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Bostons Stars strahlen beim Winter Classic

Bruins zeigen Comeback-Qualitäten - Pastrnak, Bergeron und Rask ragen heraus

von Christian Rupp @IamCR1 / NHL.com/de Autor

Die Boston Bruins entschieden das elfte NHL Winter Classic für sich und setzten sich mit 4:2 gegen die Chicago Blackhawks durch. 76.126 Zuschauer im ausverkauften Notre Dame Stadium sahen eine Mannschaft aus Boston, die Comeback-Qualitäten zeigte, deren Stars hell strahlten und die auch mit Gefahr aus der Tiefe aufwartete.

Comeback-Qualitäten bei perfekten Bedingungen

Es war bereits das dritte Mal, dass die Bruins in einem Winter Classic antreten durften. Nach 2010 (2:1 n.V. gegen die Philadelphia Flyers im Fenway Park) und 2016 (1:5 gegen die Montreal Canadiens im Gillette Stadium) war nun das alt-ehrwürdige Notre Dame Stadium der Austragungsort. In der Heimspielstätte der Fighting Irish, dem College-Football-Team der Universität von Notre Dame, verfolgten 76.126 Zuschauer das Freiluft-Spiel. Es war die zweitgrößte Kulisse in der Geschichte des Winter Classic (hinter dem 2:3 n.P. zwischen den Detroit Red Wings und Toronto Maple Leafs vor 105.491 Zuschauern im Michigan Stadium im Jahr 2014). Bei +1°C Außen- und -5°C Eis-Temperatur herrschten perfekte Bedingungen: Es gab weder blendende Sonneneinstrahlung noch Regen oder Schnee. "Es war überragend", schwärmte Bostons Stürmer Patrice Bergeron. "Die Fans waren näher dran als bei unseren letzten zwei Malen. Es war laut, das Wetter war grandios, es hat viel Spaß gemacht."

Wie schon bei den beiden Winter-Classic-Teilnahmen zuvor mussten die Bruins auch am Neujahrstag 2019 einen Rückstand aufholen. Gleich zweimal stimmte bei Boston die Zuordnung im Slot nicht. Das nutzten Chicagos Brendan Perlini beim 1:0 (9.) sowie der Deutsche Dominik Kahun beim 2:1 (32.) jeweils eiskalt aus. Boston aber zeigte Comeback-Qualitäten und kam trotz zweimaligem Rückstand zurück.

 

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Pastrnak, Bergeron, Marchand: Bostons Stars stahlen hell

Es waren vor allem die Stars der Bruins, die voran gingen. Die Top-Sturmreihe um Linksaußen Brad Marchand (ein Tor), Center Patrice Bergeron (ein Tor, ein Assist) und Rechtsaußen David Pastrnak (ein Tor, ein Assist) ragte mit kumuliert fünf Scorerpunkten (drei Tore, zwei Assists) heraus. Beim 1:1 stoppte Pastrnak einen Pass von Bergeron mit der Rückhand, ließ Torwart Cam Ward damit ins Leere laufen und vollendete (13.). Beim 2:2 vereitelte Bergeron, einer der besten Defensiv-Stürmer der Liga, erst eine Großchance von David Kampf und staubte kurz darauf nach einem Pastrnak-Schuss erfolgreich ab (39.). "Es war ein wichtiges Tor für uns, das uns zurückgebracht hat", erinnerte sich Bergeron. "Wir konnten mit dem zweiten Drittel nicht zufrieden sein, umso besser, dass wir uns im dritten dann gesteigert haben." Dort trat dann Marchand als dritter des Top-Trios in Erscheinung und markierte mit einem Schuss ins leere Tor den 4:2-Endstand (60.).

Video: BOS@CHI: Pastrnak schiebt den Puck flach rein

Kuraly sorgt für Gefahr aus der Tiefe

Zuvor hatte Sean Kuraly für die Bruins-Führung gesorgt: Zunächst hielt er die Scheibe durch einen starken Forecheck heiß und positionierte sich dann perfekt für einen Abstauber im Slot zum zwischenzeitlichen 3:2 (50.). Ein Treffer, der die harte Arbeit seiner Reihe belohnte: Neben Danton Heinen (zwei Schüsse, ein Check, ein Block, 10:58 Minuten Eiszeit) und Joakim Nordstrom (zwei Schüsse, drei Blocks, 13:14 Minuten Eiszeit) wusste Kuraly ebenfalls zu glänzen (ein Tor, fünf Schüsse, zwei Checks, 16:15 Minuten Eiszeit). "Er ragt in den wichtigen Spielen heraus", befand Marchand. "Seine Reihe spielt im Moment richtig gut. Wie sie arbeiten und den Puck erobern, das verdient Anerkennung."

Bostons dritte Reihe arbeitete hart in beide Richtungen, brachte viel Energie mit und erhielt auch deshalb jede Menge Eiszeit. "Sie sind so wichtig für unser Team", lobte Bergeron die Spieler aus der Tiefe. "Bei Verletzungen sind bislang viele eingesprungen und haben ihre Rolle in unserer Mannschaft gefunden. Das war auch heute wieder zu sehen." Bergeron selbst verpasste bereits 16 Spiele verletzt und wies erneut nach, wie wertvoll er für Boston ist. Mit 31 Scorerpunkten (zwölf Tore, 29 Assists) ist er trotz der Fehltage der drittbeste Scorer der Bruins. "Er ist ein unglaublicher Zwei-Wege-Spieler und spielt in den großen Spielen groß auf. Deswegen ist er unserer Anführer und dominiert in jedem Spiel. Wir schauen zu ihm auf", so Marchand.

Rask eiskalt: Torwart verdient sich Sonderlob

Video: BOS@CHI: Rask wehrt Kanes Chance im Alleingang ab

Doch damit nicht genug der Matchwinner. Mit Tuukka Rask verdiente sich auch der Goalie ein großes Sonderlob. Der 31-jährige Finne bestach mit seiner stoischen Ruhe, zeigte 36 Saves und kam auf eine Fangquote von 94,7 Prozent. Spektakulär vor allem seine Paraden gegen Blackhawks-Stürmer Patrick Kane, der gleich zweimal frei vor dem Bruins-Tor auftauchte (20., 60.), doch Rask blieb jeweils Sieger in diesem Duell. "Tuks ist ein Kämpfer, ein phänomenaler Goalie und ein unglaublicher Teamkollege. Er hat richtig gut gespielt, vor allem gegen Ende des Spiels, als der Gegner viele Chancen hatte, hat er gute Paraden gezeigt. Ich freue mich sehr für ihn", sagte Marchand.

Marchands Erinnerungen

Unter dem Strich konnten die Bruins also ein rundum positives Fazit unter ihren dritten Auftritt beim Winter Classic ziehen. "Wir haben jede Minute genossen. Es gibt viele Dinge, an die ich mich erinnern werde", schwärmte Marchand hinterher von dem Freiluft-Event und zählte auf: "Der Weg ins Stadion, die ganzen Leute, wie wir uns zurückgekämpft haben und auch die Begeisterung in den Gesichtern unserer Jungs nach dem Sieg in der Kabine." Der NHL-Alltag holt Boston bereits in der Nacht von Donnerstag auf Freitag (1 Uhr, MEZ) wieder ein - dann geht es gegen die Calgary Flames. "Es war nur ein Sieg, wenn auch ein ganz besonderer", richtet auch Marchand den Blick bereits nach vorne. "Hoffentlich können wir den Schwung mitnehmen."

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