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Zehn interessante Aspekte bei der Free Agency

Grabner, Rieder und Kühnhackl auf Klubsuche - Was machen Seidenberg und Vanek?

von Axel Jeroma / NHL.com/de Autor

Die Spannung steigt: Am 1. Juli beginnt in der NHL die Free Agency und damit die Zeit, in der sich für zahlreiche Spieler die Frage nach der Zukunft klärt. Folgende zehn Aspekte sind in diesem Jahr ganz besonders von Interesse:

1. Können die Islanders ihren Kapitän Tavares halten?

John Tavares von den New York Islanders zählt zu den hochkarätigen Spielern, die nach aktuellem Stand bei der Free Agency zu haben sind. In der vergangenen Serie kam der Center in allen 82 Spielen der Hauptrunde zum Einsatz und verzeichnete dabei 84 Punkte (37 Tore, 47 Assists). Sein Klub würde ihn gerne halten, doch die Gespräche führten bislang zu keinem Abschluss. Neben der Laufzeit und dem gebotenen Gehalt interessieren den Kapitän vor allem die sportlichen Perspektiven bei den Islanders. Mit der Verpflichtung von General Manager Lou Lamoriello und Meistercoach Barry Trotz sendete der Verein zumindest ein klares Signal, dass es nach zwei deprimierenden Jahren wieder aufwärts gehen soll. Ob das ausreicht, um Tavares vom Verbleib in Brooklyn zu überzeugen, wird sich bald herausstellen.

 

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2. Welche Center stehen auf den Einkaufslisten ganz oben?

Die erste Wahl für mindestens eine Handvoll Klubs ist zweifellos Tavares. Sollte er nicht mehr zur Verfügung stehen, dürfte sich das Augenmerk bei den Teams, die nicht zum Zug kamen, vor allem auf zwei Akteure richten: Paul Stastny (Winnipeg Jets) und Riley Nash (Boston Bruins). Stastny wechselte im Februar von den St. Louis Blues nach Winnipeg und hatte großen Anteil daran, dass sich die Jets für die Playoffs qualifizierten und erst in Finalserie der Western Conference an den Vegas Golden Knights scheiterten. In der Postseason gelangen ihm in 17 Spielen insgesamt 15 Punkte. Nash stellte mit 41 Punkten in der regulären Saison eine persönliche Bestmarke auf und überzeugte zudem als zeitweiser Vertreter für den verletzten Patrice Bergeron in der Top-Reihe der Bruins.

3. Gehen die NHL-Karrieren von Seidenberg und Vanek zu Ende?

Mit Dennis Seidenberg (zuletzt Islanders) und Thomas Vanek (Columbus Blue Jackets) sind zwei altgediente NHL-Stars noch ohne gültige Arbeitspapiere für die kommende Spielzeit. Der 36 Jahre alte Seidenberg erlebte bei den Islanders keine gute Saison. Der Stanley-Cup-Gewinner von 2011 wirkte lediglich in 28 Begegnungen mit und kam auf fünf Assists. Immer wieder zog ihm der mittlerweile entlassene Trainer Doug Weight andere Verteidiger vor, obwohl der Schwenninger erstmals seit Jahren nicht mit Verletzungsproblemen zu kämpfen hatte.

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Um einiges besser lief es für den Österreicher Vanek. Er wechselte bei der Trade Deadline im Februar von den Vancouver Canucks zu den Blue Jackets und qualifizierte sich mit dem Team aus Ohio für die Stanley Cup Playoffs. Auch auf seiner achten Station in der Liga stellte der 34-Jährige seine ausgeprägten Scorer-Qualitäten unter Beweis. Die Frage ist, ob und wie lange er noch Lust verspürt, sein Nomadenleben der vergangenen Jahre aufrechtzuerhalten. Das Ende der NHL-Karrieren von Vanek und Seidenberg ist nach Lage der Dinge nicht ausgeschlossen.

4. Was passiert mit Grabner, Rieder und Kühnhackl?

Nach einer durchwachsenen Saison 2017/18 testen die Stürmer Michael Grabner (New Jersey Devils), Tobias Rieder (Los Angeles Kings) und Tom Kuhnhackl (Pittsburgh Penguins) bei der Free Agency ihren Marktwert. Grabner verhandelt mit den New York Rangers über eine Rückkehr, nachdem sein mehrmonatiges Gastspiel in Newark nach der Trade Deadline im Februar nicht von Erfolg gekrönt war. Rieder und Kühnhackl zeigten zwar über weite Strecken ansprechende Leistungen, von ihren Scoring-Werten erlebten sie jedoch ein unbefriedigendes Jahr. Das mag auch der Grund sein, warum sie von den Kings und den Penguins kein qualifiziertes Angebot bekommen haben. Dennoch sollten sie mit ihrem Potential einen neuen Verein in der Liga finden.

 

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5. Spielen die Sharks künftig ohne Thornton?

13 Jahre hat Joe Thornton bei den San Jose Sharks verbracht. Obwohl es schwerfällt, sich den Stürmer in einem anderen als dem blaugrünen Trikot mit dem Haifisch vorzustellen, dürfte seine Zeit und damit zugleich eine Ära in San Jose enden, nachdem im Vorjahr bereits sein langjähriger Sturmpartner Patrick Marleau zu den Toronto Maple Leafs abgewandert ist. Dem Vernehmen nach ist Thornton auf eine längere Laufzeit als zuletzt mit einem Jahr aus. Es ist zweifelhaft, dass sich die Sharks angesichts des fortgeschrittenen Alters - er wird am Montag 39 Jahre - und seiner Verletzungsgeschichte am Knie in der letzten Saison darauf einlassen.

6. Was tut sich auf dem Torhütermarkt?

In diesem Jahr gibt es eine ganze Reihe an erfahrenen Torleuten, die auf ein neues Glück hoffen. Dazu gehören mit Jaroslav Halak (Islanders), Kari Lehtonen (Dallas Stars), Cam Ward (Carolina Hurricanes), Robin Lehner (Buffalo Sabres) vier Schlussmänner, die bei ihren Teams über einen längeren Zeitraum die Startposition zwischen den Pfosten innehatten. Auf Vereinssuche befinden sich darüber hinaus Carter Hutton (St. Louis Blues), Petr Mrazek (Philadelphia Flyers), Jonathan Bernier (Colorado Avalanche) und Anton Khudobin (Bruins).

 

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7. Wer angelt sich die Verteidiger Green, Cole und Johnson

Nachdem John Carlson bei den Washington Capitals für acht Jahre verlängert hatte, fiel bei den Verteidigern der ganz große Name schon vor Beginn der Free Agency weg. Die Top 3 bilden nun Mike Green (Detroit Red Wings), Ian Cole und Jack Johnson (beide Columbus Blue Jackets). Green hat wohl ein gutes Angebot seines bisherigen Arbeitgebers vorliegen und könnte Carlsons Beispiel folgen.

8. Welche Klubs haben besonders viel finanziellen Spielraum?

Längst nicht alle 31 NHL-Vertreter verfügen über genügend finanziellen Spielraum beim Salary Cap, um bei der Free Agency auf ausgedehnte Einkauftour gehen zu können. Viel Cap-Space besitzen laut CapFriendly die Islanders (32,7 Millionen US-Dollar), die Vegas Golden Knights (30,9 Millionen), die Rangers (29,4 Millionen), die Maple Leafs (24,6 Millionen) und die Calgary Flames (24,4 Millionen).

 

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9. Gibt es weitere überraschende NHL-Rückkehrer?

Vor wenigen Tagen sorgte die Rückkehr von Ilya Kovalchuk in die NHL für Furore. Der russische Stürmer wurde sich mit den Los Angeles Kings handelseinig. Weitere spektakuläre Comebacks dieser Güteklasse sind derzeit zwar nicht in Sicht, doch wer weiß, was in den nächsten Stunden und Tagen alles passiert. So kokettierte zuletzt auch Jaromir Jagr wieder damit, seine Laufbahn in Nordamerika fortzusetzen. Doch die Chancen, noch einmal in der NHL aufzulaufen, tendieren nach seinem vorzeitigen Abgang bei den Calgary Flames im Januar gegen null.

10. Ist mit frühzeitigen Vertragsverlängerungen zu rechnen?

Die Free Agency ist immer auch die Zeit, in der sich Klubs mit ihren Stars auf eine frühzeitige Ausdehnung eines noch bestehenden Arbeitsverhältnisses einigen. In diesem Jahr trifft dies ziemlich sicher auf die Sharks und ihren Center Logan Couture zu. Er besitzt noch gültige Papiere bis Ende der kommenden Saison. Wie der kanadische Sportsender TSN am Donnerstag berichtete, haben sich beide Seiten auf eine Vertragsverlängerung über acht Jahre geeinigt.

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