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Kuznetsov, die "Russische Maschine"

Center meldet sich fit und entscheidet Spiel 3

von Christian Rupp @IamCR1 / NHL.com/de Autor

Die Washington Capitals haben im Stanley-Cup-Finale die Führung übernommen. In Spiel 3 am Samstagabend in der Capital One Arena setzten sich die Caps mit 3:1 gegen die Vegas Golden Knights durch und stellten so in der Serie auf 2:1. Zum Mann des Tages avancierte ausgerechnet ein Spieler, der für diese Partie fraglich war: Evgeni Kuznetsov.

Für Washington war es ein Schockmoment: In Spiel 2 ging Kuznetsov nach einem harten Check von Vegas-Verteidiger Brayden McNabb zu Boden, hielt sich mit schmerzverzerrten Gesicht die Hand, verschwand in der Kabine und kam nicht wieder zurück. Seit diesem Moment war der Gesundheitszustand des Nummer-1-Centers das Top-Thema in der Hauptstadt.

Ein wenig Erleichterung kam auf, als der Mittelstürmer zwei Tage später beim öffentlichen Training auf dem Eis stand und alle Übungen absolvierte. Ein paar Restzweifel, ob der 26-Jährige für Spiel 3 bereit sein würde, blieben dennoch. Doch dann tauchte Kuznetsov am Spieltag auch beim Warmup auf - trotz der scheinbar schwereren Verletzung. "Sind sie sich sicher, dass es so ernst war?", stellte Capitals-Coach Barry Trotz hinterher eine rhetorische Frage und ließ sein Pokerface aufblitzen. "Wir haben schon nach Spiel 2 gewusst, was mit ihm los ist. Für uns war es also kein Geheimnis", sagte der deutsche Backup-Goalie Philipp Grubauer.

Video: VGK@WSH, Sp3: Kuznetsov bezwingt Fleury

Kuznetsov sorgt schon vor dem Spiel für Jubel

Kuznetsov konnte spielen. Als er als nach dem Aufwärmprogramm als Letzter das Eis verließ, brannte ohrenbetäubender Jubel in der Arena auf. Bei den Fans fiel viel Sorge ab - Washington konnte auf einen seiner besten Spieler zählen. "Jeder kennt seine Stärken", sagte Alex Ovechkin über seinen Landsmann und Reihen-Kollegen. "Er hebt unser Spiel auf ein neues Niveau, ist sehr kreativ, spielt mit Leidenschaft, trifft gute Entscheidungen und weiß, wie er die gegnerische Deckung überwinden kann", zählte Trotz auf. "Er ist einer der dynamischsten Spieler in dieser Liga", so Verteidiger John Carlson. "Kuzy ist ein wichtiger Mann, ein Schlüsselspieler für uns", unterstrich auch Grubauer.

Und als ein solcher trat der Russe dann auch auf: Der Linksschütze hatte mit 18:52 Minuten Eiszeit (davon 5:00 im Powerplay) die zweitmeisten unter allen Caps-Stürmern. Dazu schoss der in Chelyabinsk geborene Angreifer viermal aufs gegnerische Tor - zweimal parierte Golden-Knights-Goalie Marc-André Fleury stark (32., 37.). Entscheidend waren unterm Strich dann aber seine beiden Scorerpunkte an diesem Abend.

Video: VGK@WSH, Sp3: Ovechkin stellt Rekord mit Eröffnungsto

Ein Assist, ein Tor

Beim 1:0 war es ein Kuznetsov-Schuss der das große Durcheinander vor dem Tor der Golden Knights stiftete. Der 26-Jährige zog im Getümmel erneut ab und schoss Fleury weiter weich. Schließlich vollende Alex Ovechkin artistisch mit einem eingesprungenen Rückhand-Schuss (22.).

Beim 2:0 fiel Kuznetsov mit einem überfallartigen Konterangriff in die gegnerische Zone ein, hielt den Puck lange am rechten Bullypunkt, guckte dabei Fleury aus und vollendete schließlich mit einem halbhohen Schuss ins linke Eck (33.). "Ein sehr sehr wichtiges Tor", befand Caps-Verteidiger Michal Kempny. Grubauer konnte sich da nur anschließen: "Auch heute hat er wieder gezeigt, dass er durch alle durchfahren und wieder ein Tor schießen kann. Super!"

 

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Ovechkin jubelt ausgelassener

Nach seinem Treffer drehte Kuznetsov mit dem berüchtigten Adler-Jubel ab. Deutlich feuriger freute sich sein Kapitän auf der Bank: Ovechkin riss beide Arme nach oben, kniff die Augen zu und schrei seine Freude mit aufgerissenem Mund heraus. "Es war sehr emotional als er getroffen hat. Immer wenn Kuznetsov trifft, sind es große Momente."

"Es macht Spaß, ihm zuzusehen", geriet auch Mittelstürmer Nicklas Backstrom ins Schwärmen. "Er ist verlässlich, unverwüstlich und ein zäher Bursche. Er ist eine Russische Maschine!" Auch Lars Eller, der bei Kuznetsovs Abwesenheit eingesprungen war, konnte sich da nur anschließen: "Er kann den Unterschied ausmachen - und genau das hat er heute auch gemacht."

 

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Kuznetsov: "Ich habe gespürt, dass ich der Mannschaft helfen kann"

"Die Entscheidung, ob der Mann des Tages spielen würde oder nicht, wurde bereits am Morgen getroffen.""Ich bin aufgewacht und habe mich ein bisschen besser gefühlt. Ich habe gespürt, dass ich der Mannschaft helfen kann und es ist dann auch ganz gut für uns gelaufen", erklärte Kuznetsov. "Wenn du verletzt wurdest, spielst du immer ein bisschen besser. Du hast einfach mehr Energie. Es ist so emotional."

Zweifel an einem Ausfall hegte er nie. "Ich habe versucht, positiv zu bleiben. Natürlich wollte ich spielen, aber entscheidend war, festzustellen, ob ich auch dem Team helfen kann oder nicht. Das war der schwerste Teil der Entscheidung", so der Linksschütze.

Kuriosum: McPhee holte Kuznetsov & Co.

Washington kann sich also glücklich schätzen, einen gesunden Kuznetsov in den Reihen zu haben. Dass dieser überhaupt für die Capitals spielt, ist ausgerechnet dem General Manager der Golden Knights zu verdanken: Vor seinem Engagement in Vegas holte George McPhee den Center im NHL-Draft 2010 in der 1. Runde an insgesamt 26. Stelle in die Hauptstadt. Übrigens genauso wie Ovechkin, Tom Wilson, Braden Holty, Backstrom, Andre Burakovsky, Dmitry Orlov, Jay Beagle, Chandler Stephenson, Christian Djoos, und Grubauer. Genau diese Jungs sind es, die den Knights momentan große Probleme bereiten.

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