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Nationalmannschaft im Jugendwahn

Cheftrainer Sturm will bei der Eishockey-Weltmeisterschaft in Dänemark mit sieben WM-Debütanten glänzen

von Marc Rösch / NHL.com/de Autor

Das Sensations-Olympia-Finale aus Pyeonchang ist kaum verarbeitet, da dürfen sich die Fans der deutschen Eishockeynationalmannschaft auf das nächste große Turnier freuen.

Zur besten Fernseh-Zeit fällt am Freitag um 20:15 für die deutsche Auswahl der Puck im WM-Auftaktspiel gegen Gastgeber Dänemark. Neben drei NHL-Cracks und zehn Olympia-Helden sollen gleich sieben WM-Neulinge die hochgesteckten Ziele von Cheftrainer Marco Sturm erreichen.

"Wir wollen weiter unter den Top-Acht-Nationen der Weltrangliste bleiben", gab dieser die Marschroute vor.

Um diese Vorgabe einzuhalten, muss sich Deutschland, das mit den Debütanten Niklas Treutle (G, Thomas Sabo Ice Tigers), Mathias Niederberger (G, Düsseldorfer EG), Bernhard Ebner (V, Düsseldorfer EG), Sebastian Uvira (S, Kölner Haie), Marcel Michaelis (S, Minnesota State University/NCAA), Markus Eisenschmid (S, Laval Rocket/AHL) und Manuel Wiederer (San Jose Barracuda/AHL) antreten wird, in der Vorrunden-Gruppe B durchsetzen.

 

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"Unsere Gruppe ist eine Herausforderung", erklärte Sturm gegenüber NHL.com/de. "Mit den Kanadiern, Amerikanern und Finnen haben wir große Nationen in unserer Gruppe. Sie werden wieder vollgepackt mit NHL-Spielern kommen. Zwar liegt Dänemark in der Weltrangliste hinter uns, aber gegen einen Gastgeber ist es immer etwas anderes."

Sturm weiß genau, wozu Gastgeber fähig sind. Noch im Vorjahr rückte seine Mannschaft bei der Weltmeisterschaft in Köln und Paris überraschend bis ins Vierteilfinale vor und schied knapp mit 1:2 gegen Kanada aus. Bei der Heim-WM im Jahr 2010 erreichte Deutschland sogar das Bronzemedaillen-Spiel.

Obwohl die deutsche Landesvertretung mit Superstar Leon Draisaitl (S, Edmonton Oilers), der zum Kapitän ernannte Dennis Seidenberg (V, New York Islanders) und Korbinian Holzer (V, Anaheim Ducks) vom ersten Spiel an auf die Erfahrung von drei NHL-Cracks bauen kann, wird die bevorstehende Aufgabe eine knifflige.

"Bei der WM ist einfach jedes Spiel wichtig und eng", erklärte Sturm. "Wir müssen bereit sein. Wir müssen schauen, dass wir unsere Mannschaft so hinbekommen, dass wir mit einem guten Gefühl in das erste Spiel gegen Dänemark gehen werden."

Wie Deutschland, das aufgrund von diversen Rücktritten und Verletzungen mit einem anderen Gesicht nach Dänemark reisen wird, können auch die Eidgenossen nicht aus dem Vollen schöpfen.

Ohne Shootingstar Nico Hischier und Fabrice Herzog wird die Schweizer Auswahl nach Dänemark reisen.

 

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"Selbstverständlich hätten wir Nico gerne aufgeboten", erklärte Raeto Raffainer, Direktor des National-Teams. "Es war uns jedoch klar, dass die Chancen eher gering waren, um nach dieser langen und intensiven Saison eine WM-Freigabe zu bekommen. Wir verstehen die Entscheidung. Nico ist noch jung und wir sind überzeugt, dass er schon bald eine wichtige Rolle für die Nationalmannschaft spielen wird."

Eine solche spielte Herzog schon: Vor einem Jahr trumpfte der 23-jährige Stürmer der ZSC Lions groß auf und steuerte zwei Treffer zum famosen 3:2-Sieg nach Verlängerung gegen Kanada bei. Eine im NLA-Playoff-Finale erlittene Handverletzung verhindert nun seine WM-Teilnahme.

Nationaltrainer Patrick Fischer sieht seine Auswahl dennoch gerüstet. Seine Mannschaft sei nach der verpatzten Olympia-Teilnahme in der "Bringschuld". "Wir wollen die Scharte gemeinsam auswetzen", erklärte er gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Dabei werden ihm einige Nordamerika-Legionäre helfen. Von den Minnesota Wild stößt der erfahrene Stürmer Nino Niederreiter und von den Anaheim Ducks Torhüter Reto Berra zur Schweizer Auswahl und mit Sven Andrighetto (S, Colorado Avalanche), Mirco Müller (V, New Jersey Devils), Jonas Siegenthaler (V, Hershey Bears/NHL) und Dean Kukan (V, Cleveland Monsters/AHL) reisen vier junge Akteure aus Übersee an.

Auf der Torhüter-Position sieht sich Fischer mit Berra gut gerüstet. Der 31-Jährige absolvierte in der abgelaufenen Spielzeit fünf Partien für die Ducks und erreichte eine Fangquote von 92,6 %. 32 weitere Male lief er in der American Hockey League für die San Diego Gulls auf (Fangquote von 92,2 %).

Seine Mannschaft wird am Samstag um 12:15 Uhr gegen Österreich in das Turnier starten.

Neuling Österreich will sich mit allen Kräften gegen den Klassen-Abstieg stemmen. Dabei ruhen etliche Hoffnungen von Cheftrainer Roger Bader auf Michael Raffl. Nach der "Klärung privater Angelegenheiten in den USA" soll der Linksaußen der Philadelphia Flyers bis zum Turnierstart einsatzbereit sein.

"Er ist ein guter Spieler und wir wollen eine Rolle finden, in der er sich entfalten und der Mannschaft erfolgreich helfen kann. Sicher flößt seine Anwesenheit einigen Teams Respekt ein, Nationen wie Russland oder Schweden ist es aber schnurzegal, ob wir einen NHL-Spieler dabei haben. Die haben selbst 20 davon", erzählte Bader im Interview mit Laola1.

Insgesamt erwartet Bader ein schweres Turnier für seine Mannschaft, wo es für den Aufsteiger primär nur um den Klassenerhalt gehen kann.

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