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Besondere Fakten zur Halbzeit der Saison

von Stefan Herget / NHL.com

Fast alle der 30 NHL-Teams haben mittlerweile die Marke von 41 Spielen, welche die Mitte der Saison bedeutet, erreicht. Zeit, eine kleine Bilanz zu ziehen, wer oder was überrascht hat.

Am Anfang wird gerne analysiert und Prognosen abgegeben, wie die Saison verlaufen könnte. Zur Mitte zeichnet sich bereits vielfach ab, wo Dinge anders laufen, als es viele erwartet haben – im positiven, wie auch in negativen Sinn. Hier sind vier Fakten, die in diesem Zusammenhang besonders auffallen:

1. Predators führen Central Division an

Es könnte der Schwäche der Chicago Blackhawks zu Beginn der Saison geschuldet sein, doch diese Aussage würde dem guten Auftreten der Nashville Predators kaum gerecht werden. Nach einigen Jahren der defensiven Taktik unter Trainer Barry Trotz, haben die Preds unter dem neuen Übungsleiter Peter Laviolette gerade in der Offensive einen Gang zugelegt.

Mit 3,05 Treffern pro Partie liegen sie deutlich über ihrem Schnitt von 2013-14 mit 2,61. Sie sind so auf dem Weg zu 250 Toren nach 82 Spielen, was die drittmeisten nach 272 in 2006-07 und 259 in 2005-06 in ihrer Teamhistorie bedeuten würde. Letztere Marke zu knacken ist durchaus im Bereich des Möglichen.

Rookie Filip Forsberg hat eingeschlagen und führt die Mannschaftswertung in Toren (14) und Punkten (38) an. Hinter ihm rangiert Neuzugang Mike Ribero, der mit 36 Punkten ebenfalls einen großen Anteil am erfolgreicheren Eishockey des Teams hat.

Trotz der verbesserten Sturmleistung steht die Defensive um Torhüter Pekka Rinne, sowie die Verteidiger Shea Weber und Roman Josi, gewohnt sicher. Das alles führt dazu, dass Nashville in der Western Conference vorne mitmischt.

2. Florida, Calgary und Winnipeg stärker

Auch wenn zuletzt die Florida Panthers und die Calgary Flames aus den Playoffrängen (vorerst?) verdrängt wurden, beide Teams konnten bisher eindeutig überraschen, dass sie zur Saisonmitte voll im Rennen sind. Florida fehlt ein Punkt zum rettenden Platz 8 bei drei weniger absolvierten Spielen als der derzeit direkte Konkurrent Boston Bruins.

Calgary liegt zwei Punkte hinter den San Jose Sharks, die den gleichen Platz im Westen inne haben.

Die Winnipeg Jets sind noch einen weiteren Zähler vor den Kaliforniern. Pluspunkt der Kanadier ist, dass sie in der Defensive wesentlich besser abschneiden als in der Vorsaison. Nach 2,82 Gegentreffern pro Spiel in 2013-14 kommen sie derzeit nur auf 2,53.

Auffällig ist, dass sie vorne sehr breit aufgestellt sind, denn nicht weniger als sieben Spieler haben mindestens 20 Scorerpunkte vorzuweisen, angeführt von Kapitän Andrew Ladd mit 35.

Ein Faktor für die Panthers und die Flames sind ihre neuen Torhüter. In Florida blüht Roberto Luongo nach seinem am Ende nicht sehr erfreulichen Intermezzo bei den Vancouver Canucks wieder auf. Er half den Gegentorschnitt von 3,2 in der vergangenen Spielzeit auf jetzt 2,62 zu drücken.

Calgary sicherte sich im Sommer die Dienste des Schweizers Jonas Hiller, der von seinem langjährigen Arbeitgeber Anaheim Ducks verschmäht wurde. Er sorgt zusammen mit Karri Ramo dafür, dass der Gegentorschnitt von 2,94 auf 2,65 gesunken ist.

3. Mehrere Trainer

Ist es nur ein Trend oder werden wir das zukünftig häufiger erleben? Nach der Entlassung ihrer Cheftrainer Dallas Eakins bei den Edmonton Oilers am 15. Dezember und Peter Deboer bei den New Jersey Devils am 26. Dezember stehen mehrere Hauptverantwortliche hinter der Bande.

Die Westkanadier vertrauen General Manager Craig MacTavish, der neuer Trainer wurde und diese Position bereits früher inne hatte. An seiner Seite wurde Todd Nelson Interimstrainer.

Die Devils installierten ebenso ihren General Manager, Urgestein Lou Lamoriello, der in einer Art Oberaufseher neben den beiden Trainern Scott Stevens und Adam Oates agiert.

Sehr erfolgreich waren beide Teams mit dieser Art des Multi-Trainerstabes nicht. Vielleicht war es auch ein Grund dafür, dass die Toronto Maple Leafs am Tag der Entlassung von Randy Carlyle am 6. Januar zunächst die Assistenztrainer Steve Spott und Peter Horachek als gleichwertige Nachfolger vorstellten, aber nur einen Tag später Horachek auf den Thron hievten.

4. Neue Gesichter mischen mit

Im Rennen um die Art Ross Trophy als bester Scorer geht es in den vergangenen Jahren meist um die gleichen Namen. Die Pittsburgh Penguins Stürmer Sidney Crosby und Evgeni Malkin, Ryan Getzlaf von den Anaheim Ducks, sowie Patrick Kane von den Chicago Blackhawks.

Kaum einer hatte Jakub Voracek auf der Liste, der sich anschickt, als erster Spieler der Philadelphia Flyers diese Trophäe einzuheimsen. Voraussetzung ist natürlich, dass er sein vorgelegtes Tempo zu punkten, weiterhin aufrecht erhalten kann.

In seinen ersten fünf Spielzeiten in der NHL kam Voracek einmal über 50 Punkte. Diese Saison hat er schon 52 in 43 Spielen und hinter ihm rangiert mit Tyler Seguin von den Dallas Stars ein weiterer Unbekannter in dieser Liste.

Der junge Stars Stürmer führt mit Rick Nash von den New York Rangers, der das Tore schießen offenbar wieder entdeckt hat, die Torschützen mit 26 Treffern an und hält Serientäter Alex Ovechkin von den Washington Capitals (noch) in Schach (22 Tore).

Erfreulich auch ein Vladimir Tarasenko von den St. Louis Blues, der mit 23 Toren ebenfalls im Konzert der Großen mitmischt. Neue Namen erfrischen die Liga und bringen Spannung in sonst eingefahrene Richtungen.

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