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NHL.com/de über die größten Rivalitäten

Das Redaktionsteam diskutiert darüber, in welchen Duellen in der NHL es besonders zur Sache geht

von NHL.com/de @NHLde

Während der Saison 2018/19 wird das Team von NHL.com/de jeden Freitag in der Rubrik "Writer's Room" wichtige Themen der Liga diskutieren und analysieren. In dieser Ausgabe: Die größten Rivalitäten in der NHL.

Wenn in der Nacht vom Samstag auf Sonntag gegen 2 Uhr MEZ der Puck zur NHL Stadium Series 2019 im Lincoln Financial Field von Philadelphia zwischen den heimischen Flyers und den Pittsburgh Penguins fällt, dann wird ein weiteres Kapitel einer großen Rivalität in der NHL aufgeschlagen.

Beide Mannschaften verbindet ein Konkurrenzkampf, der durch die Ansässigkeit im selben Bundesstaat, nämlich Pennsylvania, begründet wird und deswegen Battle of Pennsylvania, also Kampf von Pennsylvania, genannt wird.

Die über hundertjährige Geschichte der NHL hat so einige verbissene Duelle zwischen zwei Teams hervorgebracht. In der Anfangszeit dadurch bedingt, dass aufgrund der wenigen Mannschaften in der Liga ständig gegeneinander gespielt wurde. Später meist durch hart geführte Playoff-Aufeinandertreffen zweier Titelaspiranten.

Die Redakteure von NHL.com/de diskutieren anlässlich des Spiels am Samstag, welche Rivalität sie besonders finden bzw. fanden und welche Erlebnisse sie damit unter Umständen verbinden:

Stefan Herget: Im Jahr 2012 lieferten sich die Flyers und Penguins eine unglaubliche Serie in der ersten Stanley Cup Playoffrunde der Eastern Conference. Pittsburgh war der große Favorit, doch Philadelphia hielt sich in den ersten drei Spielen schadlos. Es hagelte eine unglaublich hohe Zahl an Strafminuten. Die Penguins kamen noch einmal auf 2:3 heran, verloren aber das sechste Spiel. Trotz dieser atemberaubenden Serie und den vielen Duellen, steht bei mir an Nummer 1 die Rivalität zwischen den Detroit Red Wings und der Colorado Avalanche über zehn Jahre ab Mitte der 90er Jahre. Die Begegnungen waren nicht nur in den Playoffs ein absolutes Highlight, sie waren geprägt von Abneigung und Ablehnung. Höhepunkte waren die Fights der Torhüter Patrick Roy und Chris Osgood und zwischen Roy und Mike Vernon. Durch weniger erfolgreiche Jahre der Teams und dem Wechsel der Red Wings von der Western in die Eastern Conference, hat sich die Rivalität zuletzt stark relativiert.

Robin Patzwaldt: Die New York Rangers und die New York Islanders liefern sich seit Jahren eine der größten Rivalitäten des Weltsports. Ihre für US-Sport-Verhältnisse ungewöhnliche räumliche Nähe zueinander, erleichtert es den Fans beider Teams, die Auswärtsspiele beim Konkurrenten mit vergleichsweise geringem Aufwand zu besuchen. Kein Wunder also, dass bei den hitzigen Duellen beider Mannschaften auf dem Eis, immer auch eine ungewöhnlich lautstarke Atmosphäre auf den Rängen herrscht. Spiele, wie sie das Herz eines jeden Eishockeyfans höher schlagen lassen. Da kommt man automatisch ins Schwärmen...

 

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Christian Göbel: Als Fan der Montreal Canadiens kommt mir natürlich sofort die älteste Rivalität der NHL in den Sinn. Montreal und die Toronto Maple Leafs trafen sich erstmals am 26. Dezember 1917 und absolvierten seitdem 812 Partien. Das Duell der französischsprachigen Habs mit den englischsprachigen Leafs elektrisiert Kanada. Besonders in den 1960er Jahren war die Rivalität auf ihrem Höhepunkt, machten beide Teams doch die Titel fast nur untereinander aus. Die Konkurrenz der beiden Mannschaften kühlte in der Zukunft etwas ab, was auch daran liegt, dass es seit 1979 kein Aufeinandertreffen in den Playoffs mehr gab. Vielleicht in diesem Jahr?

Christian Rupp: Rivalitäten in der Eastern Conference haben eine lange Geschichte, doch auch im Westen gibt es schon langjährige Feindschaften, etwa die zwischen den Los Angeles Kings und den San Jose Sharks. Letztere verliehen ihrer Abneigung sogar mit dem einem Hashtag ("#BeatLA") Ausdruck. Der Grund für die Rivalität liegt nicht nur in der geographischen Nähe begründet, sondern auch in teils rassigen Playoff-Begegnungen. Besonders schmerzhaft war für San Jose das Aufeinandertreffen in der 1. Runde der Endrunde 2014, als die Sharks bereits mit 3:0 in der Serie führten, um noch mit 3:4 auszuscheiden und den Titelgewinn der Kings ansehen zu müssen. Bemerkenswert sind für mich auch Rivalitäten, die eine kurzfristige Eigendynamik entwickeln. So gesehen in Boston, wo plötzlich "Beat LA"-Rufe zu vernehmen waren. Der Hintergrund: Die Sportstadt Boston bekam es zuletzt häufiger in entscheidenden Spielen mit Mannschaften aus Los Angeles zu tun: Im Football (Super Bowl zwischen den New England Patriots und den Los Angeles Rams), im Baseball (World Series zwischen den Boston Red Sox und den Los Angeles Dodgers) und im Basketball, wo am Wochenende vom 8. bis 10. Februar erst die Los Angeles Lakers und dann die Los Angeles Clippers bei den Boston Celtics gastierten - entsprechend gab es am 9. Februar beim NHL-Spiel der Bruins gegen die Los Angeles Kings laute Schmäh-Gesänge zu hören.

Video: LAK@BOS: Bergeron im Powerplay zum Sieg in Overtime

Bernd: Wenn das Team aus der Hauptstadt Albertas, die Edmonton Oilers, gegen die Calgary Flames, der Mannschaft aus der bevölkerungsreichsten Stadt dieser kanadischen Provinz antritt, dann ist immer etwas geboten. Ein Jahr nachdem die Oilers 1979 der NHL beigetreten waren, zogen die Atlanta Flames nach Calgary. Am 22. Oktober 1980 kam es zum ersten Aufeinandertreffen der Konkurrenten, das die Oilers mit 5:2 für sich entschieden. Am Saisonende hatten jedoch in der Clarence Campbell Conference die Flames mit 92 Punkten die Nase vor ihrem nördlichen Nachbarn mit 74 Punkten. Die Rivalität nahm ab Mitte der 80er Jahre zu, als die zwei Franchises die stärksten Mannschaften der Conference stellten. Zwischen 1983 und 1990 nahm in jedem Stanley Cup Finale einer dieser beiden Klubs aus Alberta teil. Auch wenn diese glorreichen Zeiten bereits Jahrzehnte zurück liegen, für ihre Anhänger gibt es kaum etwas Süßeres als einen Sieg  über den ungeliebten Widersacher. Aus den 237 Aufeinandertreffen in der regulären Saison lautet die Bilanz für die Flames 119-94-18-6. Bei den Playoff-Partien liegen dagegen die Oilers mit einer Bilanz von 19-11 vorn.

 

[Ähnliches: Sidney Crosby und Alex Ovechkin im Vergleich]

 

Alexander Gammel: Ich schließe mich auf jeden Fall Stefan an. Auch wenn die heiße Phase der Rivalität zwischen den Avalanche und den Red Wings im Vergleich zu anderen Paarungen von relativ kurzer Dauer war, sie war an Intensität kaum zu überbieten. Eine weitere Rivalität die man gerade in den letzten Jahren nicht vergessen darf, ist der ewige Kampf zwischen Sidney Crosby und Alex Ovechkin, der sich längst zu einer Rivalität der Pittsburgh Penguins mit den Washington Capitals ausgeweitet hat. Angeführt von den beiden Stars, entwickelten sich die beiden Mannschaften aus der Metropolitan Division zu zwei der stärksten Teams der Liga. Die beiden gewannen die letzten drei Stanley Cups und eliminierten dabei jeweils den anderen in der zweiten Runde der Playoffs.

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