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Auch Boston entscheidet sich für Trainerwechsel

Nach Jack Capuano und Ken Hitchcock muss Claude Julien seinen Posten räumen

von Stefan Herget / NHL.com/de Chefautor

Die neue Franchise in Las Vegas reibt sich schon die Hände. Mit Claude Julien kommt ein dritter Trainer in den vergangenen drei Wochen auf den Markt, der bei den Golden Knights den Neuaufbau der Mannschaft vornehmen könnte. Der renommierte Trainer wurde heute von den Boston Bruins nach fast zehnjähriger Zusammenarbeit entlassen. Nach Jack Capuano am 17. Januar bei den New York Islanders und Ken Hitchcock am 1. Februar bei den St. Louis Blues die dritte Entlassung in der NHL in dieser Zeitspanne.

Wenn am morgigen Donnerstag die Bruins gegen die San Jose Sharks auflaufen, dann wird erstmals seit 2007 nicht mehr Julien hinter der Bande stehen. Es wird interessant sein zu sehen, wie die Fans auf den neuen Trainer Bruce Cassidy reagieren, nachdem Julien sehr beliebt war.

Bruins CEO Charlie Jacobs ließ in seinem Statement neben dem üblichen Dank für Julien anklingen, dass er der Meinung sei, die Franchise würden den richtigen Weg einschlagen: "Als ein Management Team haben wir hohe Standards für uns selbst festgelegt und ich glaube, dass sich unsere Organisation in die richtige Richtung bewegt, um diese Standards zu erreichen und zu übertrumpfen."

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Eine Meinung, die viele Bruins Fans in den Foren nicht teilen und bereits in den ersten Stunden nach der Entscheidung ihren Unmut darüber zu Ausdruck brachten. "Diese Entscheidungen sind nicht einfach und Don hat meine volle Unterstützung", ließ Bruins Präsident Cam Neely mitteilen, den viele Fans als Schuldigen der Misere zusammen mit General Manager Don Sweeney ansehen.

"Ich glaube, dass wir eine bessere Mannschaft haben, als unsere Ergebnisse bis heute zeigen. Ich stelle außerdem fest, dass es Bereiche gibt, wo wir uns als Gruppe weiterentwickeln müssen. Diese Entscheidung stellt aber Claudes Zeit als Bruins Trainer keineswegs in ein schlechtes Licht."

Natürlich fällt es immer schwer von außen zu beurteilen, ob der Trainer wirklich die Ursache der Probleme ist. Auffällig ist aber, dass die Bruins schon einige Male mit der Einhaltung des Salary Caps (Gehaltsobergrenze) kämpfen und im Management ein paar Entscheidungen getroffen wurden, die sich negativ ausgewirkt haben könnten.

So wurde Dennis Seidenberg im vergangenen Sommer aus seinem laufenden Vertrag kostspielig herausgekauft, obwohl dieser aufgrund seiner sympathischen Art in jedes Mannschaftsgefüge hineinpasst und bei den New York Islanders zeigt, dass er durchaus in der NHL seine Leistung bringen kann.

Fakt ist, dass seit der Ankunft des Heilsbringers Sweeney als Nachfolger von Peter Chiarelli auf der General Manager Position im Mai 2015 die Entwicklung eher stagniert als dass sie nach oben zeigt. Ob Cassidy die Wende bringen und die Bruins wieder in bessere Zeiten führen wird?

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