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Wirklich schon das Ende der Geschichte?

Nach monatelangem 'Hickhack' hat Jacob Trouba nun doch seinen Vertrag in Winnipeg verlängert

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

Das Spieler partout einen Club mit aller Macht verlassen wollen, das kennt man ja auch aus heimischen Sportgefilden. Im Nordamerikanischen Franchise-System mögen viele Details zwar anders sein, doch letztendlich sind die Marktmechanismen dann doch auch dort ganz ähnlich.

Jüngstes Beispiel: Der Fall Jacob Trouba von den Winnipeg Jets.

Nach monatelangen Streit und einem bereits im Frühjahr öffentlich gewordenen Wechselwunsch hat der talentierte Eishockeyspieler nun doch am Montag erneut einen neuen Zweijahresvertrag bei den Winnipeg Jets unterschrieben. Und das, weit unter Marktwert, wie es scheint.

Der neue Zweijahresvertrag garantiert ihm nämlich "lediglich" eine Summe von insgesamt 6 Mio. US$. Trouba hatte sich auch diesbezüglich wohl einmal weit mehr versprochen.

Ob der neue Vertrag den Jets aber nun tatsächlich einen neu motivierten Top-Verteidiger zurück in ihr NHL-Team bringen wird, darüber wird aktuell noch heftig diskutiert, sogar öffentlich gestritten.

Vieles hatte Trouba zuletzt an und um Winnipeg kritisiert, seine Position auf dem Eis, die Stadt, die Franchise. Schwer vorstellbar also, dass so ein Begehren in kurzer Zeit wieder vollständig zu "heilen" sein wird.

Den "Zweikampf" mit General Manager Kevin Cheveldayoff, der sich im Laufe der letzten Monate mehr und mehr verschärfte, seitdem er im Frühjahr endgültig und lauthals seinen Wusch das Team verlassen zu wollen geäußert hatte, den hat der Spieler nun unzweifelhaft schon einmal verloren.

Die ersten Wochen der noch jungen Saison liefen komplett ohne ihn ab, so dass er nun immer mehr unter Zugzwang geriet und das Nervenspiel gegen den GM mit der Vertragsunterschrift vom Montag ganz offenkundig für jedermann ersichtlich klar verlor.

Zurück bleibt vorerst ein Spieler der seinen eigenen Marktwert offenkundig ursprünglich gehörig überschätzte, seine Machtposition gegenüber der Franchise völlig überbewertete und nun den Preis dafür zahlen muss.

Nicht das einem ein Spieler der in den nächsten beiden Jahren jeweils 2,5 bzw. 3,5 Mio. US$ als Vergütung erhalten wird nun unbedingt direkt leidtun müsste, doch es ist schon spannend zu sehen, wie sich Spieler und Agent gehörig verkalkulieren können, wenn es um solche Ränkespielchen mit einem Club geht.

Stellt sich nun die Frage ob der Spieler nun tatsächlich eine neue, eine wirklich faire Chance in der Franchise erhalten wird, oder ob Trouba in nächster Zeit vermehrt Gegenstand von Tradebemühungen anderer Teams werden wird.

Mit seinem neuen Vertrag in der Tasche dürfte er für viele andere Franchises nun durchaus von gesteigertem Interesse sein. Vergleicht man den Verteidiger nämlich mit den zugesicherten Gehältern anderer Spieler in der Liga, dann kann man ihn durchaus als ein mögliches Schnäppchen einstufen.

Seine grundsätzlich negative Einstellung zu Team und Stadt, die dürfte sich vermutlich im Laufe der Monate nicht grundsätzlich geändert haben. Macht es also so wirklich Sinn einen solch unzufriedenen Aktiven mit aller Macht halten zu wollen und sich ggf. das Klima in der Truppe zu belasten?

Reisende soll man ja bekanntlich nicht aufhalten, wie schon der Volksmund meint.

Gut möglich also, dass die Jets, entgegen aller aktuellen Beteuerungen Trouba am Ende gar nicht wirklich halten wollen, ihn im Rahmen eines Deals nun lieber doch noch an eine andere Franchise abgeben werden.

Die nächsten Tage bleiben also spannend rund um die Jets und ihrem frisch mit einer Vertragsverlängerung ausgestatteten 22-jährigen Verteidiger. Trotz der Vertragseinigung vom Montag.

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