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NHL.com/de über das All-Star Game

Das Redaktionsteam diskutiert, über Momente deutschsprachiger Spieler beim All-Star Game

von NHL.com/de @NHLde

Während der Saison 2018/19 wird das Team von NHL.com/de jeden Freitag in der Rubrik "Writer's Room" wichtige Themen der Liga diskutieren und analysieren. In dieser Ausgabe: Momente deutschsprachiger Spieler beim NHL All-Star Game und Aussichten für die Zukunft.

Durch den Deutschen Leon Draisaitl (Edmonton Oilers) im Team der Pacific Division und den Schweizer Roman Josi (Nashville Predators) im Team der Central Division sind erstmalig zwei deutschsprachige Spieler beim NHL All-Star Game, das am Samstag im SAP Center von San Jose, Kalifornien, über die Bühne gehen wird, vertreten.

Draisaitl ist nach Olaf Kölzig (1998 und 2000), Uwe Krupp (1991) und Marco Sturm (1999) der vierte Deutsche, der für das Event berufen wurde und der erste seit 19 Jahren. Josi war bereits 2016 als dritter Schweizer nach Mark Streit im Jahr 2009 sowie Jonas Hiller im Jahr 2011 dabei und feiert in diesem Jahr seinen zweiten Einsatz.

Unsere Redakteure blicken zurück auf die All-Star Game Momente dieser Spieler in der Vergangenheit und wagen einen Ausblick auf Spieler mit Potenzial, die den Sprung in den kommenden Jahren ebenfalls schaffen können. 

Alexander Gammel: Ich freue mich jedes Jahr wieder auf die Bilder des All-Star-Wochenendes. Man erlebt die Spieler in diesem lockeren, ungezwungenen Rahmen von einer anderen Seite, die sie in einem regulären Saison Spiel oft nicht zeigen. Es wird viel gescherzt und gelacht, selbst zwischen den größten Konkurrenten. Das ist bei dem hohen Druck und der Bedeutung eines normalen Spiels meist kaum möglich. Dass Draisaitl und Josi teilnehmen dürfen, ist eine unglaubliche Ehre, wie man schon an den wenigen, dafür aber namhaften Vorgängern sieht. Beide haben sich die Berufung aber eindeutig verdient und es würde mich nicht wundern, wenn Draisaitl in Sturms Spuren folgt und der zweite Deutsche mit einem Tor im All-Star-Spiel wird.

Beeindruckend war 1999 auch Sturms Leistung in der Skills Competition, als er bei dem Wettbewerb der schnellsten Schlittschuhläufer auf Platz zwei landete. Die beiden diesjährigen Teilnehmer dürften nicht zum letzten Mal dabei sein und zumindest Josi könnte in den nächsten Jahren Gesellschaft durch seine Landsleute bekommen. Nico Hischier ist auf jeden Fall ein Kandidat für einen zukünftigen Einsatz und Timo Meier hat bewiesen, dass er das Potenzial zum Elite-Torschützen hat, was ihm in den nächsten Jahren womöglich eine Einladung einbringen könnte. Aus deutscher Sicht ist wohl Dominik Bokk der aussichtsreichste Kandidat, doch er muss erst noch zeigen, was er auf NHL-Niveau wirklich leisten kann.

 

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Robin Patzwaldt: Mir geht es da ähnlich wie Alex. Auch ich sehe in einem All-Star Game eher ein buntes Fest des Eishockeysports als einen ernsthaften sportlichen Wettstreit. Natürlich ist es schön für die Sieger der unterschiedlichen Wettbewerbe, sei es im eigentlichen Spiel, oder auch bei der Skills Competition. Wie bereits vor einigen Wochen an dieser Stelle erwähnt, sind die Nationalitäten der Beteiligten für mich dabei nicht entscheidend. Ich erfreue mich grundsätzlich an den Leistungen der Allerbesten der Liga, ganz egal wo sie herkommen. Aber natürlich freue auch ich mich über das Auftreten von Draisaitl oder Josi, wünsche Hischier in Zukunft dieses tolle Erlebnis. Das ist gar keine Frage.

Bernd Rösch: Im Zusammenhang mit dem All-Star Game Festivitäten erinnere ich mich immer wieder gerne an das Jahr 2003, in dem das All-Star Game Wochenende in Sunrise, Florida stattfand. Auch damals waren zwei deutschsprachige Spieler eingeladen gewesen, zwar nicht für das All-Star sondern für das YoungStar-Game. Dennis Seidenberg war in der Kabine die Freude anzusehen, zu diesem Spiel nominiert worden zu sein, das die angehenden NHL-Stars der Eastern Conference gegen jene der Western Conference austrugen.

Im Kader der Eastern standen unter anderem, neben dem zu dieser Zeit noch für die Philadelphia Flyers aktiven Seidenberg, angehende NHL-Größen wie Ryan Miller (Buffalo Sabres) im Tor, Taylor Pyatt (Buffalo Sabres) und Stephen Weiss (Florida Panthers) im Sturm sowie ein Jay Bouwmeester (Florida Panthers) in der Verteidigung.

Auf der Gegenseite hütete der Schweizer David Aebischer (Colorado Avalanche) den Kasten des Western-Teams. Vor ihm agierten in der Defensive ein Jordan Leopold (Calgary Flames), ein Nick Schultz (Minnesota Wild) und ein Barret Jackman (St. Louis Blues), die es in ihrer Karriere allesamt auf über 600 NHL-Spiele gebracht hatten. Den Angriff der Western-Auswahl führte kein Geringerer als ein Rick Nash (Columbus Blue Jackets) an. Das Spiel entschied übrigens die Auswahl der Eastern deutlich mit 8:3 für sich. Seidenberg leistete dabei zweimal die Vorarbeit zu den Treffern von Brian Sutherby (Washington Capitals), der zum MVP gekürt wurde.

Stefan Herget: Ich war nach Bernd im Jahr 2004 beim All-Star Game in St. Paul, Minnesota. Ein tolles Event. Damals war Christian Ehrhoff für das erwähnte YoungStar-Game nominiert und hat glaube ich sogar ein Tor geschossen.

Auch hatte ich damals die Ehre, die Schiedsrichter zu interviewen und hinterher einen Bericht über sie zu verfassen. Es waren Blaine Angus und Stephen Walkom, der heute der Chef der NHL-Schiedsrichter ist. Beide waren so locker und lustig drauf, so dass wir viel Spaß hatten. Auch erinnere ich mich, dass der Pay-Sender Premiere eine Live-Übertragung hatte und Kommentator Michael Leopold auch vor Ort war. Ich durfte schließlich auch zu ihm in die Reporter-Kabine und ihm bei der Arbeit zusehen.

Das All-Star Game ist also nicht nur bei den Spielern wegen der lockeren Atmosphäre geschätzt, sondern auch bei den vielen Mitarbeitern im Hintergrund. Es sind einmalige Erlebnisse, die man dort sammeln kann.

Deutschsprachige Teilnehmer in der Zukunft werden wir sicher noch häufiger haben, auch wenn die Hürde, daran teilzunehmen sehr hoch liegt. Dazu ist schon eine perfekte erste Saisonhälfte notwendig, um in die Phalanx der anderen Nationen, die über viele Akteure mit Potenzial verfügen, eindringen zu können.

 

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Axel Jeroma: Der Zeitpunkt hätte nicht besser sein können, markiert er doch so etwas wie einen historischen Stabwechsel: 20 Jahre, nachdem mit Marco Sturm letztmals eine Stürmerlegende aus Deutschland bei einem NHL All-Star Game auf dem Eis stand, tritt nun mit Leon Draisaitl sein legitimer Nachfolger bei diesem Großereignis ins Rampenlicht.

2016/17 hat der Kölner dem langjährigen NHL-Profi und derzeitigen Co-Trainer der Los Angeles Kings bereits den deutschen Rekord in Sachen Scorerpunktzahl in einer regulären Saison abgeluchst. In der laufenden Spielzeit dürfte er sich darüber hinaus zum alleinigen deutschen Rekordtorschützen innerhalb einer Hauptrunde aufschwingen. Mit 29 Treffern, ebenfalls in der Serie 2016/17 erzielt, muss sich Draisaitl diese Bestleistung bislang mit Sturm teilen. Drei Tore noch in dieser Saison und der Rekord gehört ihm exklusiv.

Und was würde die Wachablösung mehr verdeutlichen, als mindestens zwei Tore des Oilers-Angreifers beim All-Star Game am Samstag (Ortszeit) in San Jose? Auch wenn der Vergleich zugegebenermaßen hinkt, da das Event 1999 in einem anderen Modus ausgetragen wurde. Allein um eventuell Zeuge dieses besonderen Moments in Draisaitls Karriere werden zu können, lohnt es sich, das Großereignis live zu verfolgen.

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