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Blashill tritt in Detroit in große Fußstapfen

von Stefan Herget / NHL.com

Bei den Detroit Red Wings wird mit Beginn des Trainingscamps in der kommenden Woche eine neue Ära eingeläutet. Nach zehn Jahren Mike Babcock als Cheftrainer wird erstmals ein Neuer das Sagen auf dem Eis haben. Jeff Blashill beerbt den später zu den Toronto Maple Leafs abgewanderten Babcock.

Blashill war indes die naheliegendeste Lösung für General Manager Ken Holland. Der 41-jährige US-Amerikaner war Assistenztrainer unter Babcock in der Saison 2011-12 und seit drei Jahren Cheftrainer bei Detroits AHL Farmteam Grand Rapids. Mit denen gewann er 2013 den Calder Cup, wurde Trainer des Jahres 2014 in der AHL und erreichte das Western Conference Finale 2015.

Gebürtig ist er in Southfield, einem Vorort von Detroit, wuchs aber in Sault Ste. Marie, ebenfalls im Bundesstaat Michigan auf. Ein absoluter Lokalpatriot also. In seiner aktiven Zeit als Torhüter kam Blashill nicht über den Junioren- und Universitätsbereich hinaus, weswegen er bereits frühzeitig, nämlich schon im Alter von 25 Jahren, ins Trainergeschäft einstieg. Diese Entscheidung wid nun mit der Beförderung in die NHL gekrönt.

Blashill wird in der kommenden Saison der zweitjüngste Trainer nach dem 40-jährigen John Hynes von den New Jersey Devils sein. Das könnte seinem Draht zu den jungen Spielern förderlich sein.

Einer davon ist Center Dylan Larkin, der Erstrundenzug der Red Wings im NHL Draft 2014 an insgesamt 15. Position, der bereits in der abgelaufenen Spielzeit unter Blashill in der AHL gespielt hat.

„Er ist ein großartiger Trainer“, sagt Larkin von Blashill. “Man kann ihn gut erreichen, wenn er nicht im Dienst ist und im Dienst ist er wirklich gewissenhaft. Er hat ein richtig gutes Netzwerk und kennt seine Spieler und weiß wie sie sich fühlen. Er kümmert sich um sie und ich glaube, wenn dem so ist, dann macht es das einfacher, für ihn zu spielen, ihm zuzuhören und ihn das abzukaufen, was er sagt.“

Blashill selbst sieht die Bindung zu den jungen Spielern als wichtig an, insbesondere für deren Wandel zu einem NHL-Profi, aber es injiziere und garantiere keinen Erfolg. „Ich sehe, dass es bei der Umstellung hilft und es wird Respekt erarbeitet auf beiden Seiten“, sagte er gegenüber NHL.com. „Ich glaube ich hatte die Möglichkeit mir den Respekt von vielen Jungs, die ich trainiert habe, zu verdienen und umgekehrt. Sie hatten die Möglichkeit viel Respekt von mir zu verdienen.”

Auch die Beziehung zu Babcock, auf den Blashill beim Saisonauftakt am 9. Oktober gleich treffen wird, weil das Spiel Detroit gegen Toronto auf dem Plan steht, war selbstverständlich ein Thema. „Es ist schwierig eine Sache in Worte zu fassen, die ich von Mike gelernt habe“, erzählte er. „Ich glaube ich kann von Glück sagen, dass ich mit einigen wirklich guten Leuten, wirklich guten Trainern zusammenarbeiten durfte und Mike ist ganz oben auf der Liste. Ich lernte Unmengen von verschiedenen Sachen. (…) Ich glaube es steht außer Frage, dass seine Vorbereitung und Aufmerksamkeit für Details etwas war, was ich als einen wahrhaften Grund für seinen Erfolg wahrgenommen habe.“

Es wird nicht leicht bei den Red Wings in die Fußstapfen von Babcock zu treten, der immerhin ein Jahrzehnt lang seriöse Arbeit beim dauerhaften Titelanwärter abgeliefert hatte. Auch wenn die Erfolge gerade in den Playoffs in den vergangenen Jahren zu Wünschen übrig ließen, sechs Jahre lang war spätestens in der zweiten Runde Schluss, hat er vor allem mit seinem Stanley Cup Gewinn 2008 und dem Finaleinzug 2009 Maßstäbe gesetzt.

Immerhin hat Babcock trotz nicht immer leichten Umständen, wie phasenweisem Verletzungspech, die Qualifikation zu den Stanley Cup Playoffs stets erreicht. Blashill wird sich diesem Druck stellen müssen.

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