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Blues-Verteidiger müssen eine Schippe drauflegen

Elf Gegentore in den letzten drei Spielen - Bouwmeester und Parayko erstmals in der Serie mit negativer Plus-/Minus-Statistik

von Christian Treptow @NHLde / NHL.com/de Autor

Jetzt hat es die St. Louis Blues also doch auswärts erwischt. Die Mannschaft von Trainer Craig Berube kassierte in Spiel 4 in der zweiten Runde der Stanley Cup Playoffs der Western Conference eine 2:4-Niederlage bei den Dallas Stars. Das Team aus Texas schaffte damit den 2:2-Ausgleich in der Serie. Es war die erste Niederlage der Blues in der Fremde in den diesjährigen Playoffs. Die vorherigen vier Partien in Winnipeg und Dallas hatte die Mannschaft aus Missouri gewonnen. Es war erst das zweite Mal, seit die Blues 1967 in die NHL gekommen sind, dass ihnen dies gelungen ist. Das erste Mal war 1969.

Es war irgendwie klar, dass die Serie nicht ewig halten würde. Und doch hat sich deren Ende in den letzten Spielen schon ein wenig angedeutet. In Spiel 3 lieferten sich die Stars und die Blues in den letzten sieben Minuten einen wilden Schlagabtausch, aus dem die Blues noch mit 4:3 als Sieger hervorgingen. Doch auch da zeigte sich schon, dass Berubes Team die eine oder andere Lücke in der Defensive anbietet. So war es auch in Spiel 4 in Dallas. 

 

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Dabei ging es eigentlich gut los für die Gäste. Nach fünf Minuten hatte Vladimir Tarasenko St. Louis in Überzahl in Führung gebracht. Es war das fünfte Tor des Russen in den aktuellen Playoffs. Doch die Dallas Stars waren an diesem Abend nicht zu stoppen. "Dallas war verzweifelt. Und wir haben nicht entsprechend dagegengehalten. Im dritten Drittel war es dann besser", konstatierte Berube.

"Dallas hat von Beginn an viel Druck gemacht. Wir wussten, was auf uns zukommt. Die Stars lagen 1:2 hinten, spielten zu Hause … Nach dem zweiten Drittel haben wir uns zusammengerissen und ein gutes drittes Drittel gespielt. Jetzt müssen wir uns auf die nächste Partie vorbereiten", meinte Blues-Torwart Jordan Binnington, der wie sein Gegenüber Ben Bishop 27 Saves verzeichnete. "Wir haben auf den frühen Druck keine Antwort gefunden. Dabei war es eigentlich gut, dass wir früh in Führung gegangen sind", sagte Blues-Kapitän Ryan O'Reilly.

Der Knackpunkt: Nach dem zweiten Drittel lagen die Blues schon 1:4 zurück, weil bei den Stars die Umstellungen von Trainer Jim Montgomery in den ersten beiden Sturmreihen griffen. Jason Dickinson glich die Führung der Gäste aus, Jason Spezza sorgte kurz vor Ende des ersten Drittels für die erste Führung der Gastgeber. Diese bauten sie im Mittelabschnitt durch Tore von Verteidiger John Klingberg und Rookie Roope Hintz aus. Das war dann so etwas wie die Vorentscheidung, auch wenn die Blues natürlich noch Hoffnung auf ein Comeback hatten. Schließlich hatten sie diese Qualitäten auch schon in der bisherigen K.o.-Runde unter Beweis gestellt. Doch die Abwehr der Texaner hielt - bis auf den Treffer von Robert Thomas zur Mitte des Schlussabschnitts.  

Video: STL@DAL, Sp4: Spezzas PP-Hammer gegen Binnington

Auffällig ist in den letzten Partien, dass die St. Louis Blues mehr Gegentore kassieren als zuvor. In den letzten drei Spielen der Serie gegen die Winnipeg Jets haben sie nur sechs Gegentore zugelassen. In den letzten drei Spielen gegen Dallas leuchtete schon elfmal die rote Lampe hinter dem Tor von Binnington auf. Wenn sich die Blues weiter Hoffnungen auf das Erreichen der nächsten Runde oder gar mehr machen wollen, müssen sie im nächsten Spiel wieder zu der Stabilität vor dem eigenen Tor finden, die sie bislang ausgezeichnet hatte. 

Und falls es noch einen statistischen Beweis dafür brauche, dass die Blues in der Defensive eine Schippe drauflegen müssen, reicht ein Blick in die Plus-/Minus-Statistik. Dort hatten nämlich Jay Bouwmeester und Colton Parayko zum ersten Mal in dieser Serie negative Werte nach der Schlusssirene vorzuweisen. Bei beiden stand eine minus 2. Und das bei den Verteidigern, die hinten dafür sorgen sollen, dass der Laden dicht bleibt. Auch Robert Bortuzzo hatte mit minus 1 einen negativen Wert. Lediglich bei Alex Pietrangelo stand plus 1. 

Natürlich haben die St. Louis Blues die Serie noch nicht verloren. Es steht 2:2. Aus der Best-of-7-Serie ist quasi eine Best-of-3-Serie geworden. "Wir müssen jetzt die entsprechenden Veränderungen vornehmen", sagte O'Reilly. "Wir sind enttäuscht. Aber ich bin auch zuversichtlich, dass wir uns wieder fangen werden." Spiel 5 findet am Freitag (Ortszeit) in St. Louis statt.

Video: STL@DAL, Sp4: Tarasenko trifft gegen Bishop im PP

Und dann sollten sich die St. Louis Blues wirklich gefangen haben. Denn die Dallas Stars sind in der gleichen Situation wie in der Serie gegen die Nashville Predators. Auch da lagen sie 1:2 in der Serie zurück - und gewannen 4:2. Allerdings: Die Blues haben genügend Qualität im Kader, um sich wieder zu fangen. Das gilt vor allem auch für Bouwmeester und Parayko, die ihre Fähigkeiten schon in der Serie gegen die Jets unter Beweis gestellt haben. 

Mit dem dritten Sieg in der Serie in Dallas hätten die Blues schon für eine Vorentscheidung zu ihren Gunsten in diesem Duell sorgen können. Sie müssen jetzt die schlechte Leistung aus den Dritteln eins und zwei in Spiel vier vergessen und an die ordentliche Leistung aus dem Schlussabschnitt anknüpfen. Dann haben sie eine realistische Chance, ihrer Favoritenrolle in der Serie gerecht zu werden. 

Das fünfte Spiel der Best-of-7-Serie findet am Freitag um 9:30 p.m. ET (NBCSN, SN, SN360, TVAS; Sa. 3:30 Uhr MESZ) im Enterprise Center in St. Louis statt.

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