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Klassiker-Event als absoluter Publikumsmagnet

Das Winter Classic vereinte Tradition der NHL sowie der Notre Dame Fighting Irish und begeisterte die Massen

von Christian Göbel @DocGoebel / NHL.com/de Autor

Der Neujahrstag stand in der NHL im Zeichen des Bridgestone NHL Winter Classic 2019. Die Boston Bruins gastierten im Notre Dame Stadium von South Bend, Indiana, bei den Chicago Blackhawks. Im mit einer Eishockeyfläche versehenen Heimspielstadion der legendären American Football Mannschaft der University of Notre Dame siegten die Bruins mit 4:2.

Die Begeisterung der Zuschauer war deutlich spürbar. Die 76.126 Besucher sorgten für ein ausverkauftes Stadion. Die Faszination der Matches unter freiem Himmel kennt keine Grenzen, das wurde erneut deutlich. Die Partie am Dienstag stellt das nach Zuschauern zweitgrößte NHL-Spiel aller Zeiten dar. Lediglich die Partie zwischen den Detroit Red Wings und den Toronto Maple Leafs beim Winter Classic 2014 im Michigan Stadium war mit 105.491 Zuschauern besser besucht.

Die Anziehungskraft der Outdoor-Spiele ist ungebrochen. Der Blick zurück in die Vergangenheit des Eishockeys zieht Fans, Spieler und Funktionäre gleichermaßen in ihren Bann. Im Stadion der Notre Dame Fighting Irish herrschten perfekte Bedingungen für ein Eishockeymatch. Knapp zwei Grad Celsius Außentemperatur, kein Regen oder Schnee und keine Sonne, die blenden könnte. Der optimale Rahmen, um wie die Kinder auf dem Weiher zu spielen und zu den Wurzeln des Eishockeys zurückzukehren.

Video: BOS@CHI: Pastrnak schiebt den Puck flach rein

Brad Marchands Schneeengel nach Spielende ist Ausdruck für die enge Verbundenheit der Outdoor-Matches zu den Kindertagen der Spieler. "Gegen Ende des Spiels realisierst du, dass es zu Ende geht und du willst einfach da draußen bleiben und es genießen." Genau das war es, was Marchand tat. Er lag auf dem Winter Classic Logo, machte wie die Kinder einen Schneeengel und wollte einfach nicht in die Kabine. Ein Bild, das sich auch bei den Fans einprägen dürfte.

Für die Zuschauer war neben Eishockey viel geboten. Ein weiterer Grund für die anhaltende Begeisterung bei den Begegnungen an Neujahr. Im diesjährigen Winter Classic wurden die Traditionen der Footballmannschaft von Notre Dame und die der NHL vereint, um ein unvergessliches Erlebnis zu gestalten. Die Blackhawks zollten den Fighting Irish Tribut, indem sie, wie das Football-Team, von der Hesburgh Library Mall zum Notre Dame Stadium marschierten. Angeführt wurden die Blackhawks von der Kapelle des Chicago Police Departments.

Video: BOS@CHI: Bergeron schießt mit Rückhand hoch ein

Für NHL Chief Content Officer Steve Mayer war es von Beginn an die Intention, die Traditionen Notre Dames einfließen zu lassen. "Unter dem Eindruck eines der legendärsten Stadien des Landes sind wir bereit die zweitgrößte Zuschauermenge in der Geschichte der NHL zu unterhalten", sagte er vor Beginn des Events. Die mehreren hundert Zuschauer bei dieser Zeremonie, obwohl es noch einige Stunden bis zum Spielbeginn waren, zeugen davon, dass dieser Unterhaltungswert erreicht wurde.

Bruins-Trainer Bruce Cassidy beschrieb die Bedeutung der Partie sehr gut: "Du bekommst zwei Punkte, aber es ist mehr als nur ein rein normales Spiel. Du spielst vor 80.000 Leuten und im nationalen Fernsehen, zwei historische Vereine." Wie die Trainer und Spieler saugten auch Zuschauer, wie die Legende Ray Bourque, die einzigartige Atmosphäre auf. Bourque machte während der Pregame-Zeremonie ein Video auf dem Eis, während dem ersten Drittel ließ er sich auf einer Plattform fotografieren. Eine Erinnerung für ihn, die er in Ehren halten wird: "Es ist einfach nur Wow. Toll so etwas zu haben." Bourque war ebenso Teil des Blicks in die Vergangenheit, als vor Spielbeginn Legenden beider Teams vorgestellt wurden. 

Auch optisch sollten die guten alten Zeiten wiederbelebt werden. Die Trikots waren von denen der 30er Jahre inspiriert. Die Bruins liefen in hauptsächlich weißen Jerseys auf. Die Schultern in schwarz und die Ärmel mit breiten schwarzen und gelben Streifen erinnerten an die Zeiten von Lionel Hitchman, Dit Clapper und Eddie Shore. Die Blackhawks-Trikots waren komplett in schwarz mit einigen weißen Streifen gehalten. Auch das Logo auf der Brust war an das der Stanley-Cup-Saison 1934 angelehnt.

 

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Die NHL hat schon 26 Partien in Stadien im Freien und elf Winter Classics ausgerichtet, doch hier war klar, dass dieses Match etwas Besonderes ist, weil es in Notre Dame stattfand. Bereits bei der Ankunft der Bruins wurde dies deutlich. Die Spieler waren alle im Stil 20er Jahre, ähnlich der Netflix-Serie "Peaky Blinders - Gangs of Birmingham", gekleidet. Ohne dies zu wissen, könnte vermutet werden, dass sie wie Iren früher gekleidet waren. Verteidiger Matt Grzelcyk verwies auf den speziellen Anlass: "Es ist das Winter Classic. Du musst dich dieser besonderen Gegebenheit anpassen und, denke ich, Spaß haben."

Für Torey Krug gab es einen speziellen Moment: "Die Nationalhymne war eines der coolsten Dinge, bei denen ich jemals dabei sein durfte. Das United Center ist eines meiner bevorzugten Stadien, um die Nationalhymne zu hören. Sie haben das jetzt auf die Bühne in diesem Stadion gebracht. Das war ein wirklich besonderer Moment." Der darauffolgende Überflug durch US-Kampfflugzeuge dürfte nicht nur bei Krug für Gänsehaut gesorgt haben.

Das Erlebnis für alle Beteiligten fasste Marchand nach seinem Schneeengel sehr treffend zusammen: "Du versuchst jede Minute hiervon aufzunehmen und du hoffst, dass du dich an alles erinnern kannst." So wird es auch in der Saison 2019-20 sein, wenn, wie bei diesem Event bekannt gegeben, drei Outdoor-Spiele stattfinden werden, u. a. an Neujahr 2020 die Neuauflage des Winter Classics in Dallas, Texas.

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