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Achtung, Gefahr: Washingtons Powerplay

Capitals schlagen in Spiel 4 dreimal in Überzahl zu und sichern so den Sieg

von Christian Rupp @IamCR1 / NHL.com/de Autor

Die Washington Capitals haben in Spiel 4 des Stanley-Cup-Finals 2018 ein großes Ausrufezeichen gesetzt und einen 6:2-Hemsieg über die Vegas Golden Knights gefeiert. Dabei konnten sich die Caps vor allem auf ihr brandgefährliches Powerplay verlassen.

An diesem Abend benötigte Washington lediglich 23 Schüsse, um satte sechs Tore zu erzielen (21,7 Prozent Effizienz). Die Hälfte davon machten die Capitals in Überzahl (3/5, 60 Prozent Erfolgsquote). Für die Caps waren es die Powerplay-Treffer 19, 20 und 21 in den Playoffs 2018 - diese Ausbeute bedeutet den fünfbesten NHL-Wert seit der Erfassung dieser Daten ab der Saison 1977/78.

Video: VGK@WSH, Sp4: Oshie geschickt zum PP-Tor

"Wir haben schon immer ein gutes Powerplay", so der deutsche Caps-Goalie Philipp Grubauer. Dieses spielt durchaus offensiv, geht mit allen drei Stürmern aufs Tor, zudem schaltet sich meist auch noch einer der beiden Verteidiger mit ein. Oft sichert nur ein einziger Spieler die blaue Linie ab - alle anderen bewegen sich auch ohne Scheibe viel. Kluge Pässe spielen meist dann auch den vielversprechendsten Schützen frei. Und diesbezüglich haben die Hauptstädter große Kaliber. "Wenn du Backstrom, Kuznetsov und Ovi als Schusswaffen da drin hast, dann ist es einfach ein brutales Powerplay", meint Grubauer. "Wir schaffen es immer wieder, im richtigen Moment die richtigen Tore zu schießen."

Oshies Geheimrezept: Garten, Büsche, Fußball

So war auch das 1:0 für Washington eines dieser Tore im passenden Augenblick: Vegas hatte über Minuten gedrückt, doch auf die Anzeigetafel schafften es die Capitals: Nach einem Schuss von Evgeny Kuznetsov wusste T.J. Oshie den springenden Puck dank seiner hervorragenden Hand-Augen-Koordination erst mit dem Schlittschuh und dann mit dem Schläger zu bändigen und staubte erfolgreich ab (10.). "Ich habe früher viel Zeit im Garten verbracht und das Stickhandling wohl zwischen den Büschen gelernt", scherzte der Stürmer hinterher. "Ich weiß auch nicht, irgendwie landet die Scheibe immer wieder auf meinem Schläger. Ich habe vor dem Spiel ein bisschen Fußball gespielt - vielleicht hat das geholfen."

 

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Washington findet die "empfindlichen Stellen"

Der zweite Powerplay-Treffer an diesem Abend bedeutete die zwischenzeitliche 4:0-Führung für Washington. Kuznetsov bewies viel Übersicht und filetierte die Unterzahl-Reihen der Golden Knights mit einem überlegten Querpass durch die Zone auf John Carlson, der den Puck per Direktabnahme in den Winkel jagte (36.). "Sie haben Spieler, die die empfindlichen Stellen finden. Das hat man bei diesem Tor gesehen", sagte der Schweizer Vegas-Verteidiger Luca Sbisa.

Connolly findet die Lücke

Powerplay-Tor Nummer drei an diesem Abend resultierte kurz vor Schluss aus einer Fünf-gegen-Drei-Überzahlsituation, in der die Caps den Gegner mit weiten Pässen auseinander zogen und dann in Brett Connolly den freien Mann im Slot fanden. Der Stürmer verzögerte, guckte sich eine kleine Lücke aus und netzte zum 6:2-Endstand ein (59.). "Wir haben unsere Chancen genutzt", stellte Washingtons Trainer Barry Trotz hinterher zufrieden fest.

Video: VGK@WSH, Sp4: Connolly baut Führung im PP

Fehleranalyse bei den Golden Knights

Vegas wirkte in Unterzahl hingegen ungewohnt anfällig. In den ersten drei Playoff-Runden hatten die Golden Knights nur eine solide Quote von 82,5 Prozent - im Stanley-Cup-Finale stürzte dieser Wert auf nur noch 66,7 Prozent ab. In Spiel 4 waren es gar 40 Prozent. "Das erste Tor war für mich ein glücklicher Abpraller. Die anderen beiden waren dafür schöne Spielzüge. Das Letzte bedeutet allerdings nichts mehr, da stand es schon 2:5 und das Spiel war verloren. Aber für dieses eine Schöne muss ich sie wirklich loben", analysierte Knights-Coach Gerard Gallant.

"Das Penalty Killing müssen wir uns anschauen und sehen, was wir besser machen können. Sie haben ein paar Mal im Powerplay getroffen, also müssen wir darüber sprechen und es hoffentlich bis zum nächsten Spiel korrigieren", sagte Vegas-Stürmer Tomas Tatar. "Wir sind eigentlich ein gutes PK-Team. Heute hat es einfach nicht geklappt. Wir waren zu aggressiv", befand Sbisa in einer ersten Fehleranalyse. Center Erik Haula will das Problem schon vor der Entstehung bekämpfen: "Wir müssen einen Weg finden, von der Strafbank wegzubleiben. Wenn du diesen Jungs momentan Chancen gibst, dann nutzen sie diese."

 

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Achtung, Gefahr!

Zu diesen Jungs zählen mit Kuznetsov (12), Nicklas Backstrom (12), Oshie (11), Carlson (11) und Ovechkin (10) schon fünf Spieler, die eine zweistellige Powerplay-Scorerpunkt-Ausbeute vorweisen können. Überzahl-Tore gelangen Oshie (6), Ovechkin (5), Carlson (4), Kuznetsov (3), Connolly (1), Jakub Vrana (1) und Lars Eller (1). "Die Sterne leuchten dir den Weg", spielte Trotz vor allem auf seine Stars im Powerplay an.

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