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Buffalo Sabres Umbau kurz vor der Vollendung

von Bernd Roesch / NHL.com

In der zweitgrößten Stadt des Bundesstaates New York hat Sport einen hohen Stellenwert. Hier sind die Buffalo Bills (NFL) und die Buffalo Sabres zuhause. So sehr sich American Football und Eishockey auch unterscheiden, eines haben beide Teams aus Buffalo gemeinsam: Ihre besten Zeiten liegen schon einige Jahre zurück und der ganz große Erfolg, der Gewinn einer Meisterschaft, blieb ihnen bisher verwehrt.

Die Sabres erreichten in ihrer Franchisegeschichte, die 1970 begann, zweimal ein Stanley Cup Finale. Im Jahre 1975 unterlagen sie mit einem Rene Robert, Gilbert Perreault und Richard Martin im Kader den Philadelphia Flyers in sechs Spielen. Bis zu ihrem nächsten Finaleinzug verging fast ein Vierteljahrhundert. 1999 war es dann endlich wieder so weit: Mit einem tschechischen Torwart, dem unvergessenen Dominik Hasek im Kasten, und einem slowakischen Torjäger, Miroslav Satan erzielte in der Spielzeit 1998/99 40 Tore, zogen sie in das Stanley Cup Finale ein, wo sie auf die Dallas Stars trafen und sich ihnen in sechs Spielen geschlagen geben mussten.

Nach der Jahrtausendwende hielten sich die Erfolge der Sabres in Grenzen. Immerhin erreichten sie noch zweimal ein Eastern Conference Finale (2006, 2007). Nachdem sie 2012 unter ihrem langjährigen Trainer Lindy Ruff die Playoffs verpasst hatten, entschied sich das Management einen Schnitt zu machen und eine Mannschaft für die Zukunft aufzubauen.

Die Sabres gingen ganz bewusst durch ein tiefes Tal, schlossen die Spielzeiten 2013/14 und 2014/15 als Tabellenletzter im Osten ab, und verlangten damit den Fans in dieser eishockeybegeisterten Region einiges an Geduld ab. Buffalo bekam durch den sportlichen Misserfolg frühe Züge bei den anstehenden Drafts und General Manager Tim Murray, sowie sein Vorgänger Darcy Regier, konnten sich dadurch die Rechte an jungen, vielversprechenden Talenten sichern.

Center Sam Reinhart war beim NHL Draft 2014 in der ersten Runde an Nummer 2 ihre Wahl gewesen und 2015 entschieden sie sich für Center Jack Eichel an Nummer 1. Auf den Weg in eine bessere Zukunft sollte sie Trainer Dan Bylsma führen. Im Sommer 2015 holten sie sich mit Center Ryan O'Reilly von den Colorado Avalanche einen Topmann, der in der vergangenen Spielzeit mit 21 Toren und 39 Assists in 71 Partien, die in ihn gesetzten Erwartungen vollauf erfüllen konnte. Auch die beiden Youngsters Reinhart (23 Tore, 19 Assists, 79 Spiele) und Eichel (24T, 32A, 81Sp) schlugen ein. Der erst 21-jährige finnische Verteidiger Rasmus Ristolainen feierte letzte Saison, in der er alle 82 Partien bestreiten konnte, mit neun Toren und 32 Vorlagen seinen Durchbruch.

Die Sabres verpassten zwar erneut die Stanley Cup Playoffs sind aber nun wieder eine interessante Adresse für den einen oder anderen Topspieler. Den Vertragspoker um Lightning Kapitän Steven Stamkos hat Buffalo zwar verloren, doch mit Kyle Okposo gelang es ihnen ein vielumworbenen Mann zu verpflichten. Der Rechtsaußen war bei den New York Islanders an der Seite von John Tavares ein Punktelieferant gewesen und dürfte mit seiner Erfahrung auch die jungen Center der Sabres in ihrer Entwicklung auf die nächste Stufe hieven.

In Buffalo gibt es für Okposo auch ein Wiedersehen mit seinem ehemaligen Teamkollegen Matt Moulson. Okposo gab zu, dass er sich vor der Vertragsunterzeichnung mit ihm unterhalten und nur Gutes über die Organisation der Sabres erfahren habe, dass alle mit denen er gesprochen habe begeistert von dem Team und der Community waren, die vor allem für Spieler mit Familie sehr zu empfehlen sei.

Obwohl die Sabres bereits 21 Spieler unter Vertrag genommen haben, verfügen sie noch über einen Spielraum von gut $11 Millionen beim Salary Cap für die kommende Saison und könnten damit nicht nur ihre beiden Restricted Free Agents Marcus Foligno, 24, und Zemkus Girgensons, 22, weiter an sich binden. Auf der Suche nach einem Backup für Robin Lehner im Tor ist sich Murray am Samstagabend mit den Blues einig geworden. Der Schwede Anders Nilsson kam im Tausch gegen einen Draft Pick der fünften Runde in die ehemalige Stahl- und Autostadt am östlichen Ende des Eriesees.

Der Umbau der Sabres steht kurz vor der Vollendung. Selbstverständlich zählen sie im kommenden Jahr noch nicht zum Favoritenkreis auf den Cupgewinn, doch eine Playoffteilnahme ist dieser jungen Mannschaft - mit Brian Gionta, 37, Cody McCormick, 33, Moulson, 32, und Verteidiger Josh Gorges, 32, sind nur vier Spieler älter als 30 Jahre - durchaus zuzutrauen.

Das soll dann auch nur der erste Schritt sein, hin zu einer glorreichen Zukunft.

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