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Carl Soderberg Hoffnungsträger bei den Avs

von Stefan Herget / NHL.com

Die Überraschung war groß am Ende der regulären Saison 2013-14, als plötzlich die Colorado Avalanche mit dem ehemaligen Startorhüter Patrick Roy in seinem ersten Jahr als NHL-Trainer die starke Central Division noch vor den St. Louis Blues und insbesondere dem damaligen Titelverteidiger Chicago Blackhawks als Erstes abschlossen.

Eine kleine Ernüchterung folgte in den Playoffs, als bereits in der ersten Runde das Aus gegen die Minnesota Wild kam. Es folgte aber nur kurz darauf eine weitere, denn sowohl wegen fehlender Spielräume bei der Gehaltsobergrenze, als auch dem Streben des Spielers woanders hinziehen zu wollen geschuldet, verloren die Avalanche im darauf folgenden Sommer einen ihrer Spitzenstürmer, nämlich Paul Stastny an die Blues.

Ein Abgang, der nicht kompensiert werden konnte, obwohl mit Jarome Iginla ein prominenter Name gesichert werden konnte und es natürlich nicht der einzige Grund war, warum in der abgelaufenen Saison ein Rückfall in alte Zeiten passierte und die Playoffs verpasst wurden.

Nun musste das Management um Joe Sakic mit Stürmer Ryan O'Reilly erneut einen wichtigen Bestandteil des Teams ziehen lassen. Wegen fehlender Einigung zu einer Vertragsverlängerung wurde er am 27. Juni zu den Buffalo Sabres abgegeben.

Die junge Mannschaft wird trotzdem in der kommenden Saison unter Druck stehen, denn das Umfeld und insbesondere die Fans in Denver erwarten nach einigen Jahren der Entbehrungen beim Titelträger von 1996 und 2001 wieder vorne mitzuspielen und mittelfristig auch den erneuten Gewinn des Stanley Cups nach langer Durststrecke ins Auge fassen zu können.

Carl Soderberg heißt dafür die neue Hoffnung. Der 29-jährige Schwede wurde am 25. Juni von den Boston Bruins geholt und unterschrieb am Tag darauf einen Fünf-Jahres-Vertrag mit einem insgesamten Verdienst von 23,75 Millionen US-Dollar.

Es muss zwar das Trainingscamp abgewartet werden, aber es wird allgemein davon ausgegangen, dass Soderberg zwischen Kapitän und Landsmann Gabriel Landeskog, sowie Talent Nathan MacKinnon Center spielen wird.

„Sie sagten mir, sie wollen mich Center spielen lassen und sie mögen mein Spiel. Ich bin ein Zwei-Wege Center“, sagte Soderberg in einem Telefoninterview mit der Denver Post vergangene Woche. „Und sie haben einen Gedanken mich mit diesen zwei Jungs spielen zu lassen. Ich bin begeistert.“

Soderberg wäre gerne in Boston geblieben, aber die neue Herausforderung passt ihm sehr gut. „Ich wartete darauf, dass Boston wieder auf mich zukommen würde“, erzählte er der Zeitung. „Mein Agent sagte mir dann, wenn sie keinen Platz mehr für mich hätten, wäre Colorado an mir interessiert. Das gab es von meiner Seite überhaupt keine Zweifel. Colorado ist ein großartiger Eishockeyklub. Ich sagte ihm ‘Mach weiter' und dann ging alles ganz schnell.”

Am 1. Juli wäre Soderberg unrestricted Free Agent geworden, aber verzichtete darauf, den Markt zu testen, sondern entschied sich schon vorher das Angebot von General Manager Sakic anzunehmen. „Ich wollte das (Free Agency) nicht durchmachen und als Joe und Patrick sagten, dass sie an mir interessiert wären, wollte ich sofort in Colorado zusagen“, schilderte er seine Begeisterung.

In Malmö geboren, verbrachte Soderberg eine lange Zeit seiner Karriere in seiner Heimat. Erst nach dem Lockout kam er vor zwei Jahren in die NHL, obwohl ihn St. Louis bereits 2004 in der zweiten Runde an insgesamt 49. Stelle gedraftet hatten. Im Stanley Cup Finale 2013 seiner Bruins gegen Chicago war er weitegehend nur Zuschauer, doch die Zwänge der Gehaltsobergrenze und die folgenden Abgänge im Team waren seine Chance sich zu bewähren.

In der Saison 2013-14 war er schließlich fester Bestandteil der Mannschaft und holte in 73 Spielen 16 Tore und 32 Assists, also 48 Punkte, sowie sechs Punkte in 12 Partien der Playoffs. In 2014-15 waren es 13 Treffer und 31 Vorlagen in 82 Spielen.

Nicht ganz unbeteiligt an der Verpflichtung Soderbergs dürfte Landeskog gewesen sein, der bereits in der schwedischen Nationalmannschaft mit ihm zusammen gespielt hat.

Colorado hat für einen Spieler, der noch nicht lange in der NHL ist tief in die Tasche gegriffen. Ein Risiko und es wird sich herausstellen, ob Roy und Sakic einen guten Griff getan haben. Sollte Soderberg einschlagen, könnte er der Mannschaften den entscheidenden Kick geben, sich in der gut besetzten Central Division erneut durchzusetzen.

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