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Brodeurs Höchstform nach olympischem Gold

von Dan Rosen / NHL.com

Die New Jersey Devils werden Martin Brodeur ehren, indem sie am 8. Februar vor dem Prudential Center eine Statue zu seinen Ehren enthüllen und vor dem Spiel gegen die Edmonton Oilers am 9. Februar seine Nummer 30 in den Ruhestand schicken. NHL.com gedenkt Brodeur mit einer Reihe von Berichten, die auf seine rekordbrechende und vermutlich Hall of Fame würdige Karriere zurückblicken.


Wie Brodeur Kanada zu olympischem Gold verhalf.

Bevor er seinem Land 2002 bei den Olympischen Spielen in Salt Lake nach 50 Jahren erstmals wieder zu olympischem Gold verhalf, wendete sich Martin Brodeur an Kanadas Executive Director, Wayne Gretzky, mit einer Bitte.

"Ich führte mehrere Gespräche mit Wayne und ich sagte ihm, dass ich spielen möchte, dass er mich nur eine Minute oder eine Sekunde ins Tor stellen möge, damit ich sagen kann, dass ich bei Olympia gespielt habe. Das war das Einzige, um was ich ihn bat. Es bedeutete ungefähr soviel wie 'Sollten wir 5-0 führen, dann wechsle mich ein, damit ich sagen kann, dass ich gespielt habe.'"

Brodeur durfte bei den Olympischen Spielen in Nagano 1998 nicht spielen. Auf dem Flug nach Japan wurde ihm mitgeteilt, dass Patrick Roy in jedem Spiel den Vorzug bekommen werde. Dementsprechend war es verständlich, dass er nun bei Gretzky nachhakte, um sicher zu gehen, dass er zumindest zu einem Einsatz kommt.

Gretzky lachte darüber, als er am Freitag in einem Telefoninterview an dieses Gespräch erinnert wurde und sagte, dass es seine Absicht gewesen sei in den ersten zwei Spielen Brodeur und Curtis Joseph abwechselnd einzusetzen, um dann zu schauen wohin Kanadas Weg führen wird.

"Zunächst glaubte ich, dass er mich veralbere, doch zu diesem Zeitpunkt war Pat [Quinn] unser Coach und Curtis hatte eine brillante Saison," sagte Gretzky. "Es war schwer zu entscheiden, wer von Beginn an im Tor stehen wird. Wir wussten, dass Beide ein Anrecht auf diese Chance hatten. Es war eine der schwierigsten Entscheidungen, die wir zu fällen hatten. Wer wird in Spiel 1 im Tor stehen."

Obwohl Brodeur der einzige Torwart im Kader war, der zweimal den Stanley Cup gewinnen konnte, und Joseph kein Cup Champion war, bekam dieser den Vorzug. Er hatte für die Toronto Maple Leafs, die Quinn trainierte, sehr gut gespielt.

Es änderte sich alles, nachdem Kanada das Auftaktmatch gegen Schweden mit 2-5 verloren hatte. In diesem Spiel waren aber Josephs Vorderleute weit schlechter als er selbst.

"Wir hatten uns überlegt, dass Curtis den Vorzug in Spiel 3 bekommt, wenn er Spiel 1 gewinnt und Marty Spiel 2", sagte Gretzky "Sollten wir aber Spiel 1 verlieren und mit Marty Spiel 2 gewinnen, dann bleibt er im Kasten. Das ist dann auch passiert. So hat es sich ergeben."

Brodeur verhalf Kanada zu einem 3-2 Sieg über Deutschland und zu einem 3-3 Unentschieden gegen Tschechien. Das reichte für Kanada zum Einzug in die Medaillenrunde, wo Brodeur nur noch vier Tore in drei KO-Spielen bis zum Gewinn der Goldmedaille zuließ.

Kanada gewann gegen Finnland 2-1 und überrollte Weißrussland mit 7-1 bevor sie im Finale die USA mit 5-2 bezwingen konnten.

"Ich wusste was Marty schon in seiner Karriere geleistet hatte. Ich kannte ihn gut genug und wusste wie schwer es ist gegen ihn zu treffen", sagte Gretzky "Sein guter Ruf ging ihm voraus. Als Organisation, Manager und Trainer, war uns klar was wir an ihm haben. Ich hatte eben erst meine Karriere beendet, hatte oft gegen ihn gespielt und kannte aus erster Hand wie gut er war. Er bekam von allen Rückhalt und wir waren in jeder Hinsicht im Tor gut aufgestellt."

Chris Pronger, Verteidiger für Kanada bei Olympia in Salt Lake City, sprach davon, dass der Torwartwechsel notwendig war und dass Brodeur mit seiner Erfahrung Ruhe in die Mannschaft brachte.

"Marty war auf dem Zenit seiner Karriere, hatte schon zweimal den Stanley Cup gewonnen. Er kannte sich mit Drucksituationen aus", sagte Pronger. "Ich erinnere mich daran, es stand 2-1 für uns gegen die USA, [Brett Hull] hatte einen Onetimer im Powerplay und ich dachte 'Verdammt, der ist drin'. Doch [Brodeur] kam irgendwie rüber und bekam noch seinen Schlittschuh an den Pfosten und wehrte ab. Das war wie Zauberei. Das Spiel endete 5-2, doch zu diesem Zeitpunkt stand es 2-1 und diese Aktion war enorm wichtig. Unverzüglich machten wir das 3-1."

Pronger sagte, dass Brodeurs Können den Puck zu spielen, den größten Unterschied für Kanada ausmachte.

"Das bringt ein zusätzliches Element ins Spiel. Es erlaubt dir dagegenzuhalten. Du musst dich nicht darum sorgen, ob du an den Puck kommst, denn er hat ihn schon", sagte Pronger. "Ich bin mir sicher New Jerseys Verteidiger können dir auch erzählen, dass er wie ein dritter Verteidiger war. Er spielte den Puck, stoppte ihn und legte ihn auf. [Joseph] war auch an der Scheibe gut, doch nicht annähernd so stark wie Marty. Er gab unserem Spiel zusätzliche Dynamik."

Etwas komisches passierte nach Brodeurs Rückkehr zu den Devils im Anschluss an den Olympischen Spielen.

Seine Popularität wuchs.

"Bevor ich Olympiagold gewonnen hatte, wurde ich kein einziges Mal mit der Vezina Trophy geehrt", sagte Brodeur, dem die Vezina Trophy viermal in den fünf Spielzeiten von 2002-08 überreicht wurde. "Ich glaube, dass die Leute mich erst bemerkt haben, nachdem ich aus dem Umfeld der New Jersey Devils herausgetreten war."

Das hing natürlich auch damit zusammen, auf welche Art und Weise die Devils ihre Spiele gewonnen haben, sagte Pronger.

"Man sprach davon, dass es das langweiligste Eishockey zum Zuschauen sei das es gibt und so weiter und so fort", sagte Pronger. "Aber achtet auf seine Stocktechnik in der Rundung oder wie er mit Pässen Konter eingeleitet hat."

Das für Kanada Vollbrachte war Brodeurs Vermächtnis. Er war schon zweifacher Stanley Cup Champion gewesen, doch nun war er auch Kanadas Torwart.

"Darum bedeutet mir Team Canada so viel", sagte Brodeur. "Sie haben mich auf einen Sockel gestellt und plötzlich begannen die Leute Notiz von mir zu nehmen. Ich durfte gewinnen und diese großen Spiele bestreiten. Hockey Canada wird immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben. Es gibt Momente in einer Karriere, die dich prägen und das war einer dieser Momente für mich."

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