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Auswärts sind die Blues besonders stark

von Bernd Roesch / NHL.com

Die St. Louis Blues fliegen gerne, bevorzugt zu Arenen die nach Fluggesellschaften benannt sind. Nach zwei Auswärtssiegen im United Center der Chicago Blackhawks in der ersten Runde der Stanley Cup Playoffs der Western Conference, konnten sie in ihrer Zweitrundenpartie am Samstagnachmittag im American Airlines Center der Dallas Stars auch ihren zweiten Auswärtserfolg gegen die Texaner feiern.

Von den acht noch in den Playoffs verbliebenen Mannschaften gelang es außer den Blues keinem Team bisher vier Auswärtspartien in der Fremde für sich zu entscheiden. Nur die Tampa Bay Lightning weisen mit einer Erfolgsquote von 75 Prozent (3-1) eine bessere Auswärtsbilanz aus als die Mannen aus der Gateway City (4-2, 66,6%).

19 Treffer konnten die Blues bereits auf fremden Eis markieren, mehr als jedes andere Team. Auf einen Schnitt von über drei Toren pro Auswärtsspiel kommen nur noch die San Jose Sharks (16 Tore in 5 Partien). Mit seinen sechs Powerplaytreffern und einer daraus resultierenden Erfolgsquote von 37,5 Prozent ist St. Louis ebenso ligaspitze, wie bei den gewonnenen Bullys (51,1%). Keine der anderen sieben Mannschaften in den Conference Halbfinals konnte auswärts mehr Bullys gewinnen als ihr jeweiliger Gastgeber.

Und wie sieht es mit dem Unterzahlspiel der Blues aus? Auf den ersten Blick schlecht. Mit ihrer Quote von 77,8 Prozent, in der Summe aller sechs Auswärtsspiele, liegen sie nur auf dem sechsten Platz. Doch die Blues wären nicht die Blues, wenn sie unter der Regie von Trainerfuchs Ken Hitchcock nicht lernfähig wären. Bei den Blackhawks gastierend, kassierte St. Louis in drei Spielen vier Unterzahltreffer. In den drei Partien in Dallas überstanden sie alle neun Unterzahlsituationen, denen sie ausgesetzt waren, schadlos.

Wie schnell sich die Blues den Gegebenheiten anpassen können, wurde in der Partie am Samstag deutlich. Die Stars legten los wie die Feuerwehr, machten im ersten Drittel kräftig Druck. Die Gäste ließen sich davon aber nicht beeindrucken und blieben gelassen, hielten mit viel Physis dagegen.

"Wir spielen ein kluges, einfaches Eishockey", erklärte Blues Verteidiger Kevin Shattenkirk. "Wenn du auswärts spielst, dann konzentrierst du dich nicht so sehr auf die Atmosphäre im Stadion und fühlst dich auch nicht verpflichtet herumzuwirbeln und den Zuschauern ein schönes Spiel zu bieten. Wenn wir auswärts auftreten dann spielen wir geradliniger. Darum läuft es bei uns so gut."

Ähnlich sieht das auch Scottie Upshall: "Wir sind umso besser, umso physisch präsenter wir auftreten. Wenn du auswärts spielst dann blendest du das Publikum aus. Du musst hart spielen und den Gegner so fordern, dass er gar keine Zeit hat sich von den Rängen pushen zu lassen. Wir verlassen uns auf unsere Größe, unsere physische Stärke und sichern uns hiermit einen Vorteil."

Und sie können sich auf ihren Schlussmann Brian Elliott verlassen, der zur Stelle ist, wenn es darauf ankommt. Im ersten Spielabschnitt von Spiel 5 wehrte Elliott neun Torschüsse ab und musste sich nur einmal von Alex Goligoski, dessen Schuss unhaltbar war, bezwingen lassen. Im Schlussdrittel, mittlerweile lagen die Blues mit 3-1 vorne, wehrte er alle zwölf Schüsse der Hausherren ab, darunter war eine riesen Doppelchance von Cody Eakin zu Beginn des Drittels. Aus kurzer Distanz, das leere Tor vor sich, zog Dallas' Stürmer ab und Elliott kam noch rechtzeitig rüber, um mit einer sagenhaften Parade diesen Schuss und auch noch den Rebound abzuwehren.

In der zweiten Playoffrunde weist kein anderer Torhüter auswärts eine bessere Fangquote aus als der 31-jährige Schlussmann der Blues mit seinen 94,2 Prozent. Auch seinen Gegentrefferschnitt von 1,90 Toren pro Auswärtsspiel kann niemand toppen und das obwohl Elliott die meisten Torschüsse (104) auf seinen Kasten abbekommen hat.

Darauf angesprochen wiegt Elliott ab: "Ich weiß, dass wir es auswärts ganz gut gemacht haben, doch wir müssen uns jetzt darauf einrichten, nach Hause zu gehen und dort zu gewinnen. Wenn wir nachlegen können, dann sind wir für Spiel 6 gut aufgestellt und bereit für die Dinge, die danach passieren werden."

Vielleicht geht es noch einmal zurück in ein Stadion, dessen Namensrechte sich eine Airline gesichert hat, aber auch in Arenen die nach einem Reifen- oder Softwarehersteller benannt wurden, könnten sich die Blues im Western Conference Finale, das sie zum ersten Mal seit 2001 wieder erreichen möchten, wohlfühlen.

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