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Auswirkungen des Nylander-Vertrags

Nach dem Millionen-Deal von Torontos Stürmer wird sich manch ein General Manager auf steigende Gehälter einstellen müssen

von Bernd Rösch @NHLde / NHL.com/de Chefautor

Am Donnerstagabend richteten sich in der Eishockeyhochburg Toronto die Augen vor allem auf Stürmer William Nylander. Der 22-Jährige gab nach wochenlangem Vertragspoker im Heimspiel gegen die Detroit Red Wings sein Saisondebüt im Dress der Toronto Maple Leafs. Vorneweg: Der Partie konnte er noch nicht seinen Stempel aufdrücken. Nylander bekam 12:29 Minuten Eiszeit und blieb bei der 4:5-Niederlage nach Verlängerung ohne Scorerpunkt.

Dennoch zeigte sich der Schwede zufrieden mit seinem ersten Auftritt: "Es fühlte sich okay an. Es macht schon einen großen Unterschied aus, ob man für sich alleine und mit dem Team zuhause trainiert oder hier auf dem Eis steht. Mit der Zeit lief es immer besser. Für ein erstes Spiel hat es gepasst."

Tweet from @MapleLeafs: .@wmnylander takes his first trip through the tunnel this season.#LeafsForever pic.twitter.com/kLjdVq7hrA

Die Ansprüche an Torontos Erstrunden-Draft-Pick (Nr. 8) beim NHL Draft 2014 nahmen zu gegenüber jenen während seiner ersten zwei vollen NHL-Spielzeiten 2016/17 (22 Tore, 39 Assists) und 2017/18 (20 Tore, 41 Assists), in denen er es jeweils auf 61 Scorerpunkte brachte und die er als drittbester Scorer abschloss. Die gesteigerte Erwartungshaltung ist durchaus nachvollziehbar, nachdem sich am Samstag die Führung des Traditionsteams mit Nylander auf einen neuen 6-Jahres-Vertrag geeinigt hatte. Sie nahmen eine Menge Geld in die Hand, um sich seine Dienste weiterhin zu sichern. 45 Millionen Dollar wird Nylander bis zum Ende der Saison 2023/24 verdienen.

Ohne Zweifel zählt er zu den größten Talenten in der Liga. Er ist ein begnadeter, torgefährlicher Stürmer, der den gut in die Saison gestarteten Maple Leafs zu noch mehr Durchschlagskraft verhelfen wird.

 

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Dementsprechend glücklich fühlte sich Leafs-Trainer Mike Babcock, nachdem der Kontrakt unter Dach und Fach gebracht wurde: "Wir sind froh, dass wir ihn haben. Mit ihm sind wir ein besseres Team. Er ist ein wirklich guter Schlittschuhläufer, der uns hilft. Er ist ein Fitnesstyp und arbeitet trotzdem. Das wird ihm im Idealfall nützen, das Tempo in einem Saisonspiel mitgehen zu können."

Nylander, der noch am Beginn seiner NHL-Karriere steht, liegt mit den 12 Millionen Dollar (Cap Hit: $10.277.778,-), die er in der laufenden Saison verdienen wird, in einer Gehaltsklasse mit einem Patrick Kane von den Chicago Blackhawks oder Anze Kopitar von den Los Angeles Kings. Beide haben ihren Teams immerhin schon zu Stanley Cup Siegen verholfen.

Für die Maple Leafs besteht nun das Risiko, dass Nylanders Kontrakt finanzielle Begehrlichkeiten bei dem einen oder anderen Spielern in ihren Reihen aber auch bei der Konkurrenz weckt, die diese zuvor nicht in dieser Höhe hatten.

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Mit Mitchell Marner, Auston Matthews und Kasperi Kapanen werden gleich drei Stürmer der Maple Leafs im Anschluss an die laufende Spielzeit zu Restricted Free Agents, da ihre Entry-Level-Verträge auslaufen. Die beiden Erstgenannten übertrumpfen mit 170 Punkten in 188 Partien sowie 156 Punkten in 159 Partien Nylanders Ausbeute von 135 Zählern in 186 Begegnungen seit 2015/16 sowohl in absoluten Zahlen als auch im Durchschnitt pro Spiel (0,90 und 0,98 zu 0,73). Kapanen steigerte sich in Abwesenheit von Nylander auf 21 Scorerpunkte (elf Tore, zehn Assists) in 29 Partien gegenüber neun Scorerpunkte (sieben Tore, zwei Assists) in der Vorsaison.

Neidisch blickt keiner der Teamkollegen auf Nylanders Millionen-Deal. Es überwiegt die Freude darüber, dass er wieder mit an Bord ist. "Das war ein tolles Gefühl, als ich davon erfuhr. Jeder von uns hat darauf gewartet und es war ein schöner Tag. Alles in allem ist es einfach gut, dass wir ihn zurückhaben", sagte Kapanen, der künftig ziemlich sicher wieder weniger Eiszeit zu Gunsten von Nylander bekommen wird.

Reihenneubesetzungen werden bei den Maple Leafs vonnöten sein. Matthews hegt keine Zweifel, dass sich Nylander in jeder Formation zurechtfinden wird: "Das macht ihm nichts aus. Wir haben so viele talentierte Spieler in unserem Lineup, da spielt es keine Rolle mit wem du spielst. Du stehst immer mit jemandem auf dem Eis, der richtig gut Eishockey spielen kann."

 

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Mit Argusaugen werden einige General Manager den Abschluss von Nylanders-Vertragsverhandlungen betrachtet haben, im Wissen, dass auch einer ihrer besten Spieler, der momentan noch mit einem Einstiegsvertrag auf Punktejagd geht, am Saisonende zu einem Restricted Free Agent wird.

Die Geldbörse besonders weit öffnen müssen sicher die Colorado Avalanche für den Ersten in der ligaweiten Scorerwertung, Mikko Rantanen, und die Tampa Bay Lightning für den Fünftplatzierten Brayden Point. GM Kevin Cheveldayoff von den Winnipeg Jets darf mit Patrik Laine und Kyle Connor Verträge aushandeln und GM Brad Treliving von den Calgary Flames hat Matthew Tkachuk auf der Liste. Der Marktwert von Timo Meier von den San Jose Sharks und Kevin Fiala von den Nashville Predators, die eine richtig starke Saison abliefern, dürfte sich dank Nylander ebenso verbessert haben, wie der von Sebastian Aho von den Carolina Hurricanes und Brock Boeser von den Vancouver Canucks.

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