mit Stolz. Frisches, sauberes Eis, sie nehmen sogar die Netze ab, damit sie nicht einschmelzen. Es war toll"

Ein weiteres Spiel unter freiem Himmel steht ihm schon bevor: Am Sonntag empfangen seine Wild die Chicago Blackhawks im TCF Stadium bei der 2016 Coors Light Stadium Series (9:30 p.m. CET).

Die Kringel, die er so früh drehte waren für Carter mehr als ein schwelgen in Erinnerung. Sie waren ein Abbild seiner Reise dahin, Teil eines der bedeutendsten Events der Liga zu sein. Bereits zum zweiten Mal nimmt er als NHL Spieler bei solch einer Outdoor Veranstaltung teil. Carter, 32 spielte 2014 im Yankee Stadium mit den New Jersey Devils gegen die New York Rangers.

Er kann sich noch sehr gut zurückerinnern an die Eisfläche, die sie hinter dem Haus gebaut haben, als er noch ein Kind war. Es war eine riesen Leistung von etlichen Familien, die über mehrere Grundstücke hinweg eine Fläche aufgebaut haben. Carter sprach davon, dass die Fläche sogar Banden hatte und beleuchtet war. Sie machte sogar den von der Stadt betriebenen Freiflächen, von denen drei fußläufig zu erreichen waren, Konkurrenz.

"Die Väter in der Nachbarschaft haben es richtig gemacht," so Carter

Für Carter war das wie ein Geschenk, besonders da er keiner Eishockeyfamilie entsprungen war. Er erzählte, dass er der erste in der Familie war der den Sport betrieb. So musste er sich alle Einzelheiten und Feinheiten des Spiels selbst beibringen. Die Eisfläche hinter dem Haus fungierte sozusagen als sein Klassenzimmer, das er nach der Schule bis mindestens zum Abendessen besuchte.

"Ich spielte einfach," so Carter. "Da sind die Kumpels in deinem Alter mit denen du Sachen ausprobierst und kleine Wettkämpfe machst. Da lernt man einiges über sich und wie man besser wird. Man kann vieles lernen, wenn man unter freiem Himmel zockt."

Manchmal hat die eine Hälfte der Nachbarschaft gegen die andere gespielt. Wann anders waren es die älteren Kinder gegen die jüngeren. Manchmal, wenn niemand anderes da war, war es Carter, der Puck und die Freiheit tun und lassen zu können was auch immer man sich vorstellen kann.

Diese Erinnerungen werden niemals vergehen.

Carter wurde zwar nicht gedrafted nachdem er für die Minnesota State University-Mankato spielte, erhielt 2006 aber einen Vertrag für die Minorleague von den Anaheim Ducks. 2007 wurde er in einem Spiel der Finalserie eingesetzt und gewann den Stanley Cup. Im Jahr 2012 erreichte er mit den Devils ein weiteres Mal das Finale, scheiterte jedoch.

Heute ist er Stammspieler in seiner Heimatstadt bei den Wild und hat bereits 459 NHL Spiele auf dem Buckel. Dennoch hat er seine Wurzeln im Eishockey nie vergessen; Die magischen Nachmittage in der Eiseskälte an denen er mit Freunden und Nachbarn gespielt und sich in das Spiel verlieben hat.

Am Sonntag im TFC Stadium wird er diese Liebe neu aufleben lassen.

"Ich schätze solche Gefühle wieder zu erleben," so Carter. "Wenn die kalte Luft auf dein Gesicht trifft, ist das ein ganz anderes Gefühl als in der Halle. Und dazu das andere Licht. Das weckt Erinnerungen. Dein Schweiß friert auf dem Gesicht an, dein Trikot wird steiff. Das ist klasse und bringt einen zurück in die Kindheit."

Mehr anzeigen