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Blackhawks Hossa spielt eine seiner besten Saisons

von Matt McKenzie / NHL.com
Marian Hossa hat einen Stanley Cup gewonnen. Er wurde für das All-Rookie Team der NHL ausgewählt und kann sich mit fünf Teilnahmen an All-Star-Spielen brüsten, darunter das am 29. Januar 2012 in Ottawa stattfindende NHL All-Star-Spiel zu Ehren Tim Hortons.

Doch ein Triumph ist ihm in seinen 15 Jahren in der NHL bisher verwehrt geblieben – der Gewinn der Hart Trophy, die dem wertvollsten Spieler der Liga verliehen wird. Sein bisher höchster Saisonabschluss war mit Atlanta 2005/06, als er mit einem Karriererekord von 100 Punkten Zehnter wurde.

Dank einer herausragenden ersten Hälfte in der laufenden Saison steht der rechte Flügelspieler der Blackhawks aber im aktuellen Titelrennen sehr gut da – was Punkte, Assists, Plus/Minus und Punkte pro Spiel angeht, liegt er unter den besten 15.

Seitdem der 33-jährige Slowake im Jahr 2009 einen Vertrag über zwölf Jahre und 62,8 Millionen US-Dollar unterschrieben hatte, stand er in der „Windy City“ unter ständiger Beobachtung. Jetzt, im dritten Jahr in Chicago, könnte es für Hossa kaum besser laufen. In sämtlichen Statistiken nähert sich der Spieler schon nach der ersten Hälfte der Saison den Gesamtwertungen, die er in den kompletten letzten beiden Blackhawk-Spielzeiten erreichte.

„Hossa hat in den ersten 46 Spielen Abend für Abend zuverlässig Leistung gezeigt“, sagte Marc Bergevin, Assistant General Manager der Blackhawks. „Er treibt die Reihe an. Egal, in welcher Reihe er spielt – sie liefert Ergebnisse.“

In den ersten 45 Spielen erzielte Hossa für Chicago beeindruckende 48 Punkte. Damit ist der Slowake auf Kurs für sein bestes Jahr in dieser Kategorie, seitdem er vor sechs Spielzeiten mit den Thrashers die Hundertermarke knackte.

Eddie Olczyk, der frühere NHL-Spieler und Coach, der mittlerweile als leitender Eishockeyanalyst für die NBC und bei lokalen Spielen der Blackhawks tätig ist, führt Hossas starken Start auf zwei Hauptfaktoren zurück: seine Gesundheit und seine Ausdauer.

„Kein Zweifel, Marian ging in Topform und gesund ins Trainingslager. Und genau deshalb konnte er in dieser Spielzeit der Spieler sein, als den ich ihn kennengelernt habe“, so Olczyk.

In den beiden vorherigen Saisons musste Hossa insgesamt 42 Spiele verletzungsbedingt aussetzen. 2011/12 jedoch stand er mit einer Ausnahme bei allen Spielen auf dem Eis und zeigte eine beeindruckende Leistung. Auch dank seinen 48 Punkten, 31 Assists und einer Plus-23-Wertung spielen die Blackhawks nach der Hälfte der Saison in der Central Division vorne mit.
Wie Olczyk weiter anmerkt, war diese Off-Season das erste Mal seit längerer Zeit, dass Hossa Luft holen konnte und nicht das ganze Jahr hindurch mit Eishockey beschäftigt war.

„Man darf nicht vergessen, dass dieser Spieler immer und immer wieder um den Stanley Cup spielte“, so Olczyk. „Hinzu kamen die olympischen Winterspiele (2010, bei denen Hossa Assistenzkapitän der slowakischen Nationalmannschaft war). So etwas macht sich bei jedem Athleten bemerkbar.

Jetzt konnte er sich ausruhen und musste nicht 82 reguläre Spiele und dann vier Playoff-Runden absolvieren. Und so konnte er jetzt eben auch diesen hervorragenden Start hinlegen und war von Tag 1 dieser Saison an der Blackhawk mit der zuverlässigsten Leistung.“

Allerdings sind Hossas Punkte nur eine Seite. Mit seinem Spiel konnte er außerdem zwei andere Stars der Blackhawks – Patrick Kane und Jonathan Toews – anstecken.

Zum Saisonbeginn spielte Hossa als rechter Flügelspieler in der zweiten Linie des Teams, mit Kane als Center. Das Duo flog dem Gegner nur so davon und erzielte gemeinsam 31 Punkte für Chicago in den ersten 15 Spielen. Gleichzeitig hatte Toews in der ersten Linie der Blackhawks allerdings Probleme, zu seiner Form zu finden.

Coach Joel Quenneville ordnete deshalb einen Wechsel an, und Hossa spielte fortan mit Toews. Die Ergebnisse zeigten sich fast sofort: Toews machte in den ersten fünf Spielen nach der Umstellung fünf Tore und zehn Punkte.

„Das zeigt doch, welchen Einfluss Marian Hossa hat, nicht nur als einzelner Spieler, sondern auf das gesamte Team“, so Olczyk. „Egal, neben wem er spielt, er treibt die anderen zu Höchstleistungen an.“

Bergevin ergänzte: „Mit Hossa haben wir nun zwei gute Scoring Lines. Und wenn wir gegen Teams antreten, die mit Checking Line spielen, müssen die entscheiden, mit welcher sie es aufnehmen wollen.“

Doch auch die Leistung, die Hossa am anderen Ende des Spielfelds bringt, sollte nicht übersehen werden. Bergevin bezeichnet Hossa als „besten defensiven Angreifer der Liga“ – ein Titel, dem Olczyk zustimmt.

„Ich habe diesen Sport selbst lange aktiv betrieben und sitze nun schon seit sechs Jahren für die NBC in der Sprecherkabine. Es ist schwer, einen besseren Puck-Jäger zu finden als Hossa“, so Olczyk.
„Damit meine ich, dass Hossa die Fähigkeit besitzt, den gegnerischen puckführenden Spieler in seinen Optionen einzuschränken. Seine Winkel sind toll und hat diesen herausragenden Instinkt, mit dem er den Puck Mal um Mal erobert. Er ist einfach stark am Puck!“

Natürlich, gibt Olczyk zu, brauche es auch immer das gewisse Quäntchen Glück, damit einem Spieler eine starke Saison von Anfang bis Ende gelingt. Dennoch: „Wenn Hossa so weiterspielt und die Blackhawks in der Western Conference weiter nach oben steigen, hat er eine echte Chance auf 100 Punkte.

Um diese Punktzahl zu erreichen, muss er in den letzten 37 oder 38 Spielen (der Saison) einige Vier-Punkte-Partien hinlegen, doch er hat das Zeug und die entsprechenden Mitspieler, um es zu schaffen.“
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