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World Cup of Hockey: Kanada ist Topfavorit

von Axel Jeroma / NHL.com

Bis zum Eröffnungsbully beim World Cup of Hockey 2016 dauert es zwar noch eine Weile. Dennoch wirft die große Revue der NHL-Berühmtheiten vom 17. September bis 1. Oktober in Toronto bereits jetzt ihre Schatten voraus. Die Verantwortlichen der sechs Nationalmannschaften und der zwei Auswahlteams tüfteln längst mögliche Kadervarianten und erfolgversprechende Spielzüge auf dem Taktikbrett aus.

Nachdem wir gestern das Team Europa ausführlicher unter die Lupe genommen haben, wollen wir heute Kanada, Schweden und Russland vorstellen. Die verbleibenden vier Mannschaften folgen am Montag.

Kanada: Wer bei den Buchmachern auf einen Sieg der Ahornblätter wettet, dürfte keine großen Gewinnquoten erzielen. Kanada ist Titelverteidiger und belegte bei der Premiere des Turniers den zweiten Platz hinter den USA. Alles andere als eine erneute Finalteilnahme wäre eine Überraschung und Enttäuschung. Zumal die Kanadier auf allen Positionen aus einem schier unendlichen Reservoir an Topleuten schöpfen können. Allein 20 NHL-Center kämen aufgrund ihrer momentanen Leistungsstärke für einen Einsatz beim World Cup in Frage. Luxusprobleme, die andere Nationen gerne hätten.

Doch darin könnte genau das Problem für Kanada liegen: Aus der Vielzahl von herausragenden Akteuren genau jene auszuwählen und aufeinander abzustimmen, die ihre persönlichen Interessen dem Team unterordnen und die klare Mission Titelgewinn erfüllen.

Im Tor hat Olympiasieger Carey Price (Montreal Canadians) starke Konkurrenz durch Braden Holtby (Washington Capitals) bekommen, dem aktuell besten Schlussmann in der NHL. Stanley-Cup-Gewinner wie Drew Dougthy (Los Angeles Kings) und Duncan Keith (Chicago Black Hawks) prägen die Defensive, mit der Kanada zuletzt bei wichtigen Turnieren die Gegner regelmäßig zur Verzweiflung trieb.

In der Offensive sollen die beiden Center Sidney Crosby (Pittsburgh Penguins), Steven Stamkos (Tampa Bay Lightning) sowie der vielseitig einsetzbare Jonathan Toews (Chicago Blackhakws) für Wirbel sorgen und den Puck möglichst oft ins Netz befördern.

Schweden: Bei großen Turnieren gehört Schweden traditionell zum Kreis der Titelanwärter. Zwar verfügen die Schweden nicht über eine solche Dichte an Topstars oder die geballte Offensivkraft wie Kanada oder die USA. Aber dennoch dürfte Schweden für jeden ein gefährlicher Gegner sein.

An der Bande steht mit Rikard Gronborg ein neuer Mann. Er war zehn Jahre lang für den schwedischen Nachwuchs verantwortlich. Daher hat Gronborg eine gute Beziehung zu vielen Spielern, die nun in der NHL ihre Brötchen verdienen und zu den festen Größen des schwedischen Nationalteams zählen.

Bekannt und gefürchtet zugleich sind die Skandinavier für ihre disziplinierte Defensivarbeit. Mit Henrik Lundqvist (New York Rangers) hat man einen überragenden Schlussmann, der zu den besten seiner Zunft in der NHL gehört. Sollte er jedoch in ein Formtief geraten oder sich verletzen, hätte Schweden ein ernstes Problem. Denn adäquater Ersatz für Lundqvist ist weit und breit nicht in Sicht.

Zu den Stützen in Schwedens Defensive zählen die Verteidiger Victor Hedmann (Tampa Bay Lightning) und Oliver Ekmann-Larsson (Arizona Coyotes), der auch im Spiel nach vorne Impulse setzt und es in den vergangenen zwei Spielzeiten auf stolze 87 Punkte in der Scorerwertung brachte.

Im Angriff verfügt Schweden ebenfalls über klangvolle Namen. Nicklas Backstrom (Washington Capitals), Routinier Henrik Zetterberg (Detroit Red Wings) sowie die Sedin-Zwillinge Daniel und Henrik (beide Vancouver Canucks) sind Garanten für die nötigen Tore, ohne die auch eine defensivstarke Auswahl keine Titel gewinnt.

Russland: Der aktuelle Vizeweltmeister ist heiß auf Toronto. Die Russen wollen unbedingt die Scharte von Olympia 2014 auswetzen, als sie im eigenen Land nicht das erhoffte Gold holten, sondern bereits im Viertelfinale gegen Finnland ausschieden (1-3). Bei der WM voriges Jahr setzte es zu allem Überfluss auch noch gegen den Erzrivalen Kanada eine deftige Pleite (1-6). So etwas soll sich beim World Cup nicht wiederholen.

Der absolute Superstar der Russen, Alex Ovechkin (Washington Capitals), spielt im Moment in der NHL groß auf. Wenn er dieses Niveau bis zum September konservieren kann, verfügt Russland über einen großen Trumpf.

Hinzu kommt weiteres großes Potenzial im Angriff. Eine überragende Serie hat bislang auch Ovechkins Mannschaftskamerad bei den Capitals, Evgeni Kuznetsov, hingelegt. Der liegt aktuell in der Punktewertung der NHL noch vor Ovechkin.

Ein weiterer Leistungsträger ist Evgeni Malkin, Center der Pittsburgh Penguins. Der Hüne geht blendend mit dem Puck um und verfügt zudem über eine enorme Spielübersicht. Er gilt daher als gesetzt für Toronto, auch wenn er in der Vergangenheit immer wieder mal mit Verletzungen zu kämpfen hatte.

Mit seinen 24 Jahren gehört Rechtsaußen Vladimir Tarasenko (St. Louis Blues) noch zu den jüngeren Puckjägern in der NHL. Vergangenes Jahr unterschrieb er einen Achtjahresvertrag bei den Blues und zahlte das Vertrauen bislang mit Leistung zurück. Nach Einschätzung von Experten könnte er einer der Stars beim World Cup werden.

Offen ist, welche russischen Crakcs aus der KHL ihre Farben beim World Cup vertreten werden. Heiße Kandidaten sind auf jeden Fall die Verteidiger Anton Belov (SKA St. Petersburg) sowie die Linksaußen Ilya Kovalchuk (SKA St. Petersburg) und Rechtsaußen Alexander Radulov (ZSKA Moskau).

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