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World Cup of Hockey: USA wollen den Titel

von Axel Jeroma / NHL.com

In der dritten und letzten Folge unserer Serie über die Teilnehmer am World Cup of Hockey vom 17. September bis 1. Oktober in Toronto präsentieren wir diesmal die USA, Finnland, Tschechien und Nordamerika.

USA

Das amerikanische Team verfügt über genügend Potenzial für ansprechende Darbietungen auf der großen Eishockey-Bühne in Toronto. Das Team USA hatte die letzte Ausgabe des World Cup of Hockey 1996 für sich entschieden. Dennoch wäre es anachronistisch, die amerikanischen Puckjäger als Titelverteidiger zu bezeichnen. Als die damalige Mannschaft um Brett Hull, Brian Leetch und Mike Modane vor 20 Jahren die Kanadier in die Knie zwang, saßen die heutigen Stars wie Patrick Kane (Chicago Blackhawks), Zach Parise (Minnesota Wild) oder Ryan Suter noch als Knirpse vor dem Fernseher.

Coach John Tortorella und General Manager Dean Lombardi wissen, was die Fans vom Team USA erwarten: mindestens den erneuten Einzug ins Finale. Alles andere wäre eine Riesenenttäuschung, zumal nach der Schmach bei Olympia in Sotchi, wo es am Ende nicht einmal für eine Medaille reichte.

Weitere Stars aus dem Team USA:

Joe Pavelski (San Jose Sharks) – Der Center ist derzeit der beste amerikanische Torschütze in der Addition der vergangenen zweieinhalb Spielzeiten. Er ist vorne variabel einsetzbar und verfügt über eine enorme Spielintelligenz.

T.J. Oshie (Washington Capitals) – Der Rechtsaußen spielt in seinem NHL-Klub in einer Reihe mit Nicklas Backstrom und Alex Ovechkin. Er sprüht geradezu vor Energie auf dem Eis und gehört zu den festen Größen in der Nationalmannschaft.

Jonathan Quick (Los Angeles Kings) – Der zweifache Stanley-Cup-Gewinner ist ein erfahrener Goalie und soll dem Team mit seiner Ausstrahlung die nötige Sicherheit geben.

Finnland

Bei großen Turnieren hat sich Finnlands Nationalmannschaft oft als Ärgernis für die Favoriten herausgestellt. Kein Wunder, dass die Nordeuropäer dadurch längst selbst zu Medaillenanwärtern bei großen Turnieren mutiert sind. Das dürfte 2016 in Toronto ähnlich sein, wenngleich Finnlands Kader derzeit nicht über so klangvolle Namen wie in der Vergangenheit verfügt.

Aber Coach Lauri Marjamaki kann auf eine Reihe vielversprechender Talente zurückgreifen, die ihre Zukunft erst noch vor sich haben. Denn Finnland gewann dieses Jahr die Junioren-Weltmeisterschaft. Der ein oder andere aus diesem Team dürfte auch in Toronto, zusammen mit finnischen NHL-Größen wie Schlussmann Tuukka Rask (Boston Bruins) oder Jussi Jokinen (Florida Panthers), zum Kader gehören.

Weitere Stars aus dem Team Finnland:

Aleksander Barkov (Florida Panthers) – Mit überzeugenden Leistungen hat der 20-jährige maßgeblichen Anteil am Erfolg der Panthers in dieser Spielzeit. Nicht umsonst bildet er dort zusammen mit Jonathan Huberdeau und Jaromir Jagr die Top-Reihe.

Mikko Koivu (Minnesota Wild) – Der Kapitän der Wild gilt als der kompletteste Crack der Finnen. Mit seinen 32 Jahren soll der Routinier die jungen Spieler führen, sowohl auf dem Eis als auch in den Katakomben.

Rasmus Ristolainen(Buffalo Sabres) – Der Verteidiger der Sabres streitet mit Barkov um den Titel des besten Finnen der NHL in dieser Saison. In Buffalo ist er in der Defensive top und hat sich in so manchem Match als Turm in der Schlacht gegen scheinbar übermächtige Offensivreihen erwiesen.

Tschechien

Sowohl bei Olympia 2014 als auch bei der Heim-WM 2015 gingen die Tschechen leer aus. Ob sie in Toronto eine ernsthafte Rolle spielen werden, dürfte entscheidend von einem Mann abhängen: Jaromir Jagr. Der hatte seine internationale Karriere im vergangenen Jahr eigentlich beendet, wäre aber aufgrund seiner überragenden Saison in Florida eine enorme Verstärkung für das Team von Coach Josef Jandac.

Ein wichtiger Faktor für Jagrs Entscheidungsfindung zugunsten eines Comebacks könnte sein, dass in Toronto mit General Manager Martin Rucinsky und Co-Trainer Jaroslav Spacek zwei ehemalige Spieler zur Delegation Tschechiens gehören, mit denen er 1998 Olympia-Gold und 2005 die WM gewann. Bis 1. Juni hat Jagr Zeit, seine Teilnahme am World Cup of Hockey offiziell zu verkünden.

Weitere Stars aus dem Team Tschechien:

Petr Mrazek (Detroit Red Wings) – Der Goalie hat bislang eine überragende Saison in Detroit hingelegt. Bei Gegentorquote und Saves liegt er in der NHL im vorderen Bereich. Er fährt als unumstrittene Nummer eins Tschechiens nach Toronto.

Tomas Plekanec (Montreal Canadiens) – Der Kapitän der Nationalmannschaft läuft bei internationalen Turnieren stets zu großer Form auf. In der NHL zählt der Center im Moment zu den erfolgreichsten Scorern. Darüber hinaus verfügt der 33-jährige auch über Defensivqualitäten und würde zusammen mit Jagr und Jakub Voracek eine optimale Reihe bilden.

Andrej Sustr (Tampa Bay Lightning) – Der großgewachsene Spieler hat sich zu einem Elite-Verteidiger der NHL entwickelt. Bereits in seiner ersten NHL-Saison stand er mit Tampa im Stanley-Cup-Finale.

Team Nordamerika

Spielberechtigt in diesem Joint Venture sind kanadische und amerikanische Nachwuchskräfte bis einschließlich 23 Jahren. Damit erhalten vor allem Akteure vom Schlage eines Jonathan Huberdeau (Florida Panthers), Connor Mc David (Edmonton Oilers) oder Jack Eichel die Gelegenheit, sich für höhere Weihen zu empfehlen. Der Vorteil des Teams Nordamerika: Niemand erwartet Wunderdinge, alle können nach Lust und Laune aufspielen.

Weitere Stars aus dem Team Nordamerika:

John Gibson (Anaheim Ducks) – Der Torwart gewann mit den US-Boys Gold bei der Junioren-WM 2013 und wurde zudem zum MVP des Turniers auserkoren. Nun ist er erpicht darauf, sich bei einem bedeutenden Turnier ins internationale Rampenlicht zu spielen.

Aaron Ekblad (Florida Panthers) – Der Defensivspezialist steht im Durchschnitt mehr als 20 Minuten pro NHL-Match auf dem Eis. Das brachte ihm zu Recht die Teilnahme am All-Star-Game in diesem Jahr ein.

Dylan Larkin (Detroit Red Wings) – Der schnellste Skater in der NHL ist eine der Entdeckungen der Saison und macht den Altvorderen der Red Wings kräftig Beine. Larkin kam bislang auf 38 Punkte in 55 Spielen.

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