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Zehntes Bruder-Duell Torwart gegen Feldspieler

Malcolm Subban traf im Tor der Golden Knights auf P.K. Subban als Verteidiger der Predators

von Stefan Herget / NHL.com/de Chefautor

Es wäre der Moment gewesen, auf den alle gewartet haben und Gelegenheiten dazu gab es genügend. Das Penaltyschießen zwischen den Vegas Golden Knights und den heimischen Nashville Predators ging über sechs Runden. Alle Fans im weiten Rund der Bridgestone Arena und an den Bildschirmen in den beteiligten Städten, im ganzen Land und über das Internet weltweit dachten: Wann tritt endlich Predators Verteidiger P.K. Subban zum Penalty gegen seinen jüngeren Bruder Malcolm Subban im Tor der Golden Knights an? Es kam jedoch nicht dazu.

Es wäre nur etwas für die Sensationsgier der Medien gewesen, für die Nashville Trainer Peter Laviolette keine Sympathie hegt. "P.K. gehört nicht zu unserem üblichen Stamm an Spielern für das Shootout", erläuterte er sachlich in der Pressekonferenz. "Wir testen das regelmäßig im Training und er zählt nicht dazu, von daher war er keine Option."

So verloren die Predators schließlich das Spiel mit 3:4 und Malcolm war der gefeierte Mann, indem er 41 Torschüsse der Gegner abwehren konnte und sich bei allen Versuchen im Shootout schadlos hielt. P.K. hätte eventuell gewusst, wie er ihn knacken kann.

"Ich wollte im Gang immer Torhüter spielen", erzählte Malcolm über die Kindheit. "Ich erinnere mich, dass P.K. auf mich schoss und zu meinem Vater sagte: 'Hey, er ist wirklich gut, er sollte Torhüter spielen'. Mein Vater entgegnete: 'Auf keinen Fall, keine Chance, dass er Torhüter spielt'."

Vater Karl, der am Freitag im Publikum war und die Möglichkeit sichtlich genoss, das Warmup im Vegas-Trikot von der Auswechselbank aus anzusehen und mit seinen beiden Söhnen Fotos zu schießen, ist eines Besseren belehrt worden.

Malcolm ist nach der Verletzung von Stammtorhüter Marc-Andre Fleury dabei, sich in der NHL zu etablieren, nachdem ihn Vegas am 2. Oktober über die Waiver-Liste von den Boston Bruins holte und ihren ursprünglich geplanten Backup Calvin Pickard später an die Toronto Maple Leafs abgab.

Seine Bilanz liegt in dieser Saison bei 9-7-2 mit einem Gegentorschnitt von 2,33 und 92,4 Prozent Fangquote. "Ich freue mich einfach nur für ihn", sagte P.K.. "Er hat seinen eigenen Weg gefunden. Er ist ein großartiger Eishockey-Spieler und er arbeitet wirklich hart. Ich bin stolz darauf, was er erreicht hat."

Es war das zehnte Mal in der NHL-Geschichte, dass ein Brüderpaar im Duell Torhüter gegen Feldspieler gegeneinander antrat. Die berühmtesten Geschwister sind wohl Tony und Phil Esposito, die 43 Mal aufeinandertrafen. Noch häufiger als diese beiden maßen sich Tiny und Paul Thompson, nämlich 71 Mal. Bis dahin haben die Subbans noch einen weiten Weg.

Video: VGK@NSH: Subban rettet gegen Smith

"Es ist wirklich cool", freute sich der 23-jährige Malcolm, der vom fünf Jahren älteren P.K. nur mit einem Torschuss geprüft wurde. "Natürlich ist es eine tolle Erfahrung, wie ich sagte, dort draußen zu sein mit meinem Vater und meinem Bruder. Ich wünschte, Jordan hätte auch hier sein können. Dann wäre es wie in alten Zeiten gewesen, in denen wir im Freien spielten und diese Dinge. Es bringt einfach nur die alten Erinnerungen zurück."

Der dritte männliche Nachkomme von Karl und Maria im Bunde, neben zwei Schwestern, Jordan Subban, wurde von den Vancouver Canucks im NHL Draft 2013 in der vierten Runde (Nr. 115) ausgewählt und am Donnerstag zu den Los Angeles Kings abgegeben. Er wartet noch auf sein NHL-Debüt.

"Wenn unsere Kinder ihren Traum leben, sind die Eltern die glücklichsten", betonte Karl. "Und das gilt auch für Malcolm heute und für den Saisonstart, dass er seine Eltern sehr glücklich macht, weil er das tut, was er tun möchte." Die späte Einsicht eines Vaters, der verhindern wollte, dass sein Sohn Torhüter wird und es zum Glück nicht geschafft hat.

Nashville und Vegas treten in dieser Saison noch zweimal gegeneinander an. Eine Fortsetzung des interessanten Bruder-Duells ist also nicht ausgeschlossen, zumal sich beide Mannschaften im oberen Bereich der Western Conference angesiedelt haben und deswegen selbst ein Playoff-Duell nicht undenkbar scheint. Vielleicht hat sich P.K. dann auch im Training in den Kreis der Shootout-Spezialisten hochgearbeitet. Die nächste Auflage dieses Duells folgt am 2. Januar in Las Vegas.

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