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Die Jets und die Lightning profitieren am meisten

Nicht alle Neuverpflichtungen zur Trading Deadline haben sich so positiv ausgewirkt wie die von Winnipeg und Tampa Bay

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

Ende Februar 2018, als die Trading Deadline, also der Ablauf der Wechselfrist, in der NHL ins Haus stand, da haben sich alle 31 Franchise der Liga ihre ganz speziellen Gedanken gemacht. An allen Standorten galt es zu bewerten, welche noch denkbaren späten Veränderungen ein jedes Team für seine Zukunft wohl am sinnvollsten erachtet. Die Verantwortlichen hatten zu entscheiden, welche Transaktionen die Geschicke ihrer Organisation möglichst positiv beeinflussen könnten.

Einige Mannschaften setzten bevorzugt auf eine langfristige Entwicklung, versuchten sich durch die Hinzunahme von Draft-Picks für eine mittel- oder längerfristige Planung gut aufzustellen. Teams, die schon in diesem Jahr eine realistische Chance auf den Gewinn des Stanley Cups für sich gesehen haben, die haben mehrheitlich versucht, kurzfristige Verstärkungen für den bestehenden Kader zu verpflichten.

Hier waren in erster Linie naturgemäß Spieler mit Erfahrung und bereits aktuell vorhandener Klasse gefragt. Jetzt, wo die Conference-Finale unmittelbar vor der Tür stehen, werfen wir einen kurzen Blick auf die Auswirkungen der im Wettbewerb verbliebenen Kader und schauen, für wen sich die eine oder andere Neuverpflichtung rund um den 26. Februar im Rückblick ausgezahlt hat und für wen vielleicht nicht so sehr.

Video: WPG@NSH, Sp1: Stastny verwertet den Abpraller

Die mit Abstand auffälligste Verstärkung bei den derzeit noch im Wettbewerb befindlichen fünf Teams ist mit Sicherheit Paul Stastny, der an der Deadline den Weg von den St. Louis Blues zu den Winnipeg Jets fand.

Der 32-jährige US-Amerikaner brachte auf Anhieb die erhoffte Erfahrung in das zuvor Playoff unerfahrene Team aus Winnipeg und konnte in seinen bisher elf absolvierten KO-Spielen schon insgesamt elf Zähler (4 Tore, 7 Assists) beisteuern.

Mit seinen inzwischen bereits 66 absolvierten Endrundenspielen in seiner Karriere verfügt der Center über die notwendige Ruhe, die es den jungen Wilden bei den Jets leichter macht, in den wichtigsten Wochen des Jahres einen kühlen Kopf zu bewahren. Zwei Gamewinner konnte er zudem schon zum Mannschaftserfolg beisteuern. Was will man mehr, wenn es darum geht, einem Team den entscheidenden Schliff zu verleihen?

Leistungen, die auch seinem neuen Teamkameraden Blake Wheeler nicht verborgen geblieben sind: "Es ist unglaublich konstant, sehr professionell. Er verkörpert alles, was man sich von einem Center nur wünschen kann, besonders in so engen Serien. Er hat kaum Auf und Ab in seinem Spiel. Häufig sind seine Aktionen gar nicht so sehr im Blickpunkt, doch sie sind immer sehr bedeutend."

Ebenfalls mehr als zufrieden dürften bisher die Tampa Bay Lightning mit ihren beiden prominenten Neuzugängen Ryan McDonagh und J.T. Miller sein, die das Team aus Florida zum Ende der Wechselfrist von den New York Rangers, die sich wiederum an die Umsetzung eines ausführlichen Neuaufbaus machten, hinzu bekamen.

Video: BOS@TBL, Sp5: Miller trifft nach Doppelpass im PP

Mit tatkräftiger Hilfe der beiden Ex-New Yorker drangen die Jungs aus Tampa relativ ungefährdet in das Eastern Conference-Finale vor. Miller kam bisher in zehn Einsätzen auf immerhin sieben Zähler und durfte sich damit über zwei Treffer und fünf Assists freuen. Eine gute Ausbeute für ihn, denn in insgesamt 50 KO-Spielen seiner Karriere reichte es insgesamt erst zu drei Toren.

McDonagh konnte sich persönlich bisher noch nicht in die Torschützenliste eintragen. In seinen zehn Auftritten langte es für den Defensivspezialisten, den ehemaligen Teamkapitän der Rangers jedoch zu beachtlichen fünf Assists.

"Ich konnte mich wirklich glücklich schätzen zu einem Team zu wechseln, das mit so großen Ambitionen in die Playoffs gegangen ist. Was kann es schöneres geben als eine realistische Chance auf den Cup zu haben? Das hätte in diesem Jahr in New York so doch nicht geklappt", freut sich der Veteran.

Auch bei den Nashville Predators waren die Erwartungen an Neuzugang Ryan Hartman ziemlich groß, als dieser Ende Februar von den Chicago Blackhawks verpflichtet werden konnte. In den acht KO-Spielen für den neuen Arbeitgeber brachte es der 23-jährige US-Amerikaner, der auf dem rechten Flügel beheimatet ist, auf zwei Treffer und einen zusätzlichen Punkt als Assistent. Sicherlich soweit im Rahmen der an ihn gestellten Erwartungen. In guter Erinnerung unter anderem sein äußerst wichtiger Treffer beim hart erkämpften 2:1-Sieg der Predators über die Jets kürzlich in Winnipeg.

 

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Große Zweifler gab es hingegen schon direkt bei seiner Verpflichtung in Reihen der Anhängerschaft der Vegas Golden Knights, als diese Tomas Tatar von den Detroit Red Wings mit in den Kader der Organisation holten, im Gegenzug jedoch gleich drei Draft-Picks an die Motorstädter abgaben.

Vergleichsweise bitter auch die Ausbeute des Flügelstürmers, der erst zu vier KO-Runden-Einsätzen für das derzeit sportlich überragende Team aus Nevada kam, dabei zudem noch ohne jeglichen Tor- oder Punkterfolg blieb. Das hatten sich die Verantwortlichen in Las Vegas mit Sicherheit etwas anders gewünscht, als sie ihn im Februar mit hinzunahmen.

Eher unspektakulär schnitten ebenfalls die beiden Namen in Reihen der Washington Capitals ab. Verteidiger Jakub Jerabek und sein Kollege Michal Kempny kamen von den Montreal Canadiens bzw. den Blackhawks in die US-Hauptstadt. Doch wirkliche Schlagzeilen lieferten beide an neuer Wirkungsstätte bisher nicht.

 

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Jerabek kam lediglich in zwei Playoff-Spielen zum Einsatz, durfte sich dabei über einen Assist freuen. Kempny durfte zwar bereits in zwölf Begegnungen der Caps auflaufen, aber auch er verbuchte insgesamt lediglich einen Assist-Punkt für sein neues Team, das sich erstmalig seit 20 Jahren wieder bis in das Conference Finale vorarbeiten konnte, so dass die persönliche Bilanz der beiden Neulinge gar nicht so wichtig für die Fans sein dürfte. Die Chance auf den ersten Stanley Cup-Titel der Franchisegeschichte lebt in diesem Falle deutlich länger als gewohnt.

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