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Penguins müssen Columbus Euphorie stoppen

Blue Jackets sind nach ihrem Heimsieg ein gefährlicher Gegner für Pittsburgh

von Stefan Herget / NHL.com/de Chefautor

Hurra, wir leben noch! Frei nach dem Schlager von Milva aus den 80er Jahren, den etwas ältere Leser noch kennen werden, so fühlten sich die Columbus Blue Jackets am Dienstag nach ihrem umkämpften 5-4 Erfolg gegen die Pittsburgh Penguins in Spiel 4 der ersten Runde in der Eastern Conference. Nach dem 0-3 in der Serie hieß es nur "Siegen oder Fliegen".

Nachdem Columbus in den Playoffs 2009 gegen die Detroit Red Wings in vier Spielen und den Penguins in den Playoffs 2013 in sechs Spielen unterlegen waren, wollten sie in diesem Jahr den "Sweep" auf jeden Fall vermeiden und ihre Chance suchen, irgendwie in der Serie zurück zu kommen.

Nicht ausgerechnet in diesem Jahr, das in der regulären Saison so erfolgreich verlief. Die Blue Jackets fuhren 16 Siege in Folge ein und scheiterten nur um ein Spiel am NHL Rekord. Sie holten Franchise Rekorde bei den Siegen (50) und Punkten (108) und schlossen die Liga als viertbeste Mannschaft ab.

Nachdem sie ihre beiden Playoff Siege 2013 in der Verlängerung einfuhren, war es der erste Sieg der Franchise Geschichte nach regulärer Spielzeit. Die Vorgabe von Trainer John Tortorella vor dem Spiel war denkbar einfach: "Ich wollte einfach nur, dass sie sehen, wie es ist, mit dieser Mannschaft ein Playoff Spiel zu gewinnen."

Video: PIT@CBJ, Sp4: Nutivaara trifft im 1. Playoff Spiel

Seine Mannschaft zeigte von Beginn an, dass sie das bessere Ende für sich haben wollten und warfen alle in die Zweikämpfe, fighteten um jeden Zentimeter und hatten so auch häufig das Scheibenglück.

"Du verdienst dir das", sagte Pittsburghs Kapitän Sidney Crosby anerkennend. "Sie waren besser. Sie haben den Sieg verdient. Wir hatten nicht die Leidenschaft, die wir gebraucht hätten, um dieses Spiel zu gewinnen."

Fünf verschiedene Torschützen auf Seiten der Blue Jackets zeigt die mannschaftliche Geschlossenheit, welche Columbus an den Tag legte. 3-0 führten sie nach 25 Minuten Spielzeit, ehe die Penguins durch zwei Tore wieder herankamen und ab dem Zeitpunkt besser präsent waren.

"Das Wichtigste bei alle dem war, dass wir etwas geknickt waren, aber wir trafen gleich wieder", sagte Tortorella zutreffend. "Als sie näher kamen, waren wir wieder am Zug und erzielten ein Tor."

William Karlsson nahm den Gästen mit dem 4-2 nur 27 Sekunden nach Beginn des dritten Drittels den Wind aus den Segeln. Erfreulich aus deutscher Sicht, dass sich in der 43. Minute Tom Kühnhackl ebenfalls in die Torschützenliste eintragen konnte und für Pittsburgh auf 4-3 verkürzen konnte. Doch etwas mehr als drei Minuten später stellte Boone Jenner den alten Abstand wieder her, der bis in die letzte Minute Bestand hatte, ehe Jake Guentzel 27,5 Sekunden vor der Sirene und damit zu spät, die Penguins noch einmal heranbrachte.

Trotzdem war es für Guentzel und die Historie ein besonderer Treffer. Mit seinem fünften Treffer in den Playoffs wurde der Penguins Rookie, der erste Spieler seit Maurice Richard von den Montreal Canadiens im Jahr 1944, der diese Anzahl Tore in den ersten vier Playoff Spielen seiner Karriere erzielen konnte.

Auf Columbus wird dieser Sieg befreiend wirken, denn die Gefahr erneut zu Hause und ohne Sieg eliminiert zu werden, wurde gebannt. Der Weg in der Serie zurück zu kommen ist allerdings ein weiter. Nur vier Mannschaften, zuletzt die Los Angeles Kings im Jahr 2014, haben es in der langen Geschichte der NHL geschafft, ein 0-3 in der Serie zu drehen.

Video: PIT@CBJ, Sp4: Karlsson erzielt erstes Playoff Tor

Pittsburgh wird seinerseits wissen, was die Stunde geschlagen hat, einen fast schon leblosen Gegner wieder durch Nachlässigkeiten zu beatmen. "Ich denke nicht, dass wir gut genug waren", sagte Penguins Trainer Mike Sullivan. "Man muss ihnen Lob zollen. Sie kamen mit viel Einsatz heraus. Wir haben natürlich vor dem Spiel darüber gesprochen, bereit zu sein."  

Spiel 5 findet am Donnerstag (7 p.m. ET; NHLN, SN, TVA Sports 2, ROOT, FS-O) in der PPG Paints Arena in Pittsburgh statt. Vielleicht bewegt die Niederlage Sullivan dazu, eine Änderung in der Verteidigung vorzunehmen und gibt dem einsatzbereiten Schweizer Mark Streit eine Chance. 

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