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Bertschy klettert mit Iowa Wild aus dem Tabellenkeller

Die ehemalige Schießbude der Liga ist auf dem besten Wege zur erfolgreichsten Saison der Klub-Geschichte

NHL.com @NHLdotcom

Wie machen sich die deutschsprachigen Spieler in der American Hockey League? Welche Akteure stehen vor dem Sprung in die NHL? Wer wurde von seiner Organisation nach unten geschickt und wer erhielt den erhofften Anruf eines NHL General Managers? Jeden Sonntag wirft NHL.com/de einen Blick auf die nordamerikanischen Minor Leagues und beantwortet diese und noch viele andere Fragen.

Kaum ein Akteur im Kader der Iowa Wild ist verdienter als Christoph Bertschy. Seit drei Saisons jagt der 23-jährige Schweizer für das in Des Moins, Iowa, beheimatete AHL-Team dem Puck hinterher - so lange wie nur wenige andere aus seiner Mannschaft.

Seit die Minnesota Wild ihr AHL-Farmteam im Jahr 2013 aus der über 2 Millionen-Einwohner-Stadt Houston in das beschauliche Iowa umsiedelten, hatte dieses einen schweren Stand. Selten erzielten sie eine Punktequote - nach der in der American Hockey League der Tabellenstand gemessen wird - von über 50 Prozent. Ganz im Gegenteil, die Wild waren Dauergäste im Tabellenkeller. Nachdem sie in ihrer Premierensaison 2013/14 bei 44,1 Prozent landeten und den 5. Platz in der Midwest Division einnahmen, folgten drei weitere Spielzeiten, in denen sie sang und klanglos an einer Playoffteilnahme vorbeischrammten. In der Spielzeit 2015/16 waren sie mit einer Punktequote von 38,8 Prozent sogar das schlechteste Team der Liga.

Doch in der aktuellen Spielzeit sollte sich dies ändern. Aktuell rangiert Iowa hinter den Manitoba Moose und den Rockford IceHogs auf dem dritten Rang in der Central Division. Der Klub, der seine Heimspiele in der 15.181 Zuschauer fassenden Wells Fargo Arena austrägt, ist auf dem besten Wege, zum ersten Mal in der Teamgeschichte die Endspiele um den begehrten Calder Cup zu erreichen. Ein Erfolg, der in Des Moins, das bisweilen alles andere als eine Eishockeyhochburg ist, als ein herausragendes Ereignis gefeiert werden würde. Durchschnittlich 5.800 Zuschauer besuchten Iowas Heimspiele in den ersten drei Spielzeiten. Eine Zahl, die hinsichtlich des bescheidenen Abschneidens der Mannschaft beachtlich ist und sogar über dem langjährigen Ligadurchschnitt liegt.

Mitverantwortlich für die jüngsten Erfolge sind sicherlich auch die neuen Gesichter im Kader, wie die Stürmer Landon Ferraro (19 Spiele, 3 Tore, 6 Assists), Justin Kloos (28 Spiele, 7 Tore, 13 Assists) und Kyle Rau (24 Spiele, 6 Tore, 9 Assists) oder Verteidiger Alex Grant (27 Spiele, 6 Tore, 6 Assists).

"In jedem Jahr gibt es etliche Veränderungen in der American Hockey League", analysierte Bertschy. "In diesem Sommer sind einige gute Jungs zu uns gestoßen", fügte er hinzu.

Bertschy erlebte mit Iowa gute wie schlechte Zeiten. In seinem ersten Jahr (2015/16) heimsten die Wild unter den damaligen Headcoaches John Torchetti und David Cunniff lediglich 24 Siege ein. Torchetti sollte später Mike Yeo an der Bande von Minnesota ersetzen. Jetzt scheinen sich die Wild in der Liga etabliert zu haben. Auch Bertschy, der mit elf Punkten (6 Tore, 5 Assists) einer der produktiveren Spieler des Teams ist, hat sich merklich auf das nordamerikanische Spiel eingestellt.  

Zwar erwies er sich schon in seinem ersten Jahr, in dem er 35 Punkte (11 Tore, 24 Assists) in 72 Spielen erzielte, als brandgefährlicher Angreifer, doch sein Spiel ist mit der Zeit deutlich reifer und mannschaftsdienlicher geworden. Von einem Minus-8 Wert in seiner ersten Nordamerika-Saison verbesserte er sich peu á peu auf mittlerweile Plus-2.

Am Freitag leitete Bertschy mit seinem Treffer nach 13:50 Minuten im Eröffnungsdrittel einen 3:2-Auswärtssieg nach Verlängerung gegen die Milwaukee Admirals ein. Doch keine 24 Stunden später erhielt Iowa einen mächtigen Dämpfer: Der erfahrene T.J. Tynan schnürte am Samstag einen Hattrick für die Chicago Wolves und bescherte Iowa eine bittere 3:6-Niederlage.

Für Bertschys Team sollte die vermeidbare Pleite gegen den Central Division Kontrahenten aus Chicago jedoch keinen Grund darstellen, dass es zu dicker Luft kommt. In der kommenden Woche stehen zwei Aufeinandertreffen mit den Cleveland Monsters auf dem Programm. Die mit den Schweizern Dean Kukan und Calvin Thürkauf besetzen Monsters rangieren in der Tabelle der Central Division drei Plätze hinter den Wild und mit einer kleinen Erfolgsserie könnte Iowa auf die Rockford IceHogs (59,3 Prozent) aufschließen.

Die wichtigsten Ergänzungen der vergangenen Woche:
Josh Archibald (RW), von den WIlkes-Barre/Scranton Penguins zu den Pittsburgh Penguins
Ivan Barbashev (C), von den Chicago Wolves zu den Vegas Golden Knights
Steve Bernier (G), von den Bridgeport Sound Tigers zu den New York Islanders
Kasperi Kapanen (RW), von den Toronto Marlies zu den Toronto Maple Leafs
Ryan Kujawinski (C), von den Binghamton Devils zu den New Jersey Devils
Stefan Matteau (C), von den Chicago Wolves zu den Vegas Golden Knights
Julian Melchiori (D), von den Manitoba Moose zu den Winnipeg Jets
Steve Michalek (G), von den Iowa Wild zu den Minnesota Wild
Nick Paul (LW), von den Belleville Senators zu den Ottawa Senators
Ville Pokka (D), von den Rockford IceHogs zu den Chicago Blackhawks
Jordan Schmaltz (D), von den San Antonio Rampage zu den St. Louis Blues
Jordan Schroeder (LW) von den Cleveland Monsters zu den Columbus Blue Jackets

Die wichtigsten Streichungen der vergangenen Woche:
Matt Beleskey (LW), von den Boston Bruins zu den Providence Bruins
Frederik Gaudreau (RW), von den Nashville Predators zu den Milwaukee Admirals
Ben Harpur (D), von den Ottawa Senators zu den Belleville Senators
Joshua Ho-Sang (RW), von den New York Islanders zu den Bridgeport Sound Tigers
Ryan Kujawinski (C), von den Arizona Coyotes zu den Tucson Roadrunners
Max Lagace (G), von den Vegas Golden Knights zu den Chicago Wolves
Nikita Scherback (RW), von den Montreal Canadiens zu den Laval Rocket

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