Sein Blick war ernst, der Frust unübersehbar. John Tavares suchte nach den richtigen Worten, als er die 3:4-Overtime-Niederlage am Samstag gegen die Seattle Kraken analysierte. „Wir haben ein paar Fehler zu viel gemacht und unserem Gegner dadurch zu viele Chancen gegeben“, sagte er. „Wir müssen an diesen Details arbeiten und ein konstanteres Team werden. Es geht um die kleinen Unterschiede im Spiel. Selbst wenn nicht viel passiert, muss man dranbleiben. Jedes Detail muss stimmen, in jedem Shift.“

Er selber kann sich am wenigsten vorwerfen, denn Tavares glich das Spiel mit seinen beiden Treffern zweimal aus. Vier Minuten vor Ende des zweiten Spielabschnitts gelang ihm der Ausgleich zum 2:2, als William Nylander ihm den Puck vorlegte und er die Scheibe aus mittlerer Distanz ins Tor knallte. Die Kraken gingen zwar nur 1:43 Minuten später durch Vince Dunn erneut in Führung. Doch Tavares hatte mit seinem Powerplay-Treffer zu Beginn des Schlussdrittels die richtige Antwort parat. Erneut war Nylander der Vorlagengeber.

500 Punkte mit den Islanders und Maple Leafs

Tavares erzielte dadurch seinen 500. Punkt mit den Maple Leafs und ist der vierte Spieler in der NHL-Geschichte, der mit mehreren Franchises die Marke von 500 Punkten erreichte. Der Kanadier verbuchte in neun Spielzeiten bei den Islanders, die ihn beim Draft 2008 als Nummer 1 pickten, 621 Punkte - 272 Tore und 349 Assists. Bei den Maple Leafs, denen er sich am 1. Juli 2018 als Free Agent anschloss, verbuchte er bislang 500 Punkte (225 Tore, 275 Assists) in 521 Spielen.

„Das ist eine großartige Leistung von ihm“, lobte Trainer Craig Berube. „Wie ich schon immer betont habe, zeichnet ihn seine Vorbereitung und seine Spiel- und Wettkampfbereitschaft aus. Es ist diese Konstanz, die er in jedem Spiel an den Tag legt. Er gibt sein Bestes und liefert die Leistung ab, die notwendig ist. Er macht keine Abende frei. Deshalb konnte er das erreichen, was er erreicht hat.“

Lob von Rielly: „Eishockeyspieler durch und durch“

Tavares ist neben Ron Francis (Carolina Hurricanes / Hartford Whalers und Pittsburgh Penguins), Mark Messier (Edmonton Oilers und New York Rangers) sowie Wayne Gretzky (Oilers und Los Angeles Kings) einer von nur vier Spielern, die mit zwei verschiedenen Teams 500 Punkte erzielt haben.

Leafs-Verteidiger Morgan Rielly lobte Tavares: „Er ist einfach ein Eishockeyspieler durch und durch, ein echter Profi. Es ist eine echte Freude, mit ihm zu spielen und ihm beim Agieren zuzusehen. Er verdient es, inmitten dieser Gesellschaft (mit Gretzky, Messier, Francis, Anm. d. Red.) zu sein. Er ist ein sehr beeindruckender Kerl.“

Und wie reagierte Tavares selbst? Möglicherweise hätte er sich mehr darüber gefreut, hätten die Maple Leafs das Spiel nicht in der Overtime verloren. Zumal der entscheidende Gegentreffer aus Sicht der Maple Leafs vermeidbar war: Joshua Mahura marschierte durch das gegnerische Drittel, ließ die Defensive der Maple Leafs schlecht aussehen und brachte den Puck im Tor unter.

SEA@TOR: Mahura jagt den Siegtreffer in der Verlängerung ins Netz

Tavares blickt nach vorne – der nächste Meilenstein steht bevor

Als Tavares nach dem Spiel auf den erreichten Meilenstein mit zwei Teams angesprochen wurde, gab er sich unbeeindruckt. „Das wusste ich gar nicht“, sagte er und verzog dabei keine Miene. „Es ist im Moment schwer zu verarbeiten, wenn man bedenkt, wie das Spiel für uns ausgegangen ist. Die Möglichkeit, für zwei großartige Franchises zu spielen und den Erfolg zu haben, den ich hatte, spricht Bände für meine Teamkollegen, Trainer, Menschen, die um mich herum waren, und alle, die Teil dieser Reise waren. Ich habe es wirklich genossen und will einfach weitermachen."

Der nächste Meilenstein für Tavares könnte unmittelbar bevorstehen: Er hat 497 NHL-Tore vorzuweisen und ist nur drei Treffer davon entfernt, der fünfte aktive Spieler mit 500 Toren zu werden. Ansonsten haben unter den aktuellen NHL-Profis lediglich Alex Ovechkin, Sidney Crosby, Steven Stamkos, Evgeni Malkin diese Marke erreicht.

Toronto steht aktuell mit einer Bilanz von 3-2-1 auf dem 3. Platz der Atlantic Division. Am Dienstag, wenn die New Jersey Devils in der Scotiabank Arena zu Gast sind, findet das letzte von fünf aufeinanderfolgenden Heimspielen statt. Wenn nach Tavares geht, mit einem besseren Ausgang für Toronto.

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