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Bestenliste: Islanders und Lightning klettern

von Bernd Roesch / NHL.com

Die Bestenliste ist das wöchentliche Teamranking von NHL.com/de. Es spiegelt nicht immer den aktuellen Tabellenstand wieder und ist eher auf eine langfristige Sicht angelegt. Statistiken und Teambilanzen beinhalten die Spiele von Donnerstag auf Freitag.

Gegenüber der Vorwoche gab es im Teamranking einige Positionsveränderungen, auch das Verfolgerfeld wurde durcheinander gewirbelt. Die Ergebnisse der letzten Woche ließen doch gehörige Zweifel darüber aufkommen, ob die Boston Bruins in diesem Jahr tatsächlich zu den Topteams zählen. Aus ihren drei Partien holten sie null Punkte. Auch die zu den Verfolgern zählenden Washington Capitals konnten die in sie gesetzten Erwartungen nicht erfüllen. Ein Sieg sprang für sie in drei Spielen heraus. Die San Jose Sharks, die auf heimischen Eis Anaheim, Philadelphia sowie Boston bezwangen und dabei 15 Treffer erzielten, haben dagegen in die Erfolgsspur gefunden. Vier Tore gelangen den Sharks bei Überzahl. Somit konnten sie in der vergangenen Woche 40 Prozent ihrer Powerplays erfolgreich abschließen.

Wie sehen die Bilanzen der Special Teams von den Top 10 in unserer Bestenliste aus?

1. Pittsburgh Penguins (17-6-2; Vorwoche: Platz 1)

Die Penguins verteidigten erneut ihren ersten Rang in dieser Bestenliste und das obwohl sie durch eine Niederlage am Donnerstag gegen Vancouver vorerst ihren ersten Tabellenplatz in der Metropolitan Division an die Islanders abgeben mussten. Ligaspitze ist auch die Effektivität von Pittsburghs Überzahlspiel. In 29,6 Prozent der Fälle, in denen sie mit mindestens einen Mann mehr auf dem Eis standen, fiel für sie auch ein Tor. Dabei setzen die Penguins auf ihre brandgefährlichen Stürmer wie Evgeni Malkin (7 PPG), Chris Kunitz (5) oder Kapitän Sidney Crosby (4). Einen ihrer 24 Powerplaytreffer schoss mit Kris Letang ein Verteidiger. Auch im Penalty Killing sind die Penguins unter den Besten zu finden. Sie belegen mit einer Unterzahlquote von 85,9 Prozent den dritten Rang.

2. Tampa Bay Lightning (18-6-3; Platz 6)

Mit 39 Zählern sind die Lightning aktuell nicht nur der Tabellenführer in der Atlantic Division sondern auch das punktbeste Team der NHL. Keine andere Mannschaft in der Eastern Conference weist ein besseres Torverhältnis aus als Tampa Bay mit +28. Ihr Überzahlspiel ist jedoch mit 23,2 Prozent (Platz 5) nicht ganz so effektiv wie das der Penguins. Wobei man bedenken muss, dass sie gut 17% mehr Powerplaysituationen zugesprochen bekamen als Pittsburgh. Bei den Lightning punkten auch in schöner Regelmäßigkeit die Defensivkräfte im Überzahlspiel. Fünf ihrer 22 Powerplaytore gingen auf das Konto eines Verteidigers. Ihr erfolgreichster Torjäger ist Steven Stamkos (6 PPG) vor Ryan Callahan (4). Verbesserungsbedarf haben die Lightning im Penalty Killing. Mit 80,7% (Platz 15) sind sie hier nur Mittelmaß.

3. New York Islanders (19-7-0; Platz 5)

Jede Woche muss man sich verwundert die Augen reiben. Wie machen das nur diese Islanders? Erneut blieben sie in drei Spielen punktverlustfrei und eroberten sich mit nur einer Niederlage aus ihren letzten neun Partien den ersten Platz in der Metropolitan Division. Doch wie sieht es bei den Special Teams der Islanders aus? Vorneweg, nicht so prickelnd. Mit einer Erfolgsquote von 19,2 Prozent belegen sie Rang 16. 12 ihrer 18 Powerplaytreffer erzielten die beiden Center Brock Nelson (7) und John Tavares (5). Zugute halten muss man den Islanders, dass sie bisher auch noch keinen Shorthander kassiert haben. Bei Unterzahl trafen sie fünfmal. Insoweit relativiert sich, dass nur die Flyers mit 74,4% ein knapp schlechteres Penalty Killing als die Islanders (74,7%) haben.

4. St. Louis Blues (16-8-2; Platz 2)

Nur zwei magere Pünktchen fuhren die Blues in den vergangenen sieben Tagen ein. Zuletzt unterlagen sie auf ihrer Auswärtstour den Predators und den Blackhawks. Die Niederlagen gegen zwei ihrer direkten Konkurrenten um den Divisionstitel dürften sie geschmerzt haben. So langsam machen sich Zweifel bei mir breit, ob die Blues auch auf langfristiger Sicht wirklich stärker einzustufen sind als die Teams aus Nashville und Chicago. St. Louis belegt im Powerplay Platz 13 mit 20,6 Prozent, in Unterzahl Rang 17 mit 80,5%. Ihr punktbester Mann in Überzahl ist Verteidiger Kevin Shattenkirk mit einem Tor und zehn Assists.

5. Chicago Blackhawks (16-8-1; Platz 8)

Die Blackhawks kassierten nur eine Niederlage in ihren letzten acht Auftritten. Sie bezwangen in den vergangenen acht Tagen Anaheim, Los Angeles und St. Louis mit jeweils 4-1 Toren. Nur Detroit (104) hatte bisher häufiger Gelegenheit bei Überzahl zu punkten als die Blackhawks (102). Chicagos Powerplayausbeute (19 Tore, 18,6%, 17.) ist nicht gerade berauschend, überzeugen kann aber ihr Penalty Killing. Keine andere Mannschaft in der NHL spielt so effektiv in Unterzahl wie Chicago (92,0%, 1.). Sie mussten erst sechs Gegentore bei nummerischer Überlegenheit des Gegners hinnehmen und trafen sogar selbst zweimal.

6. Nashville Predators (17-6-2; Platz 4)

Dank ihrer herausragenden Defensive schaffen es die Predators immer wieder Spiele knapp mit einem Tor Vorsprung für sich zu entscheiden, wie bei ihren Heimsiegen in der letzten Woche über die Blue Jackets (2-1) und Blues (4-3). Als Ausrutscher werden sie die Niederlage in Raleigh gegen die Hurricanes (1-2) verbuchen. Deutlichen Verbesserungsbedarf haben die Predators im Powerplay. Ihre Erfolgsquote von 11,7 Prozent ist die drittschlechteste in der NHL. Neun Powerplaytreffer hat Nashville in 77 Überzahlsituationen erzielt. Jeweils zwei Tore gingen auf die Konten von Filip Forsberg, Craig Smith und Verteidiger Shea Weber.

7. Montreal Canadiens (17-8-2; Platz 3)

Im Vergleich zu den anderen Topteams der Eastern Conference verloren die so stark in die Saison gestarteten Montreal Canadiens an Boden. Von ihren letzten fünf Auftritten konnten sie nur einen gegen die Colorado Avalanche mit 4-3 Toren gewinnen. Die Canadiens (71) hatten nach den Bruins (64) und den Capitals (69) am seltensten Gelegenheit sich im Powerplay zu beweisen. Zehnmal konnten die Frankokanadier von ihrer nummerischen Überlegenheit profitieren und verfügen mit 14,1% über die drittschlechteste Überzahlquote in der Liga. Pierre-Alexandre Parenteau führt mit drei Powerplaytreffern die teaminterne Wertung vor den beiden Verteidigern P.K. Subban und Andrei Markov mit je zwei Toren an. Positiver gestaltet sich das Unterzahlspiel der Frankokanadier. Mit 85,1% rangieren sie unter den besten Zehn auf Platz 7.

8. Anaheim Ducks (16-6-5; Platz 7)

Zuletzt gelangen den Anaheim Ducks zwei Siege über Philadelphia und Boston womit sie ihre Bilanz gegenüber Teams aus dem Osten auf 7-2-1 ausbauen konnten. Den Kaliforniern fehlt es jedoch an jener Konstanz, die sie zu Saisonbeginn noch ausgezeichnet hat. Mit ihrer Powerplayquote von 17,0% (Platz 21) führen sie das untere Tabellendrittel an. Man mag sich gar nicht ausdenken, wie ihre Überzahlausbeute aussehen würde, hätte ihr junger finnischer Verteidiger Sami Vatanen (4 PPG, 8 PPA) nicht eine solche Durchbruchsaison. Souveräner als im Powerplay agieren die Ducks bei Unterzahl (83,9%, Platz 10).

9. Los Angeles Kings (14-7-5; Platz 9)

Nach ihrer 1-4 Heimniederlage gegen Chicago gewannen die Kings in dieser Woche zweimal zu Null gegen Boston und in Arizona. Die drei Erstplatzierten in der Pacific Division dürften somit langsam aber sicher den Atem des amtierenden Stanley Cup Champions im Nacken spüren. Noch verbesserungsbedürftig ist das Powerplay der Südkalifornier, die mit 17,6% ligaweit Rang 18 belegen. Bemerkenswert ist, dass bereits 16 Spieler der Kings bei Überzahl punkten konnten. Ihr Bester ist Rechtsaußen Justin Williams mit sechs Scorerpunkten. Die Kunst bei Unterzahl Tore zu schießen, beherrscht Center Tyler Toffoli, der bereits vier Shorthander erzielen konnte. Mit ihrer Quote von 84,6% belegen die Kings Platz 9 im Penalty Killing.

10. Vancouver Canucks (18-7-1; Platz 10)

Die Canucks befinden sich zurzeit inmitten einer schweren Auswärtstour im Osten mit sieben Spielen in zwölf Tagen. Drei der ersten vier Partien konnten sie gewinnen. Darunter war auch ein 3-0 Erfolg gegen die Penguins. Das Überzahlspiel der Westkanadier ist mit einer Quote von 20,7% sehr solide. Sie profitieren dabei hauptsächlich von dem blinden Verständnis zwischen Henrik (10 PPP) und Daniel Sedin (11 PPP) und der Torgefährlichkeit eines Radim Vrbata (5 PPG). In Unterzahl mussten sie erst 13 Gegentore hinnehmen (84,9%, Platz 8) und konnten sogar schon dreimal selbst treffen.

Die Verfolger: Detroit Red Wings, Minnesota Wild, Calgary Flames, San Jose Sharks, New York Rangers

Von Vorwoche nicht mehr gelistet: Boston Bruins, Washington Capitals

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