Skip to main content

Beförderung für Kühnhackl bei den Penguins

Der Landshuter soll der zweiten Angriffsreihe mehr defensives Stehvermögen verschaffen

von Axel Jeroma / NHL.com/de Autor

Nach dem 1:7-Debakel im Auswärtsspiel bei den Winnipeg Jets am vergangenen Sonntag, der dritten derben Niederlage der Pittsburgh Penguins in der noch jungen Saison, sah sich Coach Mike Sullivan zu entschlossenem Handeln gezwungen. Um dem wackeligen Stanley-Cup-Champion künftig mehr Stabilität zu verleihen, nahm er weitreichende Änderungen bei der Zusammenstellung der Angriffsformationen vor. Eine davon betraf Tom Kuhnhackl. Er bekam von seinem Trainer die Beförderung von der vierten in die zweite Reihe. In den beiden Partien unter der Woche gegen die Edmonton Oilers (3:2) und die Calgary Flames (1:2 n. V.) spielte der 25-jährige Landshuter zusammen mit Center Evgeni Malkin und Rechtsaußen Bryan Rust. Das Trio harmonierte gut miteinander.

Mit seinem unermüdlichen Kampfgeist und Einsatzwillen steht Kühnhackl bei Sullivan derzeit hoch im Kurs. Der zweifache deutsche Cup-Gewinner bestritt bislang alle 15 Begegnungen für die Penguins und erhielt dabei wesentlich mehr Eiszeit als in der abgelaufenen Spielzeit. Gegen die Oilers stand er zum dritten Mal länger als 14 Minuten auf dem Eis. Allein beim Penalty-Killing in diesem Match summierten sich seine Schichten auf über vier Minuten.

Als es für Sullivan nun darum ging, der zweiten Angriffsreihe einen defensiven Stabilitätsanker hinzuzufügen, lag die Wahl Kühnhackls geradezu auf der Hand. Er soll sich bei Zweikämpfen rund um das gegnerische Tor und in den Ecken ins Zeug legen und dadurch vor allem Rust mehr Raum für Offensivaktionen verschaffen. Nach den zwei Begegnungen darf das Experiment als geglückt angesehen werden. Mit dem deutschen Nationalspieler hat Pittsburghs zweite Sturmreihe eindeutig an Stehvermögen hinzugewonnen.

Kühnhackl bleibt dennoch gewohnt bescheiden. "Es spielt keine Rolle, mit wem man zusammen auf dem Eis steht. Viel wichtiger ist es, dass man rausgeht und seinen Job anständig erledigt. Alles andere liegt nicht in den eigenen Händen", sagte er der Pittsburgh Post-Gazette.

Als Vorteil für Kühnhackl erwies sich, dass er diesmal die gesamte Vorbereitung mit den Penguins absolvieren konnte. 2016 war er wegen der Qualifikationsspiele der Nationalmannschaft für Olympia erst Anfang September zu seinem Vereinsteam gestoßen. In diesem Jahr flog er bereits Mitte August zurück nach Pittsburgh. "Es hat sich ausgezahlt, dass ich ein paar Wochen mehr Trainingszeit zur Verfügung hatte", betonte er in einem Interview mit NHL.com.

In den 15 Saisonspielen gelangen dem Flügelstürmer drei Assists. Insgesamt hat er nach 114 Hauptrunden-Begegnungen für die Penguins 34 Scorer-Punkte (9 Tore, 25 Assists) auf dem Konto. In den Playoffs kam Kühnhackl bislang auf 35 Einsätze. Dabei verbuchte er drei Tore und vier Vorlagen.

Obwohl der Niederbayer momentan zu den unumstrittenen Stammkräften seiner Mannschaften gehört, weiß er nur allzu gut, dass er nicht nachlassen darf. "Man muss sich in jedem Spiel und in jedem Training voll reinhängen. Andernfalls sitzt man in dieser Liga schnell auf der Tribüne", sagte er.
Diese leidvolle Erfahrung musste Kühnhackl im Herbst des vergangenen Jahres machen, als er einige Partien in Folge nicht zum Aufgebot der Penguins zählte. Er will deshalb alles dafür tun, dass ihm dies kein weiteres Mal passiert, zumal jeder Einsatz für die Verlängerung seines auslaufenden Vertrages wichtig sein dürfte.

Am Samstag spielen die Penguins bei den Vancouver Canucks. Drei Tage später kommt es in der PPG Paints Arena von Pittsburgh zum Duell zwischen Kühnhackl und seinem Landshuter Kumpel Tobias Rieder von den Arizona Coyotes.

Mehr anzeigen