Skip to main content

Defensivschwache Wild wollen die Pause nutzen

Minnesota steht vor einer viertägigen Pause, die aufgrund der negativen Serie zum scheinbar richtigen Zeitpunkt kommt

von Christian Göbel @DocGoebel / NHL.com/de Autor

Die Minnesota Wild befinden sich seit sechs Partien in einer nicht enden wollenden Abwärtsspirale. Dem einen 3:2-Erfolg gegen die Vancouver Canucks stehen fünf Niederlagen gegenüber. Die Torbilanz der Wild in diesen sechs Matches ist erschreckend. Nur 13 Tore konnte das Team erzielen, musste aber im gleichen Zeitraum 24 Gegentreffer hinnehmen. Die 2:7-Pleite gegen die Edmonton Oilers stellte den aktuellen Tiefpunkt für die Franchise aus Minnesota dar.

Die Gute Phase der Wild zwischen Mitte Oktober und Mitte November ist mittlerweile vergessen. Das durch zehn Siege bei nur zwei Niederlagen, zwischen dem 16. Oktober und 11. November, erarbeitete Polster ist aufgebraucht und das Team ist mit der Niederlage gegen Edmonton aus den Playoff-Rängen gerutscht. Die San Jose Sharks zogen im Rennen um den letzten Wildcard-Spot im Westen an ihnen vorbei. Auch in der Central Division rangieren die Wild nur auf dem fünften Rang.

 

[Jetzt über die Kapitäne der NHL All-Stars 2019 abstimmen!]

 

Bis Dienstag hat Minnesota nun vier Tage Zeit, um sich mit der neuen Situation zu befassen und gestärkt aus der kleinen Pause zurückzukehren. Es gilt den Kopf von der derzeitigen sportlichen Lage frei zu bekommen und die negativen Gedanken abzulegen. Die Möglichkeiten während der sonst sehr eng getakteten Saison zu trainieren sind sehr rar gesät.

Für Wild Coach Bruce Boudreau gibt es in der kurzen Verschnaufpause viel aufzuarbeiten. Besonders in der Defensive ist erhebliches Verbesserungspotential ausgemacht: "Ich bin über jeden Aspekt unseres Spiels besorgt. Nach 18 Partien waren wir defensiv das drittbeste Team der Liga und jetzt habe ich Angst, zu schauen wo wir stehen (Rang 15 bei zugelassenen Toren). Es ist bis jetzt noch nicht entschlüsselt. Es liegt jetzt an uns als Trainerstab das Schiff wieder auf den richtigen Kurs zu bringen und dem Team wieder beizubringen, herausragend defensiv zu agieren. Denn das ist es, was uns Spiele gewinnen wird, nicht der Versuch selbst fünf Tore zu erzielen."

Es klingt nach viel Arbeit für den Trainerstab. Die 23 Gegentreffer in den vergangenen sechs Partien führen zu einem Gegentorschnitt von 3,83. Der Misserfolg liegt also vornehmlich in der Defensive begründet, doch auch die Torhüter sind nicht fehlerfrei. Bei der Niederlage gegen die Oilers sah Devan Dubnyk unglücklich aus und übernahm die Schuld nach drei Gegentoren bei nur sechs Schüssen: "Ich übernehme die Verantwortung für diese Niederlage. Sie haben offensichtlich einige Spieler, die fliegen können und du musst es schaffen, sie zu kontrollieren und auf den Boden zurückzuholen, wenn das nicht funktioniert. Das ist mein Job." Sein Arbeitstag war bereits nach 8:42 im ersten Abschnitt beendet. 

In der Pause müssen alle Spieler der Wild den Kopf frei bekommen, sonst könnte die freie Zeit das Gegenteil des gewünschten Ergebnisses bringen. Sollten die Spieler nicht konzentriert in die Zukunft schauen können, weil die Vergangenheit und die Fehler der letzten Matches noch zu präsent sind, wird der Neustart schwierig. Jeder Akteur muss für sich selbst einen Weg finden, aus der Negativserie heraus zu kommen. Ob Dubnyk, mit der selbst aufgeladenen Verantwortung für die Niederlage gegen Edmonton, den richtigen Weg wählt ist zumindest fraglich.

 

[Ähnliches: Zurückschalten wird immer häufiger bestraft]

 

Ein positives Gefühl ist für die Wild notwendig. Sie müssen sich an den kleinen positiven Dingen festhalten und aufrichten. Einen positiven Punkt lieferte mit Connor McDavid nach dem Aufeinandertreffen am Freitag ausgerechnet ein Oiler: "Ich bin der Meinung, dass ihre Unterzahlspieler einen wirklich guten Job gemacht haben, beim Versuch uns aufzuhalten. Sie hatten auch einige gute Chancen und Cam Talbot half uns großartig im zweiten Drittel." Auch Wild Stürmer Marcus Foligno sah nach dem Torhüterwechsel einen Aspekt, der ihnen Hoffnung machen sollte: "Der Start hat uns das Genick gebrochen. Wir hatten einige verpasste Chancen und offensichtlich sind ihre Stars wirklich Stars."

Für Minnesota bleibt zu hoffen, dass die Mannschaft in der viertägigen Pause den Reset-Knopf drücken kann. Der Saisonstart zeigte, dass die Wild defensiv sehr stabil stehen können und so in der NHL Erfolge einfahren. Die offenbarten Schwächen müssen aus den Gedanken der Spieler, um wieder mit einer positiven Einstellung zu agieren.

Ob die Pause zum jetzigen Zeitpunkt Fluch oder Segen ist werden die Wild in den ersten Wechseln am Dienstag gegen die Montreal Canadiens zeigen.

Mehr anzeigen

Die NHL verwendet Cookies, Web Beacons und andere ähnliche Technologien. Durch die Nutzung der NHL Websites oder anderer Online-Dienste stimmen Sie den in unseren Datenschutzrichtlinien und Nutzungsbedingungen beschriebenen Praktiken einschließlich unserer Cookie-Richtlinien zu.