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Zukunft der Golden Knights hängt von klugen Trades ab

Verantwortliche der neuen Franchise richten den Blick bereits über die Saison 2017/18 hinaus

von Axel Jeroma / NHL.com/de Autor

Die intensive Arbeit der vergangenen Tage und Wochen hat sich gelohnt. Den Verantwortlichen der Vegas Golden Knights um General Manager George McPhee ist es gelungen, beim Expansion Draft und dem regulären NHL Draft 2017 einen ansehnlichen Kader zusammenzustellen. Allerdings ist nicht davon auszugehen, dass alle Neuzugänge tatsächlich einmal das Trikot der Franchise aus der Western Conference überstreifen werden. Denn zum harten Business in der NHL gehört, Transfers nicht nur nach sportlichen Gesichtspunkten zu tätigen, sondern auch nach wirtschaftlichen. Daher dürfte mancher Akteur den Klub aus Nevada noch im Sommer als Teil eines Trades wieder verlassen.

Als der NHL Draft am Samstag im United Center zu Ende war, bedankte sich McPhee bei allen Mitarbeitern, die am Zustandekommen des neuen Teams mitgewirkt hatten. "Sie alle haben eine Eins mit Stern verdient", lobte er. "Wir waren gut vorbereitet und lagen in vielen Fällen richtig bei der Prognose, welche Spieler für uns zur Verfügung stehen dürften. Unsere Strategie ist voll aufgegangen. Jetzt verfügen wir über eine ausgewogene Mannschaft mit Routiniers und Talenten. Mir gefällt das Team", fügte der General Manager hinzu.

Dennoch besteht auf einigen Positionen im Kader ein Überangebot an Spielern. Zu den 30 Zugängen beim Expansion Draft und den Spielern, die zuvor bereits unter Vertrag standen, gesellten sich am Freitag und Samstag weitere 13 Aktive dazu. Es handelt sich um fünf Center, vier Außenstürmer sowie jeweils zwei Verteidiger und Torhüter.

McPhee ist erfahren genug, um zu wissen, dass der langfristige Erfolg der Golden Knights in der NHL von einer klugen Transferpolitik in den kommenden Jahren abhängt. Aus diesem Grund muss er sein Augenmerk bereits jetzt über die Eröffnungssaison 2017/18 hinaus richten.

Der General Manager räumte deshalb gegenüber amerikanischen Medien freimütig ein, im Rahmen des Expansion Drafts den ein oder anderen "Throwaway Pick" getätigt zu haben. Nun wird eifrig darüber spekuliert, von welchen Protagonisten McPhee sich möglichst schnell wieder trennen möchte.

Kandidaten für einen zeitnahen Trade sind die beiden Goalies Calvin Pickard (kam von der Colorado Avalanche) und Jean-Francois Berube (von den New York Islanders). Die Nummer eins zwischen den Pfosten der Golden Knights ist der vom Stanley-Cup-Sieger Pittsburgh Penguins geholte Marc-Andre Fleury. Er soll Las Vegas nicht nur wichtige Punkte sichern, sondern auch den nötigen Star-Glamour verleihen. Daher ist klar, dass sein Backup nicht zu übermäßig vielen Einsätzen kommen wird, wenn Fleury gesund bleibt.

Berube war bei den Islanders hinter Thomas Greiss und Jaroslav Halak nur die Nummer drei. Kaum anzunehmen, dass er sich dies in Las Vegas eine weitere Saison antut. Zumal Berube am 1. Juli zum Unrestricted Free Agent werden könnte.

Video: Vegas Golden Knights' Expansion Draft 2017

In der Defensive sind die Golden Knights ebenfalls üppig besetzt. Aus diesem Grund wird bereits heftig über den Abgang von Marc Methot (von den Ottawa Senators verpflichtet) und Alexei Emelin (von den Montreal Canadiens) spekuliert. Am Tag nach dem Expansion Draft transferierte Las Vegas den von den Chicago Blackhawks ausgewählten Trevor van Riemsdyk zu den Carolina Hurricanes. Im Gegenzug erhielten die Golden Knights jeweils einen Pick der Hurricanes beim NHL Draft 2017 und 2018.

Zum potentiellen Trade-Kapital in der Zukunft zählen darüber hinaus die Nachwuchskräfte, deren Rechte sich Las Vegas am Freitag und Samstag sicherte. Die wenigsten von ihnen dürften auf Anhieb den Sprung in den NHL-Kader der Golden Knights schaffen.

McPhee machte deutlich, dass er den jungen Leuten genügend Zeit zur Entwicklung einräumt. "Wir werden nichts überstürzten. Es schadet nichts, wenn einige von ihnen noch ein, zwei Jahre bei den Junioren spielen. Natürlich halten wir die Augen offen, wenn jemand bereit ist für einen Einsatz in der NHL", sagte der General Manager. So operiert eine professionelle Franchise.

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