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NHL.com/de diskutiert die künftigen Hall of Famer

Das Redaktionsteam schreibt, welche aktuellen NHL-Stars einmal in die Ruhmeshalle einziehen könnten

von Christian Göbel / NHL.com/de Autor

Während der Saison 2018/19 wird das Team von NHL.com/de jeden Freitag in der Rubrik "Writer's Room" wichtige Themen der Liga diskutieren und analysieren. In dieser Ausgabe: Die Hockey Hall of Fame und aktuelle Spieler, die dort einziehen könnten.
Das kommende Wochenende steht ganz im Zeichen der Aufnahme von vier Spielern und zwei Funktionären in die Hockey Hall of Fame. Besonders bei den Akteuren ist die Betrachtung im Nachgang klar. Die Legenden werden nach ihrem Karriereende verehrt und als die Besten ihrer Zeit gefeiert.

Aktuell gibt es viele herausragende Spieler, die es ihnen einmal gleichtun könnten. Lasst uns einen Blick auf die Stars der jetzigen Generation werfen: Wer von ihnen ist ein potenzieller Kandidat für den Einzug in die Hockey Hall of Fame?

Christian Göbel: Ohne Zweifel sind die vier früheren Aktiven (Martin Brodeur, Martin St. Louis, Sergey Yakushev und Jayna Hefford) sowie NHL Commissioner Gary Bettman und der ehemalige Spieler und Botschafter der Initative "Hockey is for everyone" Willie O'Ree prägende Figuren des Eishockeysports. Sie erhalten am Wochenende in Toronto ihren Platz in der Hall of Fame völlig zurecht.

Die Superstars Connor McDavid, Sidney Crosby oder Alex Ovechkin und zahlreiche weitere aktuelle NHL-Akteure besitzen ebenfalls das Potenzial dafür. Crosby dürfte mit seinen Leistungen und drei Stanley-Cup-Titeln ein sicherer Kandidat sein, ebenso hat Ovechkin mit dem Titelgewinn vergangene Saison seine Ansprüche auf einen Platz neben einer Legende wie Wayne Gretzky untermauert.

Video: PIT@WSH: Ovechkin trifft in Überzahl zum 8. Platz

Bei den jungen Spielern, zu denen auch McDavid noch gehört, wird der Karriereverlauf zeigen, ob sie zu den Persönlichkeiten gehören werden, die den Eishockeysport entscheidend prägen. Denn es zählt nicht ausschließlich die Leistung auf dem Eis.

Stefan Herget: Ovechkin wird nicht nur wegen seines endlich errungenen Stanley-Cup-Titels in die Hockey Hall of Fame kommen, sondern auch weil er der Torjäger der NHL in dieser Zeit schlechthin ist. Wenn er weitgehend verletzungsfrei bleibt, wird er leicht die Top 10, wenn nicht sogar die Top 5 der ewigen Torschützenliste erreichen. Derzeit liegt er auf dem 17. Rang. Zur Top 10 fehlen ihm 72 Tore, zu den Top 5 noch 113. Somit ist der Russe für mich ein sicherer Kandidat für die Hockey Hall of Fame.

Obwohl sie noch einen weiten Weg zurückzulegen haben, sind für mich Auston Matthews und McDavid ebenfalls Anwärter für die Ruhmeshalle. Die Hoffnungen aus deutscher Sicht liegen natürlich auf Leon Draisaitl, dass er weiterhin eine grandiose NHL-Karriere hinlegt und irgendwann als erster Deutscher aufgenommen werden wird. Die Schweizer werden auf Roman Josi oder Nico Hischier zählen, wobei meiner Meinung nach Mark Streit es schon längst verdient gehabt hätte, in die engere Auswahl zu kommen.

Video: EDM@WSH: McDavid trifft in Überzahl

Bernd Rösch: Ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass unter den noch in der NHL aktiven Spielern ein Patrick Kane von den Chicago Blackhawks sowie Crosbys russischer Teamkollege Evgeni Malkin im Anschluss ihrer Karriere zu 100 Prozent in die Ehrenhalle aufgenommen werden. Ebenso wie ein Joe Thornton von den San Jose Sharks, der zwar noch nicht den Stanley Cup gewinnen konnte, aber seit über zwei Jahrzehnten auf höchstem Niveau überzeugt und es mittlerweile auf 1431 Scorerpunkte in 1500 Partien gebracht hat.

Bei den Verteidigern sehe ich Zdeno Chara von den Boston Bruins, Duncan Keith, Erik Karlsson und Drew Doughty als die heißesten Anwärter an, künftig einen Platz in der Hockey Hall of Fame zu finden. Auch Torhüter sollten wir nicht vergessen: Die Chancen von Henrik Lundqvist und Jonathan Quick dürften da am besten stehen.

Video: BUF@NYR: Lundqvist hechtet sich zur Abwehr

Robin Patzwaldt: Die Kollegen haben ja schon viele namhafte Kandidaten für die Zukunft benannt. Widersprechen mag man da bei keinem. Ich möchte an dieser Stelle noch ergänzend anmerken, dass zahlreiche Persönlichkeiten ja auch aufgrund ihrer Verdienste für den Eishockeysport geehrt werden. Gerade im Bereich Wohltätigkeit ist es erfreulicher Weise für immer mehr aktive Spitzensportler eine Selbstverständlichkeit, sich karitativ zu betätigen. Da bildet auch die NHL keine Ausnahme.

 

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Gut in Erinnerung ist mir zum Beispiel das Engagements der Sedin-Brüder, die in ihrer Zeit in Vancouver in sozialen Fragen äußerst engagiert waren. Auch von Jeremy Roenick ist mir im Gedächtnis, dass er stets bemüht war, abseits des Eises möglichst viel Gutes zu tun. Viele junge Sportler quer durch die Liga fördern inzwischen aktiv den Nachwuchs oder schaffen Aufmerksamkeit für sozial Benachteiligte und deren Belange. Dieser Hintergrund wird sicherlich verstärkt berücksichtigt werden, wenn es um eine Aufnahme in die Ruhmeshalle in Toronto geht, was ich absolut begrüßenswert finde.

Axel Jeroma: Mit Crosby, McDavid und Ovechkin sind drei Namen bereits erwähnt worden, die mir spontan in den Sinn kamen. Sicher wird auch noch der ein oder andere Spieler aus Skandinavien zum erlauchten Kreis dazustoßen. Ich denke da konkret an Nicklas Backstrom von den Capitals oder die Sedin-Zwillinge Henrik und Daniel, die Robin ebenfalls auf den Zettel stehen hat.

Video: PIT@WSH: Johnson bedient Crosby im Powerplay

Christian Göbel: Dank eurer Beiträge haben wir nun eine sehr lange Liste an Kandidaten für die Ehrenhalle. Mir stellt sich jetzt aber die Frage, wie viele von ihnen es tatsächlich schaffen werden. Seit 1945 wurden 404 Persönlichkeiten in die Hall of Fame aufgenommen. Das heißt, in einem Jahr werden im Schnitt 5,5 Spieler und Funktionäre Teil des elitären Kreises. Ohne die Funktionäre und Schiedsrichter zu berücksichtigen, bleiben nur 280 Spieler. Das sind gerade einmal 3,8 Akteure pro Jahr.

Wir haben hier circa 15 Spieler aufgezählt, die wir in der Ehrenhalle sehen. Mit immer mehr herausragenden Akteuren, die sich aufdrängen, dürfte künftig nicht allein die Leistung auf dem Eis von entscheidender Bedeutung sein. Daher sehe ich Robins Argumentation, dass die Verdienste rund um den Eishockeysport und soziales Engagement mehr Gewicht bekommen könnten, als durchaus realistisch an.

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