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Die Mannschaftsteile der Stanley Cup Finalisten

Predators mit Vorteilen in der Verteidigung, Pittsburgh liegt in der Offensive vorn

von Bernd Rösch / NHL.com/de Chefautor

Auf ihrem Weg ins Stanley Cup Finale 2017 mussten sich die Nashville Predators nur viermal geschlagen geben. 12-4 lautet die eindrucksvolle Bilanz des in Tennessee beheimateten Clubs, der in seiner Franchisegeschichte noch nie näher an einem Cup-Gewinn war als in diesem Jahr. Im Finale wartet mit den Pittsburgh Penguins der amtierende Stanley Cup Champion auf die Mannschaft von Headcoach Peter Laviolette.

Für die Penguins ist es die vierte Finalteilnahme (2008, 2009, 2016, 2017) in den letzten zehn Jahren. Pittsburgh musste in seinen letzten zwei Runden der Stanley Cup Playoffs 2017 jeweils über sieben Spiele gehen, warf seine ganze Erfahrung in den Ring(k) und bewies Nervenstärke.

Spiel 1 des Stanley Cup Finales findet am kommenden Montag in der PPG Paints Arena von Pittsburgh statt (8 p.m. ET).

Torhüterposition

Mit Pekka Rinne verfügen die Predators über den besten Torwart in den diesjährigen Playoffs. Der finnische Schlussmann stand bei allen 16 Auftritten seines Teams im Kasten und konnte vollends überzeugen. Mit seiner Fangquote von 94,1 Prozent und seinem Gegentrefferschnitt von 1,70 führte der 34-Jährige bis Donnerstagabend die Riege der in den Playoffs eingesetzten Torhüter mit mindestens fünf Spielen an. Unabhängig vom Ausgang der Finalserie ist Rinne ein Kandidat für den wertvollsten Spieler in den Playoffs.

Bessere Werte als Rinne weist nun Matt Murray aus, der zum ersten Mal in Spiel 3 des Eastern Conference Finales zum Einsatz kam, als er Marc-Andre Fleury nach dessen vier Gegentreffern in den ersten gut zwölf Spielminuten ersetzte. Der 23-jährige Rückhalt der Penguins brachte es bei seinen bisherigen fünf Auftritten auf eine Fangquote von 94,6 Prozent und einen Gegentrefferschnitt von 1,35.

Vorteil: Nashville Predators

Verteidigung

Mit Ryan Ellis (4 Tore, 7 Assists), P.K. Subban (2 Tore, 8 Assists) und dem Schweizer Roman Josi (5 Tore, 5 Assists) befinden sich gleich drei Defensivkräfte der Predators unter den Top-5 in der Playoff-Scorerwertung aller Verteidiger. Jeder dieser drei Blueliner kam auf einen Punkteschnitt von mindestens 0,65. Justin Schultz (3 Tore, 7 Assists) ist der einzige Verteidiger der Penguins der da mithalten kann.
Auch Mattias Ekholm, der zusammen mit Subban ein Verteidigerduo bildet, konnte schon acht Treffer vorbereiten. Er hat damit mehr Zähler auf seinem Konto als Pittsburghs zweitbeste Verteidiger Olli Maata (2 Tore, 5 Assists) und Ian Cole (7 Assists). Mark Streit gab seinen Playoff-Einstand in Spiel 5 gegen Ottawa. In seinen drei Auftritten brachte es der 39-jährige Berner auf zwei Assists. Bisher konnten die Penguins den verletzungsbedingten Ausfall ihres stärksten Verteidigers Kris Letang kompensieren, doch wird ihnen das auch im Finale gelingen?

Vorteil: Nashville Predators

Sturm

Die Predators müssen im Finale ohne ihren besten Center Ryan Johansen auskommen, der aufgrund eines nach Spiel 4 des Western Conference Finales diagnostizierten akuten Muskelkompressionssyndroms ausfallen wird. Nashvilles Teamkapitän Mike Fisher könnte rechtzeitig zum ersten Finalspiel wieder fit sein. Der 36-jährige Center ist der einzige Spieler im Kader der Predators, der schon über Stanley Cup Finalerfahrung verfügt (2007 mit Ottawa), aber auch einer von vier Stürmern der Predators, die noch keinen Scorerpunkt verbuchen konnten. Center Colton Sisson (5 Tore, 5 Assists) schaffte es beim letzten Auftritt gegen Anaheim seine elf Spiele währende Torflaute eindrucksvoll mit einem Hattrick zu beenden. Die Hauptlast im Sturm der Predators werden wohl die beiden Schweden Filip Forsberg (8 Tore, 7 Assists) und Victor Arvidsson (2 Tore, 8 Assists) tragen. Auch Rechtsaußen James Neal (5 Tore, 2 Assists) konnte schon fünfmal die Scheibe im gegnerischen Netz versenken.

Das Offensivspiel der Penguins lebt von zwei Stürmern, die zu den weltbesten ihres Faches zählen. Evgeni Malkin (7 Tore, 17 Assists) und Teamkapitän Sidney Crosby (7 Tore, 13 Assists) führen mit 24 und 20 Zählern die Playoff-Scorerwertung der Liga an. Platz 3 wird ebenfalls von einem Penguin belegt. Rechtsaußen Phil Kessel brachte es in den 19 Playoffpartien auf sieben Tore und zwölf Vorlagen. Nach Jake Guentzel (9 Tore, 7 Assists) klafft zwar eine Lücke, doch im entscheidenden siebten Spiel gegen die Senators tauchte plötzlich Chris Kunitz (2 Tore, 3 Assists) aus der Versenkung auf und zeichnete sich an der Seite von Crosby als zweifacher Torschütze aus.

Vorteil: Pittsburgh Penguins

Special Teams

Das Überzahlspiel ist die Achillesferse der Predators. Mit einer Erfolgsquote in den Playoffs von 14,9 Prozent liegen sie weit hinter dem Ligadurchschnitt (17,0%). Colin Wilson ist der einzige Predator, der zumindest zweimal im Powerplay treffen konnte. Subban bereitete fünf der sieben Überzahltreffer der Predators mit vor. Josi war mit einem Tor und zwei Assists an deren drei beteiligt. Im Penalty Killing lassen die Predators kaum Wünsche offen. Seit Spiel 2 in der zweiten Runde gegen St. Louis kassierte Nashville in zehn Partien bei 27 Unterzahlsituationen nur noch zwei Gegentore, in der Summe überstanden sie 88,1 Prozent (37 von 42) schadlos.

Jedes vierte Powerplay konnten die Penguins in einen Torerfolg ummünzen. An ihrer Powerplayerfolgsquote von 25,0 Prozent gibt es nichts auszusetzen. 14 Mal war Pittsburgh in seinen 19 Playoffpartien bei Überzahl erfolgreich, In den letzten fünf Spielen gegen Ottawa gelangen den Penguins sechs Überzahltreffer. Kessel (5 PP-Tore, 6 PP-Assists), Crosby (4 PP-Tore, 7 PP-Assists) und Malkin (10 PP-Assists) sind auch bei nummerischer Überlegenheit auf dem Eis Pittsburghs Erfolgsgaranten.

In den ersten zwei Playoffrunden zeigten die Penguins im Penalty Killing noch Schwächen. Gegen Columbus kassierten sie zwei (10 von 12) und gegen die Capitals fünf Treffer (17 von 23) bei Unterzahl. Im Conference Finale ließen die Penguins aber nur noch ein Gegentor zu (19 von 20). Summa summarum ergibt das für sie eine Erfolgsquote von 85,5 Prozent, die sich nur unwesentlich von jener ihres Finalgegners unterscheidet.

Vorteil: Pittsburgh Penguins

Freuen wir uns auf eine packende, spannende Finalserie, in der sich die beiden Kontrahenten vermutlich auf Augenhöhe begegnen werden und die uns in den kommenden 14 Tagen Eishockey auf höchstem Niveau bieten wird.

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