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Wochenrückblick: Schweizer Spieler treffsicher

von Stefan Herget / NHL.com

Zum Glück ist die NHL nicht die deutsche Fußball-Bundesliga, wo bereits zur Saisonmitte nahezu sicher feststeht, wer Meister wird und gelinde gesagt, Langweile aufkommt. Nicht nur das Format der Playoffs macht das Eishockey in der besten Liga der Welt spannend, nein, denn es gibt eine unglaubliche Ausgeglichenheit mehrerer Teams, die um die Topplatzierungen für die KO-Runde kämpfen.

Schauen wir in die Western Conference: Dort wechseln sich seit ein paar Wochen die Nashville Predators, aktueller Spitzenreiter, mit den Anaheim Ducks und zeitweise den St. Louis Blues auf dem Platz an der Sonne ab.

Oder die Eastern Conference: Die Tampa Bay Lightning, Detroit Red Wings und Montreal Canadiens liefern sich einen Dreikampf in der Atlantic Division und die New York Islanders machen in der Metropolitan Division nach wie vor dem Favoriten Pittsburgh Penguins ernsthafte und von Wenigen zugetraute Konkurrenz.

Immer wieder gibt es daraus resultierend interessante und umkämpfte Duelle. So eroberten die Predators erst vergangene Nacht den ersten Platz im Westen durch einen Sieg gegen die Florida Panthers von den Anaheim Ducks zurück. Die Kalifornier hatten durch einen Sieg unter der Woche im direkten Aufeinandertreffen Nashville erst vom Thron gestoßen.

Schuld an der erneuten Wachablösung waren die Lightning, die ihrerseits wiederum durch den 5-3 Erfolg gegen Anaheim im Osten ganz nach oben kletterten. Dabei stellten die Männer von der Westküste Floridas ihre Heimstärke unter Beweis. Sie haben elf ihrer letzten 12 Partien auf heimischen Eis gewonnen.

Ein Phänomen bleiben die Islanders. Mit 34 Siegen in ihren 53 Spielen sind sie so erfolgreich wie zu ihrer Blütezeit Ende der 70er bzw. Anfang der 80er Jahre. Auch in den Spielzeiten 1978-79 und 1981-82 waren sie genauso kräftig am Punkte sammeln. Bekannterweise holten sie 1980 bis 1983 den Stanley Cup vier Mal in Serie.

Islanders Kapitän John Tavares absolvierte sein 400. NHL-Spiel. Der Nummer 1 Draft Pick aus 2009 konnte in dieser Zeit 159 Treffer erzielen und 205 weitere vorbereiten. Er ist damit nach Mike Bossy (600), Bryan Trottier (540), Denis Potvin (411) und Pat LaFontaine (395) der fünftbeste Islanders für diese Spieleanzahl und die darin erreichten Punkte (364).

An alte Zeiten, die schon etwas zurückliegen – zwar nicht ganz so lange wie bei den Islanders – versucht ebenso Detroit anzuknüpfen. Während die vergangenen Jahre das Thema Playoff-Qualifikation eher zäh war, steuert das Team von Trainer Mike Babcock in einem sicheren Hafen. Nicht einmal die Verletzung von Jimmy Howard am 10. Januar, warf die Red Wings aus der Bahn. Sein Ersatzmann Petr Mrazek feierte seitdem beeindruckende acht Siege in seinen zehn Einsätzen.

Auch die Schweizer machten wieder auf sich aufmerksam, allen voran Roman Josi von den Predators. Er erzielte bereits seinen zehnten Saisontreffer und hat nun schon 37 Scorerpunkte gesammelt. Es fehlen ihm nur noch drei Punkte bzw. drei Tore zu seiner persönlichen Bestleistung aus der vergangenen Saison.

Aber auch Luca Sbisa bei den Vancouver Canucks und Raphael Diaz bei den Calgary Flames waren erfolgreich. Sbisa traf nach 36 Sekunden in der Verlängerung gegen die Winnipeg Jets und sorgte so für das Siegtor.

Diaz konnte wieder zum ersten Mal seit dem 28. März 2014 (damals mit den New York Rangers gegen seinen jetzigen Arbeitgeber) einnetzen. Der Treffer war zugleich sein zweiter Sieg bringender in seiner Karriere. Der erste gelang ihm am 21. Januar 2012 in seiner Rookie Saison mit den Canadiens gegen die Toronto Maple Leafs.

Der Österreicher Michael Grabner lief in seiner 300. NHL-Partie auf.

Positiv zu erwähnen sind endlich die Buffalo Sabres. Nach 14 Niederlagen in Serie, konnten sie gegen die starken Kanadier aus Montreal mit 3-2 gewinnen. Treppenwitz der Geschichte, dass ausgerechnet der ehemalige Habs Kapitän Brian Gionta den Siegtreffer für die Sabres erzielte.

Gut, dass danach auch noch Lieblingsgegner Dallas Stars in Buffalo auftauchte und weitere zwei Punkte verbucht werden konnten.

Bei Pittsburgh läuft längst nicht alles optimal, aber Torhüter Marc-Andre Fleury ist in Topform. Er holte seine Shutouts Nummer 7 und 8 und damit zugleich den neuen Franchiserekord in dieser Kategorie, den bislang Tom Barrasso mit sieben Zu-Null-Spielen 1997-98 aufgestellt hatte.

Nach seinem 600. Assist und 1.000. Scorerpunkt am 7. Januar markierte Patrik Elias nun sein 400. NHL-Tor. Er ist der beste New Jersey Devils Spieler aller Zeiten in diesen drei Kategorien.

Am Donnerstag erreichten Ottawa Senators Verteidiger Chris Phillips und San Jose Sharks Stürmer Patrick Marleau ebenfalls Meilensteine. Der Nummer 1 Draft aus dem Jahr 1996 Phillips lief in seinem 1.179. Spiel für die Kanadier auf und überholte so Daniel Alfredsson.

Marleau, zweiter Draft der Sharks in 1997, wurde der 56. Spieler, der 1.300 Partien absolvierte und der elfte, der alle bei einem Klub verbrachte. Außerdem ist er mit 35 Jahren und 143 Tagen der jüngste in der NHL-Geschichte, der diese Marke erreichte. Der bisherige Rekordhalter Scott Stevens war im Dezember 1999 35 Jahre und 247 Tage alt.

Ein neuer Mannschaftsrekord gelang den Blues, indem sie in 13 Spielen in Folge punkten konnten (12-0-1), ehe sie aber danach zwei Mal den Kürzeren zogen.

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