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Wochenrückblick: NHL spielte innen und außen

von Stefan Herget / NHL.com

70.205 Zuschauer im ausverkauften Levis Stadion am Samstag bedeuteten die drittgrößte Kulisse bei einem NHL-Spiel nach den Winter Classics 2014 und 2008. Das dazu gehörige Spiel zwischen den San Jose Sharks und den Los Angeles Kings war zweifelsohne das Highlight der vergangenen Woche.

Zum Ambiente kam die sportliche Brisanz des Duells hinzu, weil beide Teams voll im Kampf um einen der begehrten Playoffplätze stecken. Die Kings konnten durch ihren siebten Sieg in Folge auf Platz 3 der Pacific Division vorrücken, nachdem vor dem Beginn der Serie am 7. Februar fraglich war, ob es der Titelverteidiger überhaupt in die Playoffs schaffen würde.

Interessant, dass Los Angeles auch 2014 vom 6. Februar bis 10. März acht Partien hintereinander gewann. Ein gutes Vorzeichen für die kommenden Playoffs?

Besonders zu erwähnen sind noch zwei L.A.-Akteure, Verteidiger Drew Doughty und Torhüter Jonathan Quick: Doughty spulte beim Freiluftspiel 32 Minuten und eine Sekunde Eiszeit herunter. In 27 von 58 Einsätzen dieser Saison stand er über die Hälfte der Spielzeit am Feld. Er führt die NHL mit einer durchschnittlichen Eiszeit von 29:28 an.

Für ihn war es das 500. NHL-Spiel, Quick feierte den 200. Sieg seiner NHL-Karriere. Der Schlussmann lief in allen sieben Spielen der Erfolgsserie auf und verbuchte dabei einen Gegentorschnitt von 1,86 und 93,4 Prozent Fangquote.

Ein besonderes und unvergessliches Spiel erlebten die Zuschauer am selben Tag in Dallas. Dort trafen die heimischen Stars auf die Detroit Red Wings. Durch drei Tore innerhalb von drei Minuten zum Ende des zweiten Drittels drehten die Hausherren den Spielstand von 1-2 auf 4-2.

Doch Detroit schlug zurück und konnte ihrerseits gleich nach dem Wechsel in 45 Sekunden wieder ausgleichen. Die Stars zogen anschließend bis zur 51. Minute auf 6-4 davon, ehe die Red Wings erneut ausglichen und in der Verlängerung den Siegtreffer erzielten. Ein wichtiger Erfolg, um in der Atlantic Division Anschluss an das Spitzenduo Montreal Canadiens und Tampa Bay Lightning zu halten. Bitter für Dallas, die jeden Punkt für den Anschluss im Westen benötigen.

Einer ihrer direkten Konkurrenten, die Colorado Avalanche, konnte zuletzt zwei Siege gegen die besser platzierten Chicago Blackhawks und die Lightning feiern. Bei letzterer Begegnung gelang dem 19-jährigen Talent der Avs Nathan MacKinnon der erste Hattrick seiner NHL-Karriere.

Ein weiteres Negativerlebnis hatten die Dallas Stars am Sonntag. Dort führten sie gegen die Minnesota Wild, ein weiterer direkter Gegner in der Tabelle, nach 40 Minuten mit 1-0 und verloren am Ende noch mit 2-6. Die sechs Tore in einer Periode waren neuer Franchiserekord für die Wild.

Sie sind zusammen mit den Kings eine der Mannschaften der Stunde und haben sich durch Punktegewinne in 15 der letzten 17 Spielen (13-2-2) wieder in die Playoffränge hereingekämpft.

Die Calgary Flames, ebenfalls mittendrin im Pool der Anwärter, machten es Dallas fast nach und verloren ein Spiel gegen die Anaheim Ducks mit einer 2-1 Führung nach 40 Minuten nach fünf Gegentreffern im Schlussabschnitt noch mit 3-6.

In der Eastern Conference ist das Rennen ähnlich spannend, allerdings geht es dort wohl nur noch um einen Platz, weil die ersten sieben Teams schon mindestens zwölf Punkte vor dem derzeitigen Neunten Florida Panthers liegen.

Die Boston Bruins auf dem letzten Wildcard-Platz haben sich selbst in diese Lage gebracht, um ihren Platz wieder mehr kämpfen zu müssen. Sie konnten immerhin durch den 6-2 Erfolg gegen Chicago ihre Niederlangenserie von sechs Partien beenden.

Neben Florida haben sich die Philadelphia Flyers zurückgemeldet. Mit elf Punktgewinnen in den letzten 13 Spielen (8-2-3) rückten sie bis auf vier Punkte an Boston heran. Der deutsch-kanadische Torhüter Rob Zepp stand bei den Siegen gegen die Nashville Predators und den Washington Capitals zwischen den Pfosten und konnte dabei durchaus überzeugen.

Auch der deutsche Thomas Greiss, Backup der Pittsburgh Penguins, durfte wieder einmal sein Können zeigen. Im wichtigen Spiel gegen die St. Louis Blues hielt er 91,3 Prozent der Schüsse und feierte einen Sieg.

Ligaprimus bleibt Nashville mit 87 Punkten und mittlerweile 40 Siegen. Zum ersten Mal in ihrer Geschichte erreichten sie diese Marke schon nach 60 Einsätzen. Der bisherige Rekord aus der Saison 2006-07 lag bei 61.

Für die NHL fand im Rahmen der Coors Light Stadium Series 2015 ein wichtiger Termin statt. Sie veröffentlichten ihre Partnerschaft mit SAP und zeigten erstmals ihre neuen Statistikseiten, die moderner und umfangreicher gestaltet wurden. Ein gelegentlicher Blick unter NHL.com/Stats lohnt sich also auf jeden Fall.

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