Skip to main content

Eisiger Gegenwind für die Flyers

Die Niederlage im Freiluftspiel gegen den Erzrivalen aus Pittsburgh könnte wegweisend für ihr Saisonziel sein

von Bernd Rösch / NHL.com/de Chefautor

In der Nacht von Samstag auf Sonntag traten die Philadelphia Flyers und Pittsburgh Penguins im Heinz Field von Pittsburgh zum 'Battle of the Keystone State' unter freiem Himmel im Rahmen der Coors Light NHL Stadium Series 2017 gegeneinander an.
 

Mit von der Partie waren mit Penguins Tom Kuhnhackl sowie Michael Raffl und Mark Streit von den Flyers auch drei Spieler aus den Nachbarländern Deutschland, Österreich und der Schweiz. Alle drei machten ebenso ihre erste NHL Outdoor-Erfahrung wie Pittsburghs 40-jähriger Center und zweifacher Stanley Cup Champion Matt Cullen, der in dieser Begegnung noch eine bedeutende Rolle spielen sollte.

Für die Flyers war ein Sieg über den Erzrivalen nicht nur eine Frage der Ehre, sondern es ging für sie, angesichts der Tabellenkonstellation, um extrem wichtige zwei Punkte. Vor dem Aufeinandertreffen trennten die Penguins und die Flyers 19 Zähler, fünf Punkte lagen die Flyers hinter dem zweiten Wildcard-Platz, der zur Stanley Cup Playoffteilnahme berechtigt.

Mangelndes Engagement konnte man den Gästen nicht absprechen, zweimal konnten sie durch Treffer von Jakub Voracek, nach einer guten halben Stunde, und Verteidiger Shayne Gostisbeher, der aus einem Powerplay im dritten Drittel heraus zum 2-3 traf, einen 2-Tore Rückstand verkürzen, doch letztendlich erwies sich der amtierende Stanley Cup Champion als eine Nummer zu groß für die Flyers. Mit 4-2 Toren konnten die Penguins vor über 67.000 Zuschauern ihren zweiten Sieg in ihrem vierten Freiluftauftritt feiern, während die Flyers auch bei ihrem dritten Open Air Game in ihrer Franchisegeschichte den Kürzeren zogen. Sidney Crosby, Nick Bonino und Chad Ruhwedel zeichneten sich neben Cullen, dem nach 110 Sekunden im Schlussdrittel das Game Winning Goal zur 3-1 Führung gelang, als Torschützen aus. Kühnhackl war an Cullens Siegtor mit einem Assist beteiligt.

Im wahrsten Sinne des Wortes wurde es für Philadelphia eine windige, eisige Angelegenheit mit Temperaturen um den Gefrierpunkt, während Open Air Debütant Cullen gegenüber NHL.com International betonte, wie sehr er die Atmosphäre im Stadion der Pittsburgh Steelers (NFL) genießen konnte: "Das war etwas ganz Besonderes. Ich war überrascht in welchem guten Zustand das Eis war. Das hat mir richtig Spaß bereitet. Es ist schon toll, wenn man um sich schaut und diese Massen an Menschen sieht, die in der Kälte ausharren. Klasse, dass ich dabei sein durfte."

Video: PHI@PIT: Crosby versenkt Guentzels schöne Vorlage

Der Ausgang dieser Partie könnte eine gewichtige Rolle dabei spielen, ob die Flyers am kommenden Mittwoch, wenn die Wechselfrist in der NHL endet, als Käufer oder Verkäufer auftreten werden. Sollten am heutigen Sonntag die Boston Bruins in Dallas und die Florida Panthers gegen Ottawa doppelt punkten, könnte für den einen oder anderen Protagonisten in den Reihen der Flyers die NHL-Karriere eine entscheidende Wende nehmen, mit der Konsequenz, dass er demnächst für einen anderen NHL-Club seine Schlittschuhe schnüren wird.

Philadelphias Cheftrainer Dave Hakstol konnte heute Nacht seiner Mannschaft keinesfalls mangelnde Einsatzbereitschaft vorwerfen. Sie hatte vor allem im Eröffnungsdurchgang deutlich mehr Spielanteile, erarbeitete sich ein Torschussverhältnis von 16-7, doch Pittsburghs Schlussmann Matt Murrray erwies sich bis zur ersten Pause als unüberwindbar.

Ein sichtlich, angesichts des Spielausgangs, bedrückter Voracek haderte mit der mangelnden Chancenverwertung in dieser Partie, zeigte aber auch Zweckoptimismus: "Es gibt noch eine Menge Spiele in dieser Saison [in denen wir punkten können]. Die Moral stimmt in der Mannschaft. Wir müssen nach vorne schauen, denn letztendlich fehlen uns nur fünf Punkte auf einen Playoffplatz."

Video: PHI@PIT: Voracek bezwingt Murray mit schöner Finte

Streit, der sich zweimal im Torabschluss versuchte, schlug in die gleiche Kerbe: "Das war definitiv frustrierend. Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen, trafen den Pfosten, erarbeiteten uns Chancen, doch wir konnten [von unserer Überlegenheit] nicht profitieren. Dann schießen sie [Pittsburgh] ein Tor. Wir werden hart arbeiten, weiter kämpfen und uns ganz sicher nicht aufgeben. Letztendlich war es nur ein Spiel, bei dem es um zwei Punkte ging. Es kommen nun schwierige Zeiten auf uns zu, doch man muss optimistisch bleiben. Wir haben auch schon gezeigt, dass wir ein Playoffteam sind."

Es stellt sich nun noch die Frage, ob auch Philadelphias General Manager Ron Hextall ebenfalls dieser Meinung ist. Spätestens am 1. März zur NHL Trading Deadline werden wir die Antwort wissen.

Mehr anzeigen