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Zwei Goalies als Spaßbremse

Carey Price und Devan Dubnyk treiben Kontrahenten mit tollen Saves zur Verzweiflung

von Axel Jeroma / NHL.com/de Autor

Eingefleischte Anhänger der Montreal Canadiens stellen sich dieser Tage wiederholt eine - zugegebenermaßen - müßige Frage. Was wäre gewesen, wenn sich Schlussmann Carey Price in der vergangenen Saison nach zwölf Spielen nicht so schwer am Knie verletzt hätte, dass er danach keine einzige Partie mehr bestreiten konnte? Zu jenem Zeitpunkt zählte Montreal mit zehn Siegen zur Spitzengruppe in der NHL. Zwar gewannen die Canadiens ohne Price in den folgenden Wochen weitere zehn Mal - allerdings brauchten sie dafür sage und schreibe 32 Anläufe. Die Konsequenz: Die Habs stürzten in der Tabelle ab und verpassten erstmals seit 2012 wieder die Playoffs.

Nach fast elfmonatiger Pause feierte Price am 20. Oktober beim 5-2 der Canadiens gegen die Arizona Coyotes sein Comeback. Mit ihm im Tor siegte das Team seitdem viermal hintereinander, zuletzt am gestrigen Donnerstag (Ortszeit) mit 3-1 im Spitzenspiel gegen die Tampa Bay Lightning. In diesem Match glänzte Price mit 30 Saves. Seine größte Rettungstat vollbrachte er nach 21 Sekunden im zweiten Drittel, als er Ondrej Palat aus kurzer Distanz am Einschuss hinderte. Zu diesem Zeitpunkt wäre es das 2-0 für Tampa gewesen. Ob die Canadiens gegen die Lightning in den verbleibenden 20 Minuten einen Zwei-Tore-Rückstand noch gedreht hätten, darf zumindest leise bezweifelt werden - trotz der überragenden Verfassung, in der sich der Division- und Conference-Spitzenreiter befindet.

Glanzparaden wie jene gegen Palat seien bei Price längst wieder die Norm, lobte sein Mannschaftskollege Torrey Mitchell. "Diese Art von Saves geben allen Auftrieb. Das hat man an unseren unmittelbar darauffolgenden Spielzügen gesehen", sagte er der National Post.

Die Tatsache, dass Price ein echter Winner-Typ ist, haben die Statistikfreunde von Sportsnet übrigens anhand von umfangreichen Auswertungen seiner Einsätze belegt. Der Erhebung zufolge hat er seit der Saison 2014-15 genau 74 seiner insgesamt 104 Einsätze - in der NHL und auf internationaler Ebene - gewonnen. Sieg Nummer 75 soll am Samstag im Traditionsduell gegen die Toronto Maple Leafs unter Dach und Fach gebracht werden.

Video: Price rettet spektakulär gegen Gostisbehere

Zu den Torhütern, die ihren Kontrahenten zuletzt die Freude am Spiel arg verleideten, zählt auch Devan Dubnyk von den Minnesota Wild. Am Donnerstag beim 4-0-Auswärtserfolg betätigte er sich als Spaßbremse für die Buffalo Sabres. Deren Angreifer und Verteidiger konnten bei ihren Schüssen anstellen, was sie wollten, Dubnyk wehrte alle Pucks ab, einmal sogar mit dem Zeh. Zum Schluss standen für ihn 38 Saves (19 davon im Mitteldrittel) und ein Shutout auf der Habenseite. Es war das 21. Match ohne Gegentor in seiner NHL-Karriere und bereits das zweite in dieser Woche. Am Dienstag hatte Dubnyk mit den Wild die Boston Bruins mit 5-0 in die Knie gezwungen. Eine solche doppelte Nullnummer war ihm zuvor schon einmal im Februar 2015 gelungen.

"Es ist ein gutes Gefühl, auf diese Weise unseren Auswärtstrip zu beenden. Leider spielen wir nur einmal im Jahr in Buffalo. Ich habe vorher gesagt, dass dies ein ganz spezieller Ort für mich ist. Schließlich habe ich hier mit den Jungs das erste Spiel für die Wild gemacht. Daran denke ich oft und gerne zurück", sagte er NHL.com. Dubnyk debütierte am 15. Januar 2015 für Minnesota bei den Sabres. Er war in einem Trade von den Arizona Coyotes zu den Wild gekommen. Vor seiner Zeit in Arizona spielte er für die Edmonton Oilers und die Nashville Predators.

Die Wild stehen aktuell auf Platz 1 der Central Division - nicht zuletzt dank Dubnyks starker Darbietungen. Mit einem Erfolg am Samstag gegen die Dallas Stars will die Mannschaft aus Minnesota diesen Spitzenplatz verteidigen.

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