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Wer ist der erfolgreichste Coach der Saison?

von John Lane / NHL.com

Falls Barry Trotz wollte, er könnte sich entspannt zurücklehnen und den restlichen NHL Teams beim Kampf um die Playoffplätze beobachten, denn die Vorrunde verlief für seine Washington Capitals bisher historisch erfolgreich.

Am 22. Februar fuhren die Capitals ihren 44. Sieg nach 58 Spielen ein. Das schaffte in der NHL Geschichte bisher kein Team. Auch sind sie die erst zehnte Mannschaft, die nach 65 Partien 100 Punkte auf dem Konto verbucht hatte. Die Playoffs sind gesichert, die Presidents Trophy ist in Sicht und weiter werden ihnen beste Chancen auf ihren ersten Stanleycup Sieg eingeräumt.

Doch Trotz wird sich nicht in Selbstgefälligkeit wiegen. Am 18. Februar traten die Capitals bei den New York Islanders, die fünf ihrer letzten sieben Spiele gewonnen hatten, an. Trotz befürchtete, dass sich seine Truppe ob des Erfolges in Sicherheit wiegen könnte. Er wusste, dass die Gegner jede Nacht ihr Bestes geben. Anstatt den Fuß vom Gas zu nehmen, sah er die Gelegenheit sich zu Verbessern.

"Du willst nicht das Team sein, das Versucht, das Spiel am Laufen zu halten, obwohl du die Playoffs schon gesichert hast", so Trotz. "Ich war schon oft in der Situation, in der man versucht die Playoffplätze zu verfolgen. Wenn du einen ergatterst, hast du einen Lauf und bist im Playoffmodus. In den Playoffs ist es immer schwer. Da ist es wichtig, dass du Mental stark bist und jede Menge Stolz in dir trägst. Wir fühlen uns jede Nacht so, als ob wir das Eis betreten und ein Eishockeyspiel gewinnen können, und das versuchen wir auch."

Anstatt nachzulassen, ziehen die Capitals jedoch zum Schlussspurt an und können die Konkurrenz in den Schatten stellen. Darum ist Trotz der aussichtsreichste Kandidat auf den Jack Adams Award als Auszeichnung für den besten Trainer des Jahres.

Die Capitals, die vergangenes Jahr nur 1:41 Minuten vom Eastern Conference Finale entfernt waren – sie gaben eine 3-1 Führung in der Serie an die New York Rangers ab -- sind durch die Neuzugänge T.J. Oshie und Justin Williams noch stärker geworden. Überragend entwickelte sich Evgeny Kuznetsov, 23, der aktuell die interne Scorerwertung der Capitals anführt. Alex Ovechkin steht mit 41 Toren an der Spitze der Liga und Braden Holtby kratzt an Martin Brodeurs Rekord für Siege in einer einzigen Saison (48, 2006-07).

"Fügt man diese Puzzleteile zusammen, weiß man, weshalb wir in diesem Jahr so erfolgreich sind", sagt Trotz. Trotz entwickelt sich immer weiter. In der aktuellen Spielzeit hat er die wichtigste Lektion seiner 17 jährigen Trainerkarriere gelernt, die ihn letztendlich auf zur Meisterschaft führen könnte.

"Zuhören, jedem zuhören", erläutert Trotz. "Nicht nur deinen Assistenten sondern auch den Spielern zuhören und dabei geduldig sein und sich unter Kontrolle haben. Das sind die Schlüssel zum Erfolg. Als ich jünger war, bin ich viel schneller aus der Fassung geraten. Jetzt meine ich, mich besser unter Kontrolle zu haben."

FINALISTEN

Bruce Boudreau, Anaheim Ducks: General Manager Bob Murray bewies Geduld, nachdem seine hochgehandelten Ducks mit einer 1-6-2 Bilanz in die Saison gestartet sind. Seine Entscheidung an Boudreau, der seinen achten Divisionstitel in der zehnten NHL Saison gewinnen könnte, festzuhalten, hat sich als richtig erwiesen.

Am 12. Januar lagen die Ducks in der Pacific Division noch 16 Punkte hinter den Los Angeles Kings. Seit dem 17. Januar erzielten sie eine Statistik von 18-1-2 und gewannen elf Spiele in Folge bis zur Niederlage nach Penaltyschießen gegen die Capitals am Montag. Ein Lauf, der sie auf den ersten Platz katapultierte. Einst mit nur 1,84 Punkten pro Spiel das Ligaschlusslicht, starteten sie im Februar eine regelrechte Aufholjagd und standen am Monatsende nach 52 Toren in 14 Spielen auf Platz 25.

Die Kehrtwende stellte sich bei den Ducks am 17. Dezember ein: Nach einer erneuten Niederlage ohne eigenen Treffer gegen die Buffalo Sabres (3-0) und einer Bilanz von 11-14-15, liegen sie aktuell bei 26-5-4.

„Nachdem wir da hingefahren sind und erneut verloren hatten, war unser Selbstvertrauen ehrlich gesagt im Keller“, so Boudreau gegenüber der Buffalo News. „An diesem Tag haben meine Spieler gecheckt, dass es unwichtig ist, wer die Tore schießt, sondern es nur auf den Erfolg des Teams und nicht des Individuums ankommt. Das folgende Spiel haben wir gewonnen [2-1 New Jersey Devils] und seitdem spielen wir besser.“

Gerard Gallant, Florida Panthers: Obwohl die Panthers einige Verletzungssorgen zu beklagen haben – Jonathan Huberdeau, Aleksander Barkov, Nick Bjugstad, Derek MacKenzie und Willie Mitchell –, steht das Team von Gallant in einer aussichtsreichen Position auf die Meisterschaft in der Atlantic Division.

An Thanksgiving lagen die Raubkatzen bereits 16 Punkte hinter der Spitze, konnten dann jedoch zwischen dem 15. Dezember und dem 10. Januar zwölf Spiele in Folge siegreich gestalten und damit zum einen die längste Siegesserie ihrer 23 jährigen Teamgeschichte aufstellen und zum anderen die Spitze der Atlantic Division erobern.

“Wir wollen weiterhin hart an uns arbeiten, so Gallant zu WQAM Radio in Miami. „Wir sprechen immer über die nächsten beiden Punkte. Wir hatten ein super Polsterchen auf dem ersten Platz, aber jetzt wirds ein Kampf. Es geht darum, in die Playoffs zu kommen.“

AUCH IN DER WAHL: Joel Quenneville, Chicago Blackhawks; Peter DeBoer, San Jose Sharks; Jon Cooper, Tampa Bay Lightning

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