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Brodeur genießt Assistenz GM der Blues zu sein

von Dan Rosen / NHL.com

NHL.com's Frage&Antwort Rubrik "Fünf Fragen an…" läuft über die gesamte Saison hinweg. Wir sprechen mit Schlüsselfiguren des Sports und stellen ihnen Fragen, um Einblick in ihr Leben, ihre Karriere und die neuesten Schlagzeilen zu erlangen.

Die neueste Ausgabe mit St. Louis Blues Assistenz General Manager Martin Brodeur:


Was bedeutet es für dich, aus der Position heraus, die du nun bei den Blues innehast, den Lauf durch die ersten zwei Runden in die dritte zu verfolgen. Auch unter Berücksichtigung, dass du das auf diese Weise noch nie zuvor erlebt hast?

"Oh, das macht wirklich Spaß. Ich bin nicht hier um Spiele zu gewinnen oder zu verlieren. Ich bin hier um etwas für meine Zukunft im Eishockey zu lernen. Ich bin in der Situation, dass ich für eine tolle Organisation arbeiten darf, die zurzeit erfolgreich ist und das nehme ich alles mit. Deren Lauf ist großartig, doch ich bin nicht für Siege und Niederlagen verantwortlich. Stattdessen bekomme ich mit, wie eine Organisation mit seinen Nachwuchsspielern auf der Amateur- und auf der Profiseite umgeht. Ich bekomme auch etwas vom Business mit - jedoch nicht so viel. Für mich ist das alles sehr positiv. Da ich in St. Louis lebe, bekomme ich noch stärker ein Gespür für diese Organisation, merke was die Fans hier alles in den letzten zehn Jahren oder so durchgemacht haben, dass sie nun Erfolge geliefert bekommen, wie sie das elektrisiert und wie dankbar sie den St. Louis Blues, der Eigentümergruppe und den Spielern sind. Nun merken sie, dass sich etwas erfüllt."

Was hast du gelernt? Was kann jemand in deiner Position aus einem Playoffrun herausholen?



"Gut, als Spieler lernst du wie man gewinnt. Auf den Erfolg folgt aber auch Enttäuschung. Es kommt darauf an, wie du mit den Hochs und Tiefs umgehst. Wenn du hier oben sitzt, dann fühlst du nicht so viel. Du bist enttäuscht oder wirklich glücklich, doch du merkst das nicht die ganze Zeit. Für mich ist das ziemlich interessant. Es ist seltsam, wenn ich die Arena verlasse, dann verlasse ich halt die Arena. Auf eine gewisse Weise ist man ein Fan, besonders zu dieser Zeit des Jahres, wenn man nicht mehr scoutet. Du bist auf Achse und schaust dir andere Spiele an, doch es gibt nicht wirklich viel zu tun, bis wir beginnen uns auf den Draft vorzubereiten. Ich bekomme einen Überblick, aber jetzt befinde ich mich auf einer richtigen Spaßtour. Noch einmal, ich treffe hier keine Entscheidungen in irgendeiner Weise. Ich bin mir sicher, wenn du die gleichen Fragen [Blues GM] Doug [Armstrong] stellen würdest, würde er dir völlig andere Antworten geben. Es ist schwerer, wenn du in der Verantwortung stehst. Wir sind da, wir genießen diesen Aufenthalt und ich weiß, dass ich in ein paar Wochen Verpflichtungen für die Organisation habe, die ich erfüllen muss. Wir haben unsere Amateurtreffen, der Draft steht an - aber das Team spielt. Als Spieler lebst du den Augenblick, doch das was wir machen ist weitsichtiger. Du schaust dir Kids an, die du verpflichten möchtest, die Minor League Teams kommen ins Spiel, Prospects, Free Agents, die wir behalten oder gehen lassen möchten. Auf dieser Stufe musst du das Gesamte sehen, wenn du das nicht verinnerlichst, wenn du ein Spieler bist, dann siehst du nur den Moment und du achtest auf nichts anderes. Du machst dir keine Gedanken über die Jungs in den Minors oder über die Junioren. Teil des Managements zu sein ist eine ganz andere Sache. Niemand kommt sich in die Federn. Ich streite nicht mit meinem Boss oder einem Mitarbeiter, doch in einer Eishockeymannschaft machst du das."

Wenn du dir oben vom Pressebereich aus ein Eishockeyspiel ansiehst, bist du da voll mit dabei? Bist du bei Doug Armstrong, verfolgst du das Spiel, die Saves, die Tore emotional? Bist du gefühlsmäßig involviert?

"Oh, ich bin vollkommen dabei. Ich habe so viel Zeit mit ihnen verbracht, mit dem Trainergespann und mit Doug. Ich bin bei jedem einzelnen Spiel in den Playoffs mit dabei. Du bist mit dem Team, für das du arbeitest, emotional verbunden. Al MacInnis ist auch immer bei uns. Wir spielen oben das Spiel genauso mit, wie die da unten."

Was hältst du von Brian Elliott und was hat er für die Blues in den Playoffs schon alles geschafft?



"Er ist ein Wettbewerbstyp, das ist seine größte Stärke. Er gibt niemals auf. Er geht raus und trainiert sehr hart. Manchmal spielt es als Torwart keine Rolle wie gut du bist, sondern es muss nur für dich laufen. Für ihn war es eine solche Saison. Jake [Allen] hatte zur Mitte der Saison den Posten als Nummer 1 übernommen, er verletzte sich in Anaheim und Ellis bekam die Chance. Man muss ihm auch anrechnen, dass er nie mit seiner Situation unzufrieden war. Er unterstützte die Mannschaft. Alles war er jetzt erlebt, hat er sich verdient, denn er hat es sich selbst ermöglicht. Es war irgendwie nett, denn die gesamte Organisation war im Stillstand bis der Erfolg kam. Sie hatten gute Teams, kamen aber nicht über den letzten Berg. Ells war ein Teil von ihnen. Dementsprechend sind Kerle wie er und [David] Backes und [Alex] Pietrangelo besondere Faktoren - sie spielen nicht nur in der Mannschaft. Sie sind der Grund, warum wir hier stehen, wo wir stehen. Du denkst immer über erfolgreiche Teams nach, doch du musst harte Zeiten mitmachen, bevor du erfolgreich bist. Bei den Detroit Red Wings war es ähnlich. In New Jersey haben wir '95 den Cup gewonnen, aber in den folgenden vier Jahren konnten wir nicht einmal daran schnuppern. Wie du weißt zogen wir in den nächsten vier Jahren dreimal ins Stanley Cup Finale ein - 2000, 2001 und 2003. Man lernt daraus, du wächst, du fügst Puzzle- für Puzzlestück hinzu, lernst die die Organisation zu verstehen und woher es kommt. Wenn es Klick macht, dann kann Großes passieren."

Was denkst du über Ben Bishop's Verletzung in Spiel 1 des Eastern Conference Finales?

"Na, das war wirklich sonderbar. Ich wusste nicht wie er sich verletzt hat und weiß es noch immer nicht. Selbstverständlich halten sie sich über Verletzungen bedeckt, aber es ist auch ein Unglück. Im zweiten Jahr in Folge verletzt er sich. Das ist hart. Er ist ein Wettkämpfer. Hoffentlich kommt er wieder zurück. Wenn du vom Gewinn des Stanley Cups träumen darfst und dann nicht gesund bist, dann ist das unglücklich. Er ist schon rückwärts gefallen. Wenn du ihm beim Warmmachen zusiehst, dann macht er jedoch die ganze Zeit diese Bewegung."

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