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Mehr All-Star-Auswahl als Nationalmannschaft

Präsident Franz Reindl glaubt an den Erfolg des Experiments Team Europa beim World Cup

by Axel Jeroma / NHL.com/de Autor

Die heiße Vorbereitungsphase bei Team Europa auf den World Cup of Hockey hat begonnen. Am heutigen Sonntag versammelt Coach Ralph Krueger den Großteil seiner Schützlinge um sich. Tags darauf bittet er im Rahmen des Trainingscamps im Videotron Centre von Quebec City zu einer ersten Übungseinheit.

Die 23 Auserwählten im Kader von Team Europa kommen aus acht Nationen. Darunter sind mit Torwart Thomas Greiss, den Verteidigern Dennis Seidenberg, Christian Ehrhoff sowie den Angreifern Tobias Rieder und Leon Draisaitl fünf Deutsche. Die Schweiz stellt mit den Verteidigern Luca Sbisa, Roman Josi und Mark Streit sowie Stürmer Nino Niederreiter vier Akteure. Aus Österreich kommt noch Stürmer Thomas Vanek hinzu.

Nicht nur bei der Mannschaft ist die Vorfreude auf das Turnier vom 17. September bis 1. Oktober in Toronto groß, sondern auch bei den Funktionären. "Wenn du dort dabei bist, bist du einfach glücklich", sagte der Präsident von Team Europa, Franz Reindl, im Gespräch mit nhl.com/de. Er sei froh, ein kleines Rädchen bei diesem bedeutenden Wettbewerb sein zu dürfen.

Den Sonderstatus, den Team Europa bei diesem Turnier einnimmt, sieht er als große Herausforderung für alle Beteiligten. "Für das Management bestand sie bereits im Vorfeld, als wir in mehreren Runden die besten 23 Spieler für den World Cup auswählen mussten. Damit haben wir unseren Job erfüllt, den Zug ins Rollen zu bringen", so Reindl weiter. Nun sei es die Aufgabe der Trainer und Spieler, sich zu finden und eine starke Einheit auf dem Eis zu bilden. "Vor allem muss dies in ganz kurzer Zeit geschehen", betonte der Präsident im Hinblick auf die nur knapp zweiwöchige Vorbereitungszeit.

Reindl ist jedoch zuversichtlich, dass das Experiment erfolgreich verläuft und Team Europa eine gute Rolle spielt. "Die Jungs sind Profis und wissen genau, was sie tun müssen. Ich würde uns eher mit einem NHL- oder All-Star-Team als mit einer Nationalmannschaft vergleichen.

Dort gilt es ebenso, sehr viele unterschiedliche Charaktere und Mentalitäten unter einen Hut zu bringen. Von daher glaube ich, dass es funktioniert", meinte der Präsident.

Einen absoluten Top-Favoriten für den World Cup gibt es nach Reindls Ansicht nicht. "Selten lässt sich diese Frage so schwer beantworten wie diesmal. Man muss erst einmal schauen, wie schnell die Mannschaften in die Gänge kommen. Ich glaube, dass die Tagesform am Ende den Ausschlag geben wird, wer den Titel holt." Zwar verfüge Kanada über den nominell stärksten Kader von den Namen her. Doch einen Nachteil hat Reindl ausgemacht, der sich im Verlauf des Turniers entscheidend bemerkbar machen könnte: "Die Kanadier haben in Toronto ihre jungen Spieler nicht dabei, weil die für Team Nordamerika antreten. Das muss das Team erst einmal bewältigen. Es läuft diesmal mit einer ganz anderen Mischung auf als zuletzt." Schweden, Russland und Tschechien seien dagegen komplett, da sie nicht auf ihre besten U23-Leute verzichten müssten.

In seiner Funktion als Präsident des Deutschen-Eishockeybundes erhofft sich Reindl durch den World Cup positive Auswirkungen im Hinblick auf die Weltmeisterschaft 2017 in Deutschland und Frankreich. "Eine bessere Werbung gibt es nicht. Da der World Cup unmittelbar vor Saisonstart der DEL beginnt, bekommt er natürlich viel Aufmerksamkeit bei Fans und Sponsoren, weil wirklich alle Weltstars dabei sind. Wie gesagt: Ich freue mich, dass es bald losgeht."

In der Vorbereitung bestreitet Team Europa drei Testspiele. Das erste findet am 8. September in Quebec City gegen Team Nordamerika statt.

Drei Tage später kommt es in Montreal zur Neuauflage dieses Duells. Am 14. September trifft das europäische Ensemble auf Schweden.

Zum Auftakt der Gruppenphase bekommt es Team Europa am 17. September mit den USA zu tun. Am 19. September steht die Aufgabe gegen Tschechien an. Dritter und letzter Gegner in der Gruppe A ist am 21. September Kanada.

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