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Auf's Eis für einen guten Zweck

von Bernd Roesch / NHL.com

Seit mittlerweile sechs Jahren engagiert sich Mark Streit für 'chili' einem Projekt des Schweizerischen Roten Kreuzes zur Konfliktbearbeitung und Gewaltprävention. In den chili-Trainings lernen Kinder und junge Erwachsene mit Konflikten konstruktiv umzugehen. Auch die kommunikativen und sozialen Kompetenzen der Jugendlichen werden dabei gestärkt.

Als aktiver Botschafter von 'chili' besuchte der erfolgreichste Schweizer Eishockeyspieler, so es sein enger Terminplan zuließ, Schulen, Vereine und Jugendorganisationen. Dort brachte er als Co-Trainer Kinder und Jugendliche den gewaltfreien Umgang in Konfliktfällen bei.

Für diese gute Sache findet nun am Donnerstag, den 27. August in der PostFinance Arena von Bern um 19:30 Uhr ein Benefizspiel statt, an dem nicht nur Streit, sondern vier weitere Schweizer NHL-Profis teilnehmen werden. Der Reinerlös dieser Veranstaltung geht komplett an das Projekt 'chili'. Team Streit gegen Team Josi lautet die Paarung. In der Mannschaft von Roman Josi ist Minnesotas Rechtsaußen Nino Niederreiter mit von der Partie, im Team von Mark Streit stehen Calgarys Schlussmann Jonas Hiller und Vancouvers Verteidiger Yannick Weber. Streit, der den Sommer über eine Trainingsgruppe mit Josi und Weber bildet, freut sich riesig auf dieses Spiel.

Für die Schweizer NHL-Cracks ist diese Partie eine willkommene Abwechslung bei ihrer akribischen Vorbereitung auf die kommende Saison: Im Kraftraum bolzen, Technik verfeinern, Kondition aufbauen, läuferisch zulegen und schneller werden. Bei einem solchen zeit- und kräfteraubenden Trainingsprogramm muss man es den Schweizer Eishockeystars hochanrechnen, wie sie immer wieder Verbundenheit mit ihrer Heimat zeigen.

Nino Niederreiter ging vergangene Woche in seiner Heimatstadt Chur für das Bündner Tagblatt an seine vier Lieblingsorte: der Kunsteisbahn, auf der er das Schlittschuhlaufen gelernt hat, zum Obertor in der Altstadt, ein Torturm aus dem 13. Jahrhundert, zur Brambrüeschbahn, einer Bergbahn die direkt aus der Stadt heraus zu einem Hochplateau fährt, und an sein ehemaliges Schulhaus, wo er jeweils Rede und Antwort stand.

Jonas Hiller war einer von mittlerweile 14 Schweizern mit einem NHL-Vertrag in der Tasche, die vom Schweizer Nationaltrainer Glen Hanlon zum Fototermin der Nationalmannschaft am 30. Juli in Kloten zum Auftakt der Saison 2015/16 geladen wurden und selbstverständlich kamen. In der vergangenen Woche stieg der Schlussmann der Flames beim Mannschaftstraining des SC Bern ein, wo er auf seine NHL-Kollegen Weber, Josi und Christoph Bertschy, der Ende April einen 3-Jahres Einstiegsvertrag bei den Minnesota Wild unterschrieben hatte, traf.

Luke Adam

Mark Streit

Season Statistics
GOALS: 9 | ASST: 43 | PTS: 52
SOG: 144 | +/-: -8

Auch der Zusammenhalt und die Chemie zwischen den einzelnen Spielern scheint laut Niederreiter zu stimmen: "Wenn wir gegen ein Team mit einem Schweizer spielen, nehme ich Kontakt auf und wenn es sich zeitlich ergibt, dann gehen wir zusammen essen."

Schweizer Eishockeyfans können richtig stolz auf ihre NHL-Profis sein, die trotz der Dollarmillionen die sie verdienen, bescheiden und bodenständig geblieben sind und sich auch nicht vor der Nähe ihrer Fans scheuen.

Wer es sich zeitlich einrichten kann, der sollte die Veranstaltung am Donnerstag in einer Woche nicht verpassen. Es stehen dabei weniger sportliche Höchstleistungen, sondern der Spaß und der gute Zweck im Vordergrund. Über 17.000 Plätze fasst die Heimstätte des SC Bern. Die Eintrittspreise sind mit CHF 13,40 (Erwachsene) und CHF 8,30 (Kinder) für Schweizer Verhältnisse sehr moderat. Wann hat man sonst wieder Gelegenheit so nah an NHL-Spieler eines solchen Kalibers heranzukommen und sich dabei das eine oder andere Autogramm oder Foto zu sichern?

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