Skip to main content

Misserfolge als Ansporn zu großen Leistungen

Stars wie Carey Price, Alex Ovechkin und Sidney Crosby, können selbst aus Durststrecken Kraft schöpfen

von Alexander Gammel / NHL.com/de Autor

Carey Price ist zweifelsohne einer der talentiertesten Torhüter der NHL, doch die bisherige Saison war nicht leicht für ihn. Nach dem Sieg im Auftaktspiel der Montreal Canadiens hagelte es zunächst Niederlagen, bei denen auch der sonst so souveräne Startorhüter oft keine gute Figur abgab. Am 2. November kam es noch schlimmer, er verletzte sich in der Partie gegen die Minnesota Wild und fiel zehn Spiele lang aus.

Doch seit seiner Rückkehr am 25. November, scheint er wie ausgewechselt, als hätte es die Anfangsphase dieser Saison nie gegeben und als hätte er wieder zu seiner alten Form gefunden. In drei Spielen stoppte er 100 von 102 Schüssen auf sein Tor, holte einen Shutout, und verhalf den Canadiens in allen drei Begegnungen zum Sieg. Er ist aber nicht das einzige Beispiel für eine Wende nach größeren Schwierigkeiten.

Ein weiterer Torhüter, der bereits häufig mit einer zukünftigen Aufnahme in die Hockey Hall of Fame in Verbindung gebracht wird, kann von solchen Problemen und Umschwüngen ein Lied singen. Henrik Lundqvist und seine New York Rangers mussten zu Beginn der Saison einige bittere Pillen schlucken. Sieben der ersten acht Partien wurden verloren.

Doch mit dem Duell gegen die Vegas Golden Knights am 31. Oktober kam auch hier die Wende. Die Rangers starteten eine Serie von sechs Siegen und gewannen seitdem zehn von 13 Spielen. Damit sind sie in dieser Zeitspanne eines der erfolgreichsten Teams der Liga und konnten den Anschluss an die Playoffplätze wieder herstellen. Es scheint so, als könnten manche Teams aus ihren Misserfolgen Kraft ziehen und mit einer Jetzt-erst-recht-Einstellung innerhalb kürzester Zeit von null auf hundert durchstarten.

Video: DET@NYR: Zuccarello sichert Sieg in der Verlängerung

Das gilt nicht nur für ganze Teams, sondern ebenso für einige der erfolgreichsten Spieler und Scorer ihrer Generation. Seit sie 2005 ihre erste Saison in der NHL bestritten, spalten Sidney Crosby und Alex Ovechkin die Fans der NHL in zwei Lager. Während Crosby mit der Zeit von den meisten Experten und Fans als bester Spieler der Welt anerkannt wurde, besteht auf der anderen Seite kein Zweifel, dass Ovechkin der beste Torjäger der Welt ist.

Aber selbst zwei so außergewöhnlich talentierte, technisch versierte und erfahrene Spieler, die beide vergangene Saison die Marke von 100 Punkten in der NHL knacken konnten, sind nicht vor Durststrecken gefeit. Doch ein Teil dessen, was sie zu so außergewöhnlichen Spielern macht, ist dass sie das wegstecken und früher oder später wieder umso stärker zuschlagen und ihre Gegner das Fürchten lehren.

Nach einem ordentlichen Start in die Saison punktete Crosby zwischen 21. Oktober und 11. November nur drei Mal in 11 Begegnungen und konnte dabei kein Tor erzielen. Seitdem verbuchte er in den letzten sieben Partien zwölf Zähler, in den letzten vier Spielen neun Punkte und in den letzten beiden sechs Punkte.

Video: PHI@PIT: Crosby schießt das Siegtor in Verlängerung

Ähnlich schleppend lief es zwischenzeitlich für Ovechkin. Bis zum 22. November traf er in 14 Auftritten lediglich drei Mal. Für den Rekordtorschützen, der in seiner Karriere bereits sieben Mal mindestens 50 Tore und nie weniger als 30 erzielte, eine überaus enttäuschende Bilanz. Doch auch er fing sich offensichtlich. In den beiden Begegnungen gegen die Ottawa Senators und die Tampa Bay Lightning machte er je ein Tor, im letzten Spiel gegen die Toronto Maple Leafs konnte er gar einen Hattrick feiern.

Auf solche wundersamen Heilungen hoffen genauso andere Spieler und Teams. Die Edmonton Oilers, die vergangene Saison noch als eines der Überraschungsteams der Liga gefeiert wurden, müssen sich derzeit mit einem enttäuschenden vorletzten Platz in der Western Conference abfinden. Immerhin konnten sie sechs der letzten acht möglichen Punkte holen.

Schlimmer sieht es momentan für die Ottawa Senators aus, die mit nur acht Siegen und 22 Punkten aus 23 Partien derzeit auf Platz 14 der Eastern Conference stehen. Ganze sieben Niederlagen in Folge stehen derzeit zu Buche. Das können nur noch die Philadelphia Flyers überbieten, die seit neun Partien keinen Sieg mehr feiern durften.

Diese drei Teams und weitere Spieler und Mannschaften hoffen auf eine ähnliche Kehrtwende wie bei Crosby, Ovechkin und den weiteren Beispielen, doch das ist alles andere als selbstverständlich. Ein solcher Umschwung muss hart erarbeitet werden. Erfahrene Spieler haben bessere Chancen darauf, als junge, unerfahrene Akteure. Die Stimmung in der Mannschaft und die Kommunikation zwischen Trainer und Spielern müssen funktionieren und noch ein Dutzend weiterer Faktoren spielen eine Rolle.

Fest steht nur, das große Spieler immer wieder zeigen, dass man auch aus schwierigen Phasen, aus Misserfolgen, Steinen, die einem in den Weg gelegt werden und allen Problemen, auf die man als Profi stößt, auch Kraft ziehen und neuen Anlauf nehmen kann.

Mehr anzeigen

Die NHL verwendet Cookies, Web Beacons und andere ähnliche Technologien. Durch die Nutzung der NHL Websites oder anderer Online-Dienste stimmen Sie den in unseren Datenschutzrichtlinien und Nutzungsbedingungen beschriebenen Praktiken einschließlich unserer Cookie-Richtlinien zu.