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Die Jets suchen nach einem Mittel gegen Torwart Fleury

Winnipeg rätselt derzeit, wie der Torwart der Golden Knights in Spiel 4 zu knacken ist, um die Serie auszugleichen

von Alexander Gammel / NHL.com/de Autor

So hatten sich die Winnipeg Jets das gegen den Debütanten sicherlich nicht vorgestellt. Nach dem Erfolg gegen die favorisierten Nashville Predators in der zweiten Runde der Stanley Cup Playoffs in der Western Conference, kämpfen sie derzeit im Conference Finale gegen die Vegas Golden Knights um die Clarence S. Campbell Trophy für den Champion der Western Conference. Nun liegen sie nach drei Spielen gegen den Liganeuling mit 2:1 zurück. Spiel 1 ging in Winnipeg noch an die Jets, doch danach folgte zunächst eine 3:1-Heimniederlage im Bell MTS Place, dann am Mittwoch eine 4:2-Auswärtspleite in der T-Mobile Arena der Golden Knights Auffällig ist dabei, dass die Jets in den beiden letzten Partien nur drei Tore erzielen konnten. Der Verantwortliche dafür: Golden Knights Torwart Marc-Andre Fleury.

"Respekt. Er hat einige Saves gemacht, gegen Scheifele, gegen Byfuglien, gegen mich im Powerplay", erkannte auch Jets Stürmer Paul Stastny die Leistung seines Gegners an. "Wir hatten gute Chancen. Wir müssen weiter Chancen kreieren und Druck machen."

Die Offensive, sonst die Paradedisziplin der Jets, findet kaum einen Weg den kanadischen Superstar, der bei Vegas zwischen den Pfosten steht, zu überwinden. Spielerisch hatten die Jets in vielen Bereichen die Nase vorn. Mehr Torschüsse, mehr Checks, bessere Unterzahl, bessere Überzahl, weniger Puckverluste, doch in einer entscheidenden Statistik, der Chancenverwertung, können sie in dieser Serie nicht mit ihrem Gegner mithalten.

 

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"Wir müssen einfach die typischen Sachen machen", erklärte Jets Trainer Paul Maurice ruhig. "Wenn der Torhüter den Puck sieht, hat er eine deutlich bessere Chance. Nachschüsse sind meist gefährlicher, als der erste Schuss, da brauchen wir einfach mehr Verkehr vor dem Tor."

In allen drei Partien hatten sie mehr Torschüsse als die Golden Knights, an einem Mangel an Chancen, liegt die Torflaute also sicherlich nicht. Die Jets kommen immer wieder zu gefährlichen Abschlüssen, doch meist heißt der Sieger im Duell Torwart gegen Stürmer Fleury. 66 Mal wurde der Veteran in den letzten beiden Begegnungen geprüft, doch 63 Mal war bei ihm auch Endstation. Das ergibt eine überragende Fangquote von 95,5%.

"Die Offensive hat mir gestern besser gefallen, als im ersten Spiel", sprach Maurice seiner Truppe ein Lob aus. "Wir haben mehr Druck gemacht. Ihre Abwehr ist der von Nashville ähnlich, es gibt nur kleine Unterschiede in der Spielweise. Wir lernen mit jedem Spiel besser, wie wir angreifen müssen, um zum Tor zu kommen. Wir hatten gestern genug offensive Qualität, um mehr Tore zu machen."

Das die Torhüter in dieser Serie eine entscheidende Rolle spielen würden, war abzusehen. Sowohl Fleury, als auch Jets Torwart Connor Hellebuyck, gehören zur absoluten Elite auf ihrer Position. Der 33-jährige Veteran Fleury, ein dreimaliger All-Star, durfte in Diensten der Pittsburgh Penguins bereits drei Mal den Stanley Cup in die Höhe stemmen und gewann mit Kanada 2010 in Vancouver Gold bei den Olympischen Spielen. Nach dem jüngsten Sieg sagte Fleury, er hätte in der Serie viel Spaß.

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"Ich hätte auch Spaß, wenn wir 2:1 in Führung wären, oder die Serie ausgleichen würden", scherzte Jets Stürmer Adam Lowry. "Er spielt unglaublich gut. Es gab ein paar glückliche Pucks für ihn, aber er ist ein unglaublicher Torwart und kriegt immer eine Hand auf den Puck."

Der 24-jährige Hellebuyck spielt seine erste Saison als Nummer eins im Tor eines NHL-Teams, zeigte aber eine absolut unglaubliche Saison und verdiente sich damit neben Predators Torwart Pekka Rinne und Tampa Bay Lightning Schlussmann Andrei Vasilevskiy einen Platz im Finale um die Vezina Trophy für den besten Torhüter der Saison. Möglicherweise erhofften sich die Jets daher einen leichten Vorteil im Duell der Torhüter, auch wenn sicherlich niemand Fleury unterschätzt hat. Doch der erfahrene Schlussmann hat bisher die Nase vorne und stoppt die Jets immer wieder.

Eine Sache, die wie in den vorherigen Serien auch gegen Vegas auffällt, ist die Abhängigkeit der Jets von Stürmer Mark Scheifele. Der 25-jährige ist mit 14 Toren und 20 Punkten in beiden Bereichen der beste Spieler seiner Mannschaft. Gegen die Knights erzielte er am Mittwoch beide Tore der Jets, in der gesamten Serie sorgte er selbst für drei von sieben Toren der Jets und bereitete ein weiteres vor.

 

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Die Jets müssen nun einen Weg finden, für eine ausgeglichenere Offensive zu sorgen. Einen Topscorer wie Scheifele zu haben, ist sicherlich eine gute Sache, doch die anderen Stürmer müssen ebenfalls Effizienz zeigen. Das Potential dazu haben die Jets mit Spielern wie Blake Wheeler, Paul Stastny, Kyle Connor, Nikolaj Ehlers und Patrik Laine definitiv. Immerhin stellten sie mit 273 Toren die beste Offensive der regulären Saison, allein der junge Finne Laine traf 44 Mal. Nun müssen sie auch gegen die Golden Knights anfangen aus allen Rohren zu feuern, um die Bastion Fleury zu sprengen.

"Um seinen Job schwieriger zu machen, müssen wir die Nachschüsse und die Abpraller besser nutzen. Wir wissen, es wird freie Pucks geben", analysierte Lowry. "Er blockt sie gut in die Ecke und in weniger gefährliche Gegenden. Wenn wir Erfolg haben wollen, müssen wir zwei, oder drei Leute vor ihm Parken. Gestern hatten wir viele Chancen, wo er über das Eis rutschte und mit einer Verzweiflungstat den Save machte. Hoffentlich finden wir einen Weg, solche Chancen zu nutzen."

Dazu haben die Jets am Freitag wieder Gelegenheit, wenn sie in Spiel 4 zum zweiten Mal in der T-Mobile Arena der Golden Knights antreten. Ein Sieg ist beinahe schon Pflicht, denn sollte die Niederlage folgen, dürften sie sich keine weiteren Fehler erlauben und müssten drei Siege in Folge holen. Doch wenn sie Fleury knacken können, würden sie damit für den Ausgleich der Serie sorgen, sich das Heimrecht zurückholen und hätten damit die Gelegenheit, vor ihren fanatischen Fans im Bell MTS Place erstmals in der Franchise-Geschichte in das Conference Finale einzuziehen.

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