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Blackhawks gewinnen Spiel 4 und gleichen aus

von Stefan Herget / NHL.com

Nicht zum ersten Mal lagen die Chicago Blackhawks in einer Playoffserie mit 1-2 zurück und es war interessant zu sehen, wie das Team mit seiner Erfahrung darauf reagieren würde. Vor allem die Offensivkräfte um Kapitän Jonathan Toews und Patrick Kane waren gefordert, nachdem es in Spiel 3 für beide nicht so gut lief.

Im Tor bei den Tampa Bay Lightning stand heute Ersatzmann Andrei Vasilevskiy, weil die Verletzung aus dem zweiten Spiel Ben Bishop zu stark behinderte.

Wer erwartete, dass die Partie mit einem Feuerwerk der Hausherren beginnen würde, sah sich schnell getäuscht. Chicago hatte sichtlich Anlaufschwierigkeiten, während Tampa bereits zu Beginn einige Male gefährlich vor Corey Crawford auftauchte. Es dauerte immerhin bis zur 9. Spielminute, als Kane den ersten Torschuss auf Vasilevskiy abgab.

Doch es war weiter keine Initialzündung für die Blackhawks. Verteidiger Brent Seabrook wanderte wegen einer Behinderung auf die Strafbank und Crawford musste erneut seine Klasse zeigen, um den Rückstand zu verhindern.

Kurz darauf das erste Powerplay von Chicago. Erneut eine Behinderung, dieses Mal von Jason Garrison. Daraus erwuchs aber nur eine Chance durch Toews, der sich gleich anschließend einen hohen Stock leistete und so die numerische Überlegenheit beendete.

Die Lightning blieben überlegen, auch bedingt durch ein weiteres Powerplay. Crawford zeigte hier gegen Tyler Johnson seine größte Tat, um die Null festzuhalten. Für Gefahr sorgten die Blackhawks erst kurz vor Schluss, als Alex Killorn von den Schiedsrichtern rausgeschickt wurde. Trotzdem ging es ohne Tore und enttäuschenden zwei Torschüssen für Chicago insgesamt in die erste Pause. Tampa hatte Crawford indes neun Mal geprüft.

Eine klare Linie fehlte ebenso zu Beginn des Mittelabschnitts. Es wirkte etwas zerfahren, wie beide Teams zu Werke gingen, gepaart mit Abspielfehlern. In der 26. Minute hätte es fast zur Führung für die Blackhawks gereicht. Marcus Kruger fälschte den Puck vor dem Tor an den Pfosten ab. Patrick Sharp brach eine Minute später alleine durch, scheiterte wieder am Gestänge.

Aber kurz darauf war es passiert. Marian Hossas Schuss konnte Vasilevskiy nur abprallen lassen, Sharp setzte nach und Toews vollendete zum 1-0. Nicht gerade clever, dass sich Seabrook unmittelbar eine unnötige Strafzeit einhandelte, die Tampa gute Möglichkeiten bescherte. Crawford blieb aber weiter Sieger.

Erst ein paar Minuten später war er das erste Mal geschlagen. Aus dem Gewühl heraus landete die Scheibe bei Killorn vor dem Tor, der keine Mühe hatte, diese ins Netz zu befördern, weil weder Crawford noch seine Verteidigung im Bilde war.

Chicago wurde nun etwas aktiver in der Offensive, so dass Vasilevskiy häufiger eingreifen musste. Die gefährlichere Mannschaft blieben jedoch die Gäste. Auffallend waren die vielen kleinen Fehler im Spielaufbau, die den bissigen Lightning die Verteidigung einfach machten. 1-1 lautete der Spielstand nach 40 Minuten. Spannung lag also in der Luft.

Ausgerechnet Steven Stamkos erlaubte sich den Lapsus, den Puck unbedrängt ins Publikum zu spielen. Doch wieder konnten die Blackhawks aus der folgenden Überzahl kein Kapital schlagen.

Pech hatte Hawks Verteidiger Kimmo Timonen, der bei einer seiner seltenen Eiszeiten in der 47. Minute den Puck an die Latte nagelte. Nur Sekunden später dann doch das 2-1. Brandon Saad zog vor das Tor und verwandelte seinen eigenen Nachschuss mit der Rückhand.

Tampa Bay antwortete mit wütenden Angriffen und setzte sich ein paar Minuten im gegnerischen Drittel fest. Crawford musste dabei seine ganze Klasse aufbieten oder hatte Glück, wenn das Spielgerät am Tor vorbeiging. Die Blackhawks versuchten mit schnellen Gegenzügen zu einem weiteren Erfolg zu kommen.

Die größte Chance zur Vorentscheidung hatte Kane in der 55. Minute, als er freistehend abziehen konnte, allerdings konnte Vasilevskiy mit der Schulter parieren. Eine dramatische Schlussphase bot sich den Zuschauern, in der Crawford im Mittelpunkt stand. Chicagos Schlussmann wehrte zahlreiche Chancen der Lightning ab, die nun alles nach vorne warfen und in den letzten 90 Sekunden mit sechs Feldspielern agierten.

Das alles half aber nichts mehr trotz haarsträubender Torraumszenen. Die Blackhawks haben durch ein knappes 2-1 den Ausgleich in der Serie hergestellt. Von Samstag auf Sonntagnacht geht es um 2 Uhr MESZ in Tampa um den ersten Matchball im Stanley Cup Finale.

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