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Wild kämpften die Stars trotz Rückschlag nieder

von Stefan Herget / NHL.com

Viel wird für gewöhnlich in der Zeit vor und nach dem Spielen gerade in Playoff Serien darüber geredet und geschrieben, was besser gemacht werden muss oder wo Ansatzpunkte sind, um Spiele und möglicherweise auch ganze Serien zu drehen.

So war es auch bei den Minnesota Wild, die nach dem zweiten verlorenen Spiel bei den Dallas Stars 0-2 in der Serie zurücklagen und wussten, dass sie unbedingt ihr erstes Heimspiel in den diesjährigen Playoffs gewinnen müssen, um nicht vorentscheidend in Rückstand zu geraten.

Schwer genug war diese Aufgabe gegen die punktbeste Mannschaft der Western Conference ohne ihre wohl besten Torschützen Zach Parise und Thomas Vanek, die aufgrund von Verletzungen weiterhin von der Tribüne aus zusehen müssen, was ihre Kollegen auf dem Eis so machen.

Die Wild hatten sich viel vorgenommen. Stars Torhüter Kari Lehtonen sollte mehr beschäftigt werden, indem sie den Verkehr vor ihm potenzieren und durch höheren Kampf und Einsatz die Anzahl an Torchancen erhöhen wollten.

Die Partie begann schlechter als sie nicht hätte laufen können. Bereits nach 26 Sekunden traf Stars Stürmer Patrick Sharp zum 1-0 der Gäste und er erhöhte weniger als vier Minuten später sogar auf 2-0. Doch wer dachte, die Messe wäre damit gelesen, sah sich getäuscht.

Die Skeptiker hatten natürlich eine Statistik vor Augen. Kein Team hatte während der regulären Saison weniger Spiele umgebogen, wenn es 0-1 hinten lag, als Minnesota, nämlich nur ganze fünf Partien. Nun lagen sie sogar mit zwei Toren im Rückstand und das in den Playoffs. Erst einmal in ihrer Geschichte konnten sie eine solche Partie noch gewinnen.

Doch die Wild kamen immer besser ins Spiel, kämpften sich Spielzug um Spielzug, Wechsel um Wechsel hinein und gegen sechs Minuten vor dem Ende des ersten Drittels waren sie endgültig in den Playoffs angekommen. In den folgenden fast 14 Minuten reduzierten sie Dallas auf einen Torschuss, hatten das Spiel und den Puck nahezu im Griff und noch wichtiger, sie erzielten mit zehn Torschüssen den 2-2 Ausgleich.

Das gab dem Heimteam, angefeuert von den frenetischen Fans, weiter Auftrieb und noch im zweiten Drittel folgte die 3-2 Führung. Wesentlichen Anteil daran hatte auch der Schweizer Nino Niederreiter, der mit seinen Partnern der dritten Sturmreihe immer wieder für ernsthafte Gefahr für Lehtonen und seine Vorderleute sorgte.

Der 23-jährige Churer mit der Nummer 22 auf dem Rücken leistete sowohl beim 2-2 von Erik Haula, als auch bei der anschließenden Führung durch Jason Pominville die wichtige Vorarbeit. Beim Letzterem eroberte er den Puck von Gegenspieler Alex Goligoski an der eigenen blauen Linie und startete den blitzschnellen Konter, den Haula mit viel Zug zum Tor perfekt abschloss.

„Das ist genau das, was wir tun mussten", sagte Niederreiter nach dem Spiel. "Es war wichtig für uns Richtung Tor zu ziehen und dort Präsenz zu zeigen und erst recht mutiger zu sein." Er weiß auch, dass seine Farben weniger Pucks verlieren dürfen, insbesondere diese, die unmittelbar zu Chancen der Stars führen, wie bei den ersten Gegentreffern.

„Es war ein schwieriger Start", sagte er. „Diese Tore, wir haben sie ihnen geschenkt. Es waren unsere Fehler." Also heißt es daraus zu lernen und zwar schnell, weil immer funktioniert es nicht, solche Spiele noch zu drehen. Doch die Verkürzung des Standes in der Serie sollte Minnesota Auftrieb geben, zumal es der erste Sieg seit sieben Spielen war.

„Für mich war es nur eine Serie von zwei Niederlagen in den Playoffs, das ist die entscheidende Zahl", sagte Wild Trainer John Torchetti darauf angesprochen. "Es steht 1-2, jetzt müssen wir durchstarten, gute Leistungen zeigen und uns keine Gedanken machen, was vorher war. Das war eine tolle Antwort für unsere Fans. Sie verdienen diese Spielweise und wir wollen wieder so auftreten und wenn sie herkommen und uns so unterstützen, wollen wir ihnen wieder ein hartes Spiel bieten."

Gedanken, was schief gelaufen ist, muss sich Stars Trainer Lindy Ruff machen. „Wir haben nicht annähernd so gut gespielt, wie wir spielen müssten", sagte er sichtlich enttäuscht. „Das war möglicherweise so schlecht, wie ich uns in den vergangenen fünf Wochen nicht gesehen habe. Wenn man auf einige der Zweikämpfe schaut, die wir verloren haben, [bleibt festzustellen, dass] wir genug dieser verloren haben und so verliert man auch den großen Kampf."

Stars Kapitän Jamie Benn blickt schon mal auf das vierte Spiel am Mittwoch (9:30 p.m., ET; Do. 3:30 Uhr MESZ) voraus. „Sie ritten nach ihren Treffern auf einer Welle und die Fans waren wirklich überschwänglich", sagte er. „Wir haben das viele Male hier auswärts erlebt und wir sollten auf diese Situationen vorbereitet sein und einen Weg finden ihren Moment abzukühlen."

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