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Der Einfluss von Wegbereitern auf die NHL

Vor 60 Jahren war Willie O'Ree der erste afroamerikanische Spieler in der NHL und war damit ein Wegbereiter für heutige Stars

von Alexander Gammel / NHL.com/de Autor

Immer wieder gibt es Spieler, Trainer und Manager, die die Landschaft des Eishockeys verändern und revolutionieren. NHL.com/de berichtete diese Saison bereits regelmäßig über solche Wegbereiter wie Wayne Gretzky, Gordie Howe, Bobby Orr, oder auch Spieler, die das deutschsprachige Eishockey auf ein neues Niveau hoben, wie Uwe Krupp. Nun feiert die NHL den 60. Jahrestag des ersten afroamerikanischen Spielers in der Geschichte der Liga, Willie O'Ree. Zu diesem Anlass wollen wir uns mit den Auswirkungen, den Folgen und dem Vermächtnis der Karrieren dieser Pioniere auseinandersetzen.

Während O'Rees Engagement in der NHL in 45 Spielen für die Boston Bruins in den Saisons 1957/58 und 1960/61 für viele zuvor unvorstellbar war, hat sich die Situation heute gewandelt. Während O'Ree stets betont, dass er von seinen Mitspielern, seinem Verein und vielen Fans ein hohes Maß an Unterstützung erfuhr, erinnert er sich auch an die Schattenseiten seiner kurzen Karriere. "Auf der Strafbank wurde ich mit Dingen beworfen. Sie haben mich angespuckt."

Seitdem folgten viele Spieler seinem Beispiel. Anson Carter und Georges Laraque waren über ein Jahrzehnt lang feste Größen in der Liga, heute gehören Athleten wie Wayne Simmonds, Dustin Byfuglien und P.K. Subban längst zur Elite der Liga. Sie stellen zwar immer noch eine Minderheit in der Liga da, doch sie sind keine Besonderheit mehr. Das wäre ohne O'Rees, der den ersten Schritt in diesem Wandel eingeleitet hat, möglicherweise nicht, oder zumindest deutlich später der Fall gewesen.

"Es muss unglaublich schwierig für Willie gewesen sein", bewundert auch Subban den heute 82-Jährigen. "Rassismus ist im Sport selbst heute noch ein großes Thema. Rassismus kommt in so vielen Formen vor, dass es manchmal kaum auffällt. Es geht nicht nur um Beschimpfungen und Dinge, die gesagt werden. Es war eine besondere Leistung von Willie, diese Barriere zu durchbrechen und den Sport so zu verändern."

Auch weitere Spieler veränderten das Gesicht der Liga und des gesamten Sports weltweit. Uwe Krupp beispielsweise, machte deutschsprachige Spieler in der besten Liga der Welt salonfähig. Der heutige Trainer der Eisbären Berlin war zwar nicht der erste Deutsche in der NHL, aber war der erste, der sich wirklich dauerhaft als feste Größe in der Liga durchsetze konnte. In 729 Partien erzielte der Verteidiger 69 Tore und 281 Punkte. Zweifellos unvergessen, ist sein legendäres Tor in der dritten Verlängerung des Stanley Cup Finales 1996 gegen die Florida Panthers, das seinen Colorado Avalanche den Titelgewinn einbrachte. Damit wurde er der erste deutschsprachige Akteur, der den begehrten Pokal in die Höhe stemmen durfte. Heute sind sieben Deutsche, 17 Schweizer und drei Österreicher fest in der Liga aktiv.

Einer der wohl beeindruckenden Pioniere ist sicherlich Bobby Orr. Der Verteidiger, der im Alter von nur 31 Jahren, umgehend nachdem er seine Karriere beendet hatte, in die Hall of Fame aufgenommen wurde, veränderte die Art und Weise auf die Eishockey gespielt wird, für immer. Orr gilt als der erste Offensivverteidiger der Eishockeygeschichte. Er erarbeite sich durch seinen revolutionären Stil schnell einen Namen in der Liga und gilt bis heute als einer der besten Spieler aller Zeiten.

In den Jahren 1966-79 stellte er reihenweise Rekorde auf, die teilweise noch bis heute Bestand haben. 74-75 erzielte er 46 Tore, eine Marke, die vor ihm als Verteidiger unvorstellbar war. Während seiner gesamten Karriere von 657 Spielen verbuchte er 270 Treffer und 915 Punkte. Die ersten zehn Plätze in der Liste der meisten Punkte eines Verteidigers in einer Saison, teilt er sich nur mit Paul Coffey. Mit diesen Leistungen inspirierte er ganze Generationen von jungen Spielern, seinen zuvor ungesehenen Stil nachzuahmen.

So können einzelne Menschen das Gesicht einer Sportart für immer verändern. Krupp hat dem deutschen Spielermarkt für die NHL eine neue Attraktivität gegeben. O'Ree hat Minderheiten in der NHL salonfähig gemacht. Ohne Bobby Orr hätte es Spieler wie Paul Coffey, Niklas Lidstrom und Brent Burns wohl nie gegeben. Ohne all diese legendären Wegbereiter, würden wir heute nicht diesen schnellen, vielfältigen, atemberaubenden Sport sehen, der weltweit Millionen von Fans in seinen Bann zieht.

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